Zwei Khediras bei der Weltmeisterschaft? Sami für Deutschland und Rani für Tunesien

Der FC Augsburg hat derzeit vier Spieler in seinen Reihen, die an der Weltmeisterschaft 2018 in Russland teilnehmen: Marwin Hitz startet für die Schweiz, Ja-Cheol Koo und Dong-Won Ji werden für Südkorea spielen und Alfred Finnbogason darf für Island antreten. Allerdings hat der FCA noch einen fünften Spiele im Kader, der eventuell bei dem Turnier zum Einsatz kommen könnte: Rani Khedira, der sowohl die deutsche, als auch die tunesische Nationalität besitzt. Als der Verband vor zwei Jahren, im Frühjahr 2015, schon einmal anfragte, bekam dieser einen Korb. Doch jetzt – könnte sich Khedira gut für die Teilnahme an der WM begeistern.

Tunesien braucht Spiele, die auch außerhalb des Landes erfolgreich sind

Kein Wunder, schließlich konnte sich Tunesien als eines von fünf afrikanischen Teams für die WM qualifizieren. „Fakt ist, die wollen. Der Verband hat offiziell angefragt“, sagte der Mittelfeldprofi dem „Kicker“. Der Nationaltrainer Nabil Maaloul will für den Kader Spieler gewinnen, die außerhalb der Landesgrenzen erfolgreich sind und somit internationale Erfahrungen aufweisen. Außer mit Khedira wurden auch schon mit Keeper Moez Hassan, derzeit beim französischen Erstligisten OGC Nizza unter Vertrag, gesprochen. Der ist momentan an den Zweitligisten LB Chateauroux verliehen.

Foto: Imago/Sven Simon

Khedira gibt sich noch zehn Bundesligaspiele Zeit mit der Antwort

Allerdings hat Khedira sich noch nicht entschieden und will sich auch noch Zeit lassen mit einer passenden Antwort. Zunächst möchte er sich beim FC Augsburg als Bundesligaspieler etablieren. „Ich will mal die nächsten zehn Spiele spielen und dann können wir uns irgendwann im Frühjahr zusammensetzen und gucken, ob es für beide Seiten passt.“ Er kam von RB Leipzig, wo er kaum Berücksichtigung fand, und konnte sich inzwischen in Augsburg einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld erarbeiten. Für seinen Trainer Manuel Baum ist er unverzichtbar geworden und er hat einen Vertrag bis 2021 unterschrieben. Bisher kam er in zehn Spielen zum Einsatz.

Khedira hat Bedenken: Er kann die Sprache nicht, kennt die Spieler nicht

Khedira hat auch schon für Deutschland gespielt, allerdings „nur“ in den Jugendnationalmannschaften. Er macht sich seine Gedanken zur tunesischen Mannschaft: „Ich spreche kein Arabisch, kein Französisch. Ich kenne kaum einen Spieler von da. Es ist was komplett anderes. Es muss Sinn für beide Seiten machen. Ich muss dem Land helfen können, das Land muss mir helfen können. Und wenn das nicht gegeben ist, braucht man es nicht machen, weil es dann in die Hose geht.“ Der 23 Jahre alte Bruder von Weltmeister Sami Khedira, 30, besitzt die deutsche und tunesische Staatsbürgerschaft.

Drei Brüder mit dem Profisport eng verwoben

Die Geschichte der Familie Khedira ist schnell erzählt: Die Mutter Doris lernt den Vater Lazhar in seiner tunesischen Heimat Hammamet kennen. Er folgt ihr in ihre schwäbische Heimat nach Stuttgart, dort heiraten sie und bekommen drei Söhne: Sami, Denny und Rani. Damit es die fünfköpfige Familie guthat, arbeiten beide Eltern sehr hart. Sami und Rani werden schließlich Fußball-Profis, während der mittlere Bruder, Denny, einen anderen, nicht minder erfolgreichen Weg einschlägt: Er absolvierte im Sommer an der Uni Hohenheim den Masterstudiengang Management und steht seinen beiden Brüdern seit März als Berater zur Seite.

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