WM 2018 Stadien: Rostow Arena

In Europa haben die Qualifikationsspiele für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland begonnen. Russland hat sich automatisch qualifiziert, da es Gastgeber ist, doch muss die Nationalmannschaft noch intensiv trainieren, wenn sie erfolgreich sein will. Als Gastgeber für die Weltmeisterschaft muss Russland noch andere Aufgaben erfüllen, denn an Stadien und Infrastruktur sind noch viele Arbeiten zu erledigen. Vorhandene Stadien müssen renoviert oder modernisiert werden, doch werden auch neue Stadien errichtet. Einige Stadien befinden sich noch im Bau und stehen kurz vor der Fertigstellung, während bei anderen Stadien gerade erst einmal mit dem Bau begonnen wurde. In Rostow am Don entsteht ein neues Stadion, die Rostow Arena. Die Arbeiten daran laufen auf Hochtouren, die Rostow Arena wird eine der Austragungsstätten für die Weltmeisterschaft, die vom 14. Juni bis zum 15. Juli in Russland stattfindet. Die Weltmeisterschaft wird in elf Städten und zwölf Stadien ausgetragen.

Die Planung des Budgets für den Stadionbau

Das Exekutivkomitee der FIFA beschloss auf seiner Sitzung in Tokio am 19. Dezember 2008 die gleichzeitige Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022; eine sehr kurze Bewerbungsfrist bis zum 02. Februar wurde gesetzt. Bei der FIFA gingen elf Bewerbungen aus 13 Ländern ein; auch Russland bewarb sich, trotzdem es noch an geeigneten Sportstätten mangelte. Die Kontinentalverbände von Afrika und Südamerika waren aufgrund der Weltmeisterschaften 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien von einer Bewerbung ausgeschlossen, während sich die außereuropäischen Bewerber für 2018 zurückzogen, denn sie wollten sich auf die Weltmeisterschaft 2022 konzentrieren. Die Vergabe erfolgte am 02. September 2010, die Wahl fiel auf Russland. Vor den Gemeinschaftsbewerbungen von Spanien und Portugal sowie den Niederlanden und Belgien konnte sich Russland ebenso wie vor der Einzelbewerbung von England durchsetzen. Am 29. September 2012 wurden in einer Fernsehshow mit dem russischen Sportminister Witali Mutko und dem damaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter die Austragungsorte für die Weltmeisterschaft bekanntgegeben, auch Rostow am Don wurde als Austragungsort benannt, trotzdem mit dem Bau des Stadions noch nicht begonnen wurde. Das ursprüngliche Budget für die Renovierung und den Neubau der Stadien wurde mit 3,82 Milliarden US-Dollar beziffert, doch dann sprengten die Kosten den Rahmen. Der jetzige russische Präsident und damalige Ministerpräsident Wladimir Putin sprach 2010 von Kosten von 7,3 Milliarden Euro für die Vorbereitung der Stadien und die umliegende Infrastruktur. Eine Kostenkorrektur wurde Anfang 2015 aufgrund der angespannten Wirtschaftslage erforderlich; im Juni 2015 wurde der Sparstift erneut angesetzt. Die FIFA ging aufgrund der Sparpläne einen Kompromiss ein, bei einigen Stadien wurde die Zahl der fest installierten Sitzplätze von ursprünglich 45.000 auf 35.000 reduziert. An der Rostow Arena laufen die Baumaßnahmen, das Stadion soll Platz für 45.000 Zuschauer bieten.

Die Rostow Arena als Austragungsstätte für Spiele der Weltmeisterschaft 2018

Die Rostow Arena zählt zu den kleineren Stadien für die Weltmeisterschaft 2018, sie ist Austragungsort von

  • Gruppenspiel der Gruppe A am 20. Juni 2018
  • Gruppenspiel der Gruppe D am 26. Juni 2018
  • Gruppenspiel der Gruppe E am 17. Juni 2018
  • Gruppenspiel der Gruppe F am 23. Juni 2018
  • Achtelfinale am 02. Juli 2018

Noch ist völlig unbekannt, welche Mannschaften sich bei den Gruppenspielen gegenüberstehen, denn außer Russland müssen sich die Mannschaften erst qualifizieren. Gruppenspiele mit russischer Beteiligung finden in Rostow am Don nicht statt, Russland spielt in der Gruppe A. Am Gruppenspiel der Gruppe A am 20. Juni ist Russland nicht beteiligt.

Das Projekt Rostow Arena

Die Rostow Arena wird am linken Ufer des Don gebaut. Die Austragung von WM-Spielen 2018 in Russland ist für die Stadt Rostow am Don ein wichtiger Wachstumsfaktor, am linken Flussufer können neue Flächen mit touristischen Einrichtungen und Restaurants entstehen, um Einheimische und Touristen anzuziehen. Mit ihrem Design soll sich die Rostow Arena harmonisch in das Landschaftsbild eingliedern, mit der Form des Daches sollen die Windungen des Don nachempfunden werden. Die Dachkonstruktion soll wie eine Kombination aus den Buchstaben Z und L aussehen, ein Teil des Buchstaben Z soll sich in der Luft hinter den Tribünen befinden. Die Tribünen sollen unterschiedliche Höhen aufweisen, sodass die Zuschauer nicht nur einen Blick auf das Spielfeld haben, sondern auch die Ausblicke auf die Stadt und die umliegende Landschaft genießen können. Der Anblick der Stadt ist vom linken Flussufer aus besonders schön. Der Verein FC Rostow will nach der Fußball-WM 2018 seine Heimspiele in der Rostow Arena austragen.

Baufortschritte an der Rostow Arena

In Rostow am Don erlebt der Fußball einen wahren Höhenflug; der Bau der Rostow Arena ist für den örtlichen Verein FC Rostow eine Motivation. Der Verein schaffte im letzten Jahr in den Play-offs den Klassenerhalt in der Premier Liga, der höchsten Spielklasse im russischen Fußball. In der letzten Saison konnte der Verein Beachtliches leisten:

  • zweiter Platz in der Meisterschaft
  • Teilnahme an der UEFA Champions League

Torhüter Soslan Dzhanayev sagt, dass es sein Verein nicht erwarten könne, bis die Rostow Arena fertiggestellt ist. Die Stadt Rostow am Don ist die zehntgrößte Stadt in Russland und hat mehr als 1,1 Millionen Einwohner, die Stadt erstreckt sich am rechten Ufer des Don. Am linken Flussufer entsteht zusammen mit der Rostow Arena ein neuer Stadtteil. Die berühmte Ufertrasse wird restauriert, auch ein Strandbereich kommt hinzu. Die Rostow Arena soll Ausgangs- und Mittelpunkt des neuen Vierteils werden, weitere Sportstätten sollen in der Nähe entstehen. Der Bau macht Fortschritte, die Arbeiten an Kanalisation, Bepflasterung, Fassade und Elektrik sind im Gange. Das Stadion wird bald an das Versorgungsnetz angeschlossen. Mit dem Bau der Rostow Arena wurde 2014 begonnen, das Stadion wird hin und wieder auch als Lewberdon Arena bezeichnet. Die Arbeiten sollen am 25. Dezember 2017 abgeschlossen sein, wenige Tage vor dem orthodoxen Weihnachtsfest. Die Rostow Arena soll Platz für 45.000 Zuschauer bieten und die alte Olimp-2 Arena von 1930 ablösen. Die Kapazität des Stadions soll nach dem Turnier auf 25.000 Plätze reduziert werden. Der Bau der Rostow Arena geriet aufgrund der Kosten immer wieder in die Schlagzeilen, sie wurden ursprünglich mit 140 Millionen Euro beziffert. Später wurde in den Nachrichten darüber berichtet, dass die Kosten deutlich höher ausfallen würden. Es gelangten jedoch bislang keine Meldungen an die Öffentlichkeit, wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen würden. Am Bau der Rostow Arena sind gegenwärtig etwa 1.500 Bauarbeiter beteiligt. Um den für den Bau benötigten Beton pünktlich und in den erforderlichen Mengen bereitstellen zu können, wurde eigens auf dem Gelände der WM in Rostow am Don ein Betonwerk errichtet. Für den Bau sollen weniger als 15 Prozent der Materialien eingeführt werden; die meisten Baustoffe sollen aus der Region verwendet werden.

Die Ausstattung der Rostow Arena

Die Rostow Arena wird eine reine Fußball-Arena, doch über die genaue Ausstattung liegen noch keine Angaben vor. Über die Ausstattung kann nur spekuliert werden, doch wie es sich für ein modernes Stadion gehört, wird die Rostow Arena alle Anforderungen an ein modernes Stadion erfüllen:

  • nur Sitzplätze
  • alle Sitzplätze überdacht
  • verschließbares Dach
  • Restaurants für verschiedene Ansprüche
  • Pressetribüne
  • Räume für Pressekonferenzen
  • Tagungsräume

Die Arena soll über fünf Etagen verfügen. Es kann nicht gesagt werden, ob die Arena mit Natur- oder Kunstrasen ausgestattet wird, ebenso kann noch nichts über die Fassade gesagt werden. Da das Stadion sich harmonisch in die Landschaft einfügen soll, wird die Fassade wahrscheinlich über viel Glas verfügen; anders als bei verschiedenen anderen Stadien werden dort keine Elemente vorhanden sein, die ihre Farbe wechseln können. Die Arena wird den Anforderungen an die höchste Klassifikation der UEFA, die Klassifikation 4, erfüllen. Dazu gehören ein exklusiver Bewirtungsbereich mit einer Fläche von mindestens 400 Quadratmetern, mindestens 500 VIP-Plätze, davon mindestens 100 VIP-Plätze für die gegnerische Mannschaft, genügend Parkplätze sowie eine moderne Flutlichtanlage und Notstromaggregate, die sofort für die erforderliche Stromeinspeisung sorgen.

Die Rostow Arena als Austragungsort für verschiedene Veranstaltungen

Die Rostow Arena erlebt mit einem Achtelfinale der Weltmeisterschaft ihren vorläufigen Höhepunkt, sie wird Heimspielstätte des FC Rostow. Sie eignet sich auch für Spiele der UEFA Champions League und UEFA Europa League, ebenso kann sie für Finalspiele der UEFA Champions League und der UEFA Europa League genutzt werden. Die Rostow Arena ist als reine Fußball-Arena konzipiert, doch kann sich auch für Konzerte und andere Musikveranstaltungen genutzt werden. Die Rostow Arena wird die wichtigste Sportstätte in der Region Rostow am Don, denkbar ist, dass sie auch für Fußballturniere im Rahmen verschiedener wichtiger Sport-Ereignisse verwendet wird.

Die Infrastruktur um die Rostow Arena

Zusammen mit der Rostow Arena entsteht am linken Ufer des Don ein neuer Stadtteil, dazu gehören ein gut ausgestattetes Verkehrsnetz und eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Um möglichst viele Touristen anzuziehen, ist es wichtig, dass genügend Hotels und Restaurants, aber auch verschiedene Kulturstätten angesiedelt werden. Ziel ist es, alle Arbeiten pünktlich bis zur Weltmeisterschaft 2018 abzuschließen, um den Besuchern zur WM die nötigen Einrichtungen bereitzustellen.

Fazit

Die Rostow Arena soll eine der Spielstätten für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland sein. Mit ihrem Bau wurde bereits 2014 begonnen, die Arbeiten sollen Ende Dezember 2017 abgeschlossen werden. Mit der Rostow Arena entsteht am linken Ufer des Don ein komplett neuer Stadtteil, die Infrastruktur wird ausgebaut, touristische Einrichtungen sollen entstehen. Über die tatsächliche Höhe der Kosten für den Bau der Rostow Arena dringen keine Angaben nach außen, doch wurde der ursprüngliche Rahmen gesprengt. Nur wenige Baumaterialien sollen eingeführt werden, die meisten Materialien sollen aus der Region kommen.

Fotos: JohnPPTolstoy & Dmitry89

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