WM 2022 in Katar: Deutsche Politiker äußern starke Zweifel & Kritik

Die Kritik an Katar als WM-Austragungsort 2022 ist in den letzten Tagen deutlich lauter geworden. Nachdem dem Wüstenstaat eine Terrorunterstützung nachgesagt wurde, haben sich nun auch deutsche Spitzenpolitiker zum Thema geäußert, wo parteiübergreifend Einigkeit herrscht. Tenor: Katar als Gastgeber der WM 2022 ist nicht tragbar.

Wird Katar die WM weggenommen?

Mit einer Weltmeisterschaft im Katar, das von der Fläche kleiner als Schleswig-Holstein ist, konnten sich Fans bislang kaum anfreunden. Doch durch den Verdacht der Terrorunterstützung sind nun auch Politiker von Union bis Grüne klar auf Distanz zur WM 2022 in Katar gegangen. Gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ ließ Unionsfraktionschef Volker Kauder wissen: „Die Vorwürfe wiegen zu schwer. Die Diskussion über die Austragung der Fußballweltmeisterschaft in Katar muss ernsthaft geführt werden.” Für den CDU-Politiker ist es kaum vorstellbar, das ein WM-Turnier in einem Land stattfindet, welches den Terrorismus massiv unterstütze. Kauder fordert, dass der Wüstenstaat zur Aufklärung der Vorwürfe beitragen müsse.

Die arabischen Staaten Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrein haben ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und das Land isoliert. Der Golf-Emirat muss sich u.a. den Vorwurf gefallen lassen, dass dieser Verbindungen zu internationalen Terrororganisationen unterhalten und diese finanziell unterstützen.

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Roth: „Katar als WM-Austragungsort denkbar ungeeignet“

Auch aus dem Lager der Grünen gibt es kritische Töne. „Die aktuelle Entwicklung ist nur ein weiterer trauriger Beleg dafür, dass Katar als Austragungsort für eine Fußball-WM denkbar ungeeignet ist”, wird Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth in der Zeitung „Die Welt” zitiert.

Die Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag hat zudem das zurückhaltende Verhalten des Weltverbandes kritisiert. „Insbesondere von der FIFA, hören Sie etwas im Moment? Ich jedenfalls nicht”, sagte die SPD-Politikerin im Gespräch mit dem „Inforadio“ des RBB und ergänzte: „Zum jetzigen Zeitpunkt kann man sich nur mit Mühe vorstellen, dass dort ein sportliches Weltereignis stattfinden soll.” Zugleich betonte sie: „Wir dürfen natürlich auch nicht vergessen: Wir sprechen über das Jahr 2022, das ist noch eine Zeit hin.”

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