WM-Premiere geglückt: Deutschland gewinnt Confed Cup 2017

Historischer Erfolg für die DFB-Auswahl: Deutschland hat erstmals in der Geschichte den Confed Cup gewonnen! In einem unterhaltsamen, spannenden und hitzigen Finale in St. Petersburg behielt die junge Truppe von Bundestrainer Joachim Löw knapp mit 1:0 die Oberhand. Nach schwacher Anfangsphase erzielte Lars Stindl die deutsche Führung aus dem Nichts, die bis zum Ende hielt.

Draxler: „Super gefightet und Sieg verdient“

Der amtieren Weltmeister 2014 hat auch die WM-Ouvertüre siegreich gestaltet! Den Sieg nach dem Finale in der Gazprom-Arena feierte die DFB-Elf ausgelassen, fast so als hätte man die WM 2018 in Russland bereits gewonnen. „Unglaublich. Dafür, dass der Confed-Cup vorher belächelt wurde, war heute ganz schön Feuer drin. Wir haben super gefightet und diesen Sieg auch verdient. Schließlich haben wir so noch nie zusammengespielt, deshalb ist es umso höher zu bewerten“, erklärte Kapitän Julian Draxler nach dem harten Fight, der zudem als bester Spieler des Turniers in Russland ausgezeichnet wurde.

Dabei sah es anfangs nicht nach einem deutschen Sieg aus. Denn wie schon beim 1:1 im Gruppenspiel war es Chile, die die Partie in der Anfangsphase ganz klar dominierte und durch Aranguiz und Vargas früh zu guten Möglichkeiten kam. Die junge, unerfahrenen deutsche Nationalmannschaft wirkte hingegen nervös und hatte große Mühe, dem intensiven Druck, hohen Pressing und aggressiven Anlaufen der La Roja standzuhalten. Umso überraschender war der deutsche Führungstreffer in der 20. Minute, dem ein individueller Fehler von Marcelo Diaz am eigenen Strafraum vorausgegangen war. Timo Werner, der sich im Finale aufrieb und vollauf überzeugte, eroberte gegen den ehemaligen HSV-Verteidiger den Ball und bediente den mitgelaufenen Lars Stindl, der mühelos zum 1:0 einschob!

Nach dem Treffer veränderte sich das Spielgeschehen. Chile agierte nicht mehr so dominant und spielte kopflos nach vorne, während sich die Adlerträger beste Möglichkeiten herausspielten. Doch weder Leon Goretzka (36./45.) noch Draxler konnten die Führung weiter ausbauen, sodass es mit einer knappen 1:0-Pausenführung in die Kabine ging.

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DFB-Elf bewahrt kühlen Kopf trotz hitziger Stimmung

Nach einem ereignisarmen Auftakt in Halbzeit zwei wurde die Atmosphäre ab der 60. Minute auf dem Rasen deutlich heißer, nachdem sich die Bayern-Kollegen Joshua Kimmich und Arturo Vidal ein Gerangel inklusive Rudelbildung lieferten. Die Chilenen agierten fortan nicklich und provozierten die DFB-Kicker immer wieder, wobei Jara Glück hatte, dass er nach einem Ellbogenschlag gegen Werner nicht mit Rot vom Platz flog – obwohl der Schiedsrichter Milorad Mazic den Videobeweis nutzte. Aber es wurde auch noch Fußball gespielt und die Südamerikaner kamen dem Ausgleich durchaus nahe. Doch eventuell war Marc-André ter Stegen zur Stelle oder die Chilenen scheiterten am eigenen Unvermögen, wie Joker Sagal, der in der 84. Minute die Großchance zum 1:1 liegen ließ und den Ball freistehend aus sieben Meter deutlich über den Kasten zimmerte.

Die DFB-Auswahl setzte ihrerseits bei Kontern immer wieder gefährliche Nadelstiche und hätte mit etwas mehr Cleverness den Sack schon früher zumachen können. So musste bis zur letzten Sekunde gezittert werden, bevor der Turniersieg ausgiebig gefeiert wurde. „Es war ein hart erkämpfter Sieg. Gerade die zweite Halbzeit. Da wurde nicht mehr viel Fußball gespielt, sondern nur noch gekämpft. Ich bin sehr froh, dass es gereicht hat. Wir haben gezeigt, was in uns steckt, und jetzt können wir nur noch feiern“, freute sich Werner, der mit drei Toren zusammen mit Stindl und Leon Goretzka der beste Torschütze des Turniers war.

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