Wegen Ausbeutung: US-Senator verlangt WM 2018 Entzug für Russland

Der US-Senator Bob Menendez erhebt schwere Vorwürfe gegen den WM-Gastgeber Russland. Demnach wirft er dem Land vor, das nordkoreanische Arbeiter einer Baustelle zur WM 2018 ausgebeutet werden. Zusammen mit acht weiteren US-Senatoren fordert Menedez, gegen den in den USA ein Prozess wegen Korruption läuft, die FIFA auf, Russland die WM 2018 zu entziehen. Der hochrangige Senator hat sich in seinem Brief, den er teilweise auf seiner persönlichen Homepage veröffentlich hat, auf Berichte der US-amerikanischen NGO Human Rights Watch. In diesen wird Russland beschuldigt, dass Arbeiter aus Nordkorea beim Bau von Stadien für den Confed Cup 2017 und der WM 2018 „mit Ausbeutung und Arbeitsmissständen konfrontiert werden“.

Foto: lev radin / Shutterstock.com

Menendez: WM „darf nicht auf Rücken wehrlosester Menschen gebaut werden“

In dem Brief von Menendez heißt es auszugsweise: „Als eine Organisation mit der Fähigkeit, das Leben von Milliarden von Fans, Athleten und Arbeitnehmern auf der ganzen Welt zu beeinflussen, muss die FIFA ihren Verpflichtungen gegenüber den Menschenrechten gerecht werden. […] Der Schutz der Arbeiter und Athleten vor Zwangsarbeit muss ein Schlüsselelement dieser Verpflichtungen sein. Wenn die FIFA gegen Russland und Nordkorea keine Maßnahmen ergreift, wird sie so wahrgenommen, als toleriere sie die Praktiken dieser Länder. Die weltweit führende Sportveranstaltung darf nicht auf dem Rücken der wehrlosesten Menschen der Welt gebaut werden.“

Menendez ist seinerseits aber kein unbeschriebenes Blatt und wurde in den USA wegen Bestechung angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, dass er von einem Geschäftsmann aus Florida Bestechungsgelder entgegen genommen haben soll. Diese seien in Form von Luxusreisen und Beiträgen zu politischen Komitees, die ihm 2012 bei der Wiederwahl dienlich gewesen sein sollen, geflossen. Seinem Wohltäter soll Menendez im Gegenzug dessen geschäftlichen Interessen gestärkt und hierfür seinen Einfluss benutzt haben. Im April wurde er wegen 67 Betrugsfällen verurteilt.

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