WM 2018 Stadion Kaliningrad Stadion

In der ganzen Welt bereiten sich die Fußball-Nationalmannschaften auf ein wichtiges Ereignis vor: die Fußball-Weltmeisterschaft, die 2018 in Russland stattfindet. Auch in Europa beginnen demnächst die Qualifikationsspiele. Russland ist als Gastgeber automatisch qualifiziert und muss nicht mehr an Qualifikationsspielen teilnehmen, doch der neue russische Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow bezeichnet die Weltmeisterschaft als eine schwierige, jedoch schöne Aufgabe für die russische Nationalmannschaft. Er spricht davon, dass die Teilnahme zwar schwierig ist, dass es aber möglich ist, den Titel zu holen. Ob Russland das wirklich schafft, wird sich zeigen; jetzt muss Russland jedoch noch andere wichtige Aufgaben bewältigen: Da Russland Gastgeber ist, muss es vorhandene Stadien als Austragungsorte renovieren und ausbauen, die Infrastruktur erweitern, aber auch neue Stadien bauen. Die Weltmeisterschaft 2018 findet in elf russischen Städten und in zwölf Stadien statt; einer der Austragungsorte ist Kaliningrad mit dem Kaliningrad-Stadion. Das Kaliningrad-Stadion ist ein Neubau, mit dem Bau wurde gerade erst begonnen, nun steht die Frage im Raum, ob das Stadion überhaupt bis zur Weltmeisterschaft 2018 fertig wird.

Kriterien für die Bewerbung zur Weltmeisterschaft 2018

Die Vergabe der Weltmeisterschaft 2018 an Russland wirft viele Fragen auf, genauso wie die Arbeit des früheren FIFA-Präsidenten Joseph Blatter. Die Rede ist davon, dass Joseph Blatter die Weltmeisterschaft 2018 an Russland vergeben wollte, bevor die offizielle Entscheidung für Russland gefallen war. Das Exekutivkomitee der FIFA beschloss auf seiner Sitzung im Dezember 2008 in Tokio, die Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 gleichzeitig zu vergeben, die Bewerbungsfrist war kurz und endete am 02. Februar 2009. Die Kontinentalverbände Afrika und Südamerika waren von einer Bewerbung ausgeschlossen, da in Südafrika 2010 und in Brasilien 2014 Fußball-Weltmeisterschaften stattfanden. Bis zur offiziellen Entscheidung der Vergabe zogen die nichteuropäischen Bewerber ihre Bewerbungen für die Weltmeisterschaft 2018 zurück, sie wollten sich auf die Weltmeisterschaft 2022 konzentrieren. Schließlich blieben für die Weltmeisterschaft 2018 nur noch England mit einer Einzelbewerbung, Belgien und die Niederlande mit einer Doppelbewerbung, Spanien und Portugal mit einer Doppelbewerbung sowie Russland mit einer Einzelbewerbung übrig. Russland konnte sich als Gastgeber für die Weltmeisterschaft 2018 durchsetzen, während Katar den Zuschlag für die Weltmeisterschaft 2022 erhielt. Auch Kaliningrad bewarb sich als einer der Austragungsorte. Schließlich wurden am 29. September 2012 in einer Fernsehshow mit dem damaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter und dem russischen Sportminister Vitali Mutko die elf Austragungsorte für die Weltmeisterschaft bekanntgegeben. Trotzdem mit dem Bau des Kaliningrad Stadions in Kaliningrad noch gar nicht begonnen wurde, fiel die Wahl auf Kaliningrad als einen der Austragungsorte. Das Budget für die Renovierung und den Bau der Stadien wurde ursprünglich mit 3,82 Millionen US-Dollar veranschlagt, doch bezifferte der jetzige russische Präsident und damalige Ministerpräsident Wladimir Putin im Jahr 2010 die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur sowie den Bau und Ausbau der Stadien mit 7,3 Milliarden Euro. Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage wurden Anfang 2015 Einsparungsmaßnahmen bei den Stadien beschlossen; nochmals wurde der Gürtel im Juni 2015 enger geschnallt. Es ist daher mehr als fraglich, warum gerade Kaliningrad den Zuschlag erhalten hat, denn im Jahr 2015 haben die Bauarbeiten für das Kaliningrad Stadion noch nicht einmal begonnen.

Spiele im Kaliningrad Stadion zur Weltmeisterschaft 2018

Wird das Kaliningrad Stadion zur Weltmeisterschaft 2018 fertig, sollen dort einige Spiele stattfinden. Die Weltmeisterschaft 2018 wird vom 14. Juni bis zum 15. Juli 2018 ausgetragen. Im Kaliningrad Stadion sollen

  • Gruppenspiel der Gruppe C am 21. Juni 2018
  • Gruppenspiel der Gruppe D am 16. Juni 2018
  • Gruppenspiel der Gruppe F am 27. Juni 2018
  • Gruppenspiel der Gruppe H am 24. Juni 2018

ausgetragen werden. Noch ist nicht klar, welche Mannschaften sich in den Gruppenspielen gegenüberstehen werden, da sich die Mannschaften erst qualifizieren müssen. Fakt ist jedoch, dass in Kaliningrad keine Spiele mit russischer Beteiligung stattfinden werden, denn Russland hat sich als Gastgeber automatisch qualifiziert und spielt daher in der Gruppe A. Spiele der Gruppe A finden in Kaliningrad nicht statt.

Das Kaliningrad Stadion – die Planung

Noch ist das Kaliningrad Stadion nicht fertig, es befindet sich noch im Bau, mit dem Bau wurde später als geplant begonnen. Es kommt nun darauf an, dass das Stadion pünktlich zur Weltmeisterschaft 2018 fertiggestellt wird. Das Kaliningrad Stadion wird auch als Arena Baltika bezeichnet. Das Stadion soll im Stadtzentrum von Kaliningrad errichtet werden, es soll auf der Pregel-Insel Lomse entstehen. Vor den Bauarbeiten waren umfangreiche bautechnische und geologische Untersuchungen erforderlich, der Untergrund war nicht befestigt. Das Budget wurde bereits gesprengt, da zusätzliche Befestigungen des Untergrundes, verbunden mit einem Bodenaustausch mit dem Kaliningrader Seeschifffahrtskanal, notwendig wurden. Der gesamte Bauplatz muss befestigt werden. Das neue Kaliningrad Stadion soll eine quadratische Form haben, es soll Platz für etwas mehr als 45.000 Zuschauer bieten, bei allen Plätzen soll es sich um Sitzplätze handeln. Die Kapazität des Stadions kann nach der Weltmeisterschaft auf 25.000 Plätze reduziert werden können. Das neue Stadion soll nicht nur Austragungsort für Gruppenspiele der Weltmeisterschaft werden, sondern es soll auch für Heimspiele von Baltika Kaliningrad genutzt werden und dafür das Baltika Stadion ablösen. Schon Ende 2014 sollten die Bauarbeiten für das neue Kaliningrad-Stadion beginnen, sie sollten bereits im Sommer 2017 abgeschlossen sein. Das Budget wurde ursprünglich mit 354 Millionen Euro beziffert, doch da mit dem Bau verspätet begonnen wurde und da es immer zu unvorhergesehenen Kosten kommen kann, ist noch nicht klar, ob das Budget eingehalten werden kann. Zusammen mit dem Stadion sollen einige Trainingszentren errichtet werde. Im September 2015 wurde noch immer nicht mit den Bauarbeiten für das Stadion begonnen, es war im Gespräch, den Vertrag über den Stadionbau erst Ende Oktober/Anfang November 2015 zu unterzeichnen. Ob das Stadion tatsächlich pünktlich zu den Gruppenspielen der Weltmeisterschaft 2018 fertiggestellt wird, ist nicht bekannt. Kann das Stadion bis dahin nicht fertiggestellt werden, muss nach einer anderen geeigneten Austragungsstätte für die Gruppenspiele gesucht werden.

Kaliningrad als ein besonderer Austragungsort für die Weltmeisterschaft 2018

Kaliningrad ist ein ganz besonderer Austragungsort für die Gruppenspiele der Weltmeisterschaft 2018, denn die Stadt hat eine bewegte Geschichte. Gerade aufgrund der besonderen Geschichte fiel die Wahl auf Kaliningrad als einen der Austragungsorte für die Weltmeisterschaft, auch wenn zur Zeit der Entscheidung noch nicht mit dem Bau des Kaliningrad-Stadions begonnen wurde. Die Lage macht Kaliningrad zu etwas Besonderem, denn es handelt sich dabei um eine russische Exklave zwischen Polen und Russland an der Ostsee. Kaliningrad ist auch als Königsberg bekannt. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Kaliningrad unter dem Namen Königsberg deutsch, die Stadt verfügt noch über viele Bauwerke aus dieser Zeit. Das Stadion Baltika im Zentrum der Stadt war die bedeutendste Sportstätte in Kaliningrad, doch sie verfällt und soll nun anlässlich der Weltmeisterschaft 2018 durch das neue Kaliningrad Stadion abgelöst werden.

Das alte Baltika-Stadion – mehr als erneuerungswürdig

In Kaliningrad befindet sich das Baltika-Stadion im Zentrum, dieses Stadion wurde bereits 1892 errichtet, es entstand im damaligen Königsberger Vorort Mittelhufen. Zwar verfügt dieses Stadion über eine Spielfläche der Abmessungen 105 x 68 Meter, doch erfüllt es sonst keine Kriterien als Austragungsstätte der Weltmeisterschaft 2018:

  • lediglich 14.500 Plätze – für die Weltmeisterschaft müssen mindestens 35.000 Sitzplätze vorhanden sein
  • keine überdachten Plätze – für die Weltmeisterschaft werden überdachte Plätze verlangt
  • keine ausreichende Flutlichtanlage

Das Baltika-Stadion hat eine bewegte Geschichte, es wurde nach Walter Simon, einem Bankier und Stadtrat, benannt und dann während der Zeit des Nationalsozialismus nach dem Gauleiter Erich Koch als Erich-Koch-Platz benannt. Inzwischen trägt das Stadion den Namen Baltika-Stadion. Die Haupttribüne aus zwölf Teilen ist nicht überdacht, ebenso ist die Gegentribüne, die aus drei Teilen besteht, nicht überdacht. In der Ostkurve ist nur ein Stehplatzbereich vorhanden, die Säulen des Eingangs stammen von der Altstädtischen Kirche, die bereits abgerissen wurde. Eine bedeutende Veranstaltung im Baltika-Stadion war der Auftritt des US-amerikanischen Rockmusikers Alice Cooper am 21. Juli 2008.

Das Kaliningrad-Stadion als Austragungsort verschiedener Veranstaltungen

Das Kaliningrad Stadion befindet sich gerade erst im Bau, es soll Heimspielstätte von Baltika Kaliningrad werden und das Baltika-Stadion ablösen. Einen besonderen vorläufigen Höhepunkt soll das Stadion als Austragungsort von Gruppenspielen für die Weltmeisterschaft 2018 erleben, doch ist fraglich, ob das Stadion dann überhaupt fertig wird. Das Stadion soll nicht nur für Fußballspiele, sondern auch für andere Sportveranstaltungen und für Konzerte genutzt werden. Zusammen mit dem neuen Stadion sollen

  • Piers
  • Uferstraßen
  • Parkanlagen

entstehen. Zur WM 2018 kommt es nicht nur darauf an, dass das Stadion fertiggestellt ist, sondern auch die Infrastruktur muss fertig sein.

Wenn das Stadion nicht pünktlich fertig wird

In den Medien wird darüber berichtet, dass der Bau des Kaliningrad-Stadions Fortschritte macht und gegenwärtig alles planmäßig verläuft. Es kann allerdings aufgrund des Baugrunds und unvorhergesehener Arbeiten zu Verzögerungen kommen. Wird das Stadion nicht pünktlich fertiggestellt, können keine Spiele in Kaliningrad stattfinden, die Spiele müssen dann auf andere russische Städte verlegt werden.

Fazit

Mit dem Bau des Kaliningrad-Stadions in Kaliningrad wurde gerade erst begonnen. Kaliningrad hat den Zuschlag als einer der Austragungsorte für die Weltmeisterschaft 2018 bekommen, damals wurde jedoch mit dem Bau des Kaliningrad-Stadions noch gar nicht begonnen. Die Bauarbeiten verschoben sich mehrmals nach hinten, jetzt wurde mit dem Bau begonnen. Die Arbeiten sollen pünktlich zur Weltmeisterschaft 2018 abgeschlossen sein. Das Stadion soll nicht nur Austragungsstätte für Gruppenspiele zur Weltmeisterschaft sein, sondern es soll auch als Spielstätte für Baltika Kaliningrad dienen. Kann das Kaliningrad-Stadion nicht pünktlich fertiggestellt werden, müssen die Gruppenspiele zur Weltmeisterschaft 2018 in anderen russischen Städten stattfinden.
Foto: shutterstock/Bildnummer:417812116-Urheberrecht: Irina Borsuchenko

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