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Tunesien bei der Fußball WM 2018

Die tunesische Fußballnationalmannschaft kommt in ihrer Geschichte auf bisher vier Teilnahmen bei Weltmeisterschaften. Das erste Mal war Tunesien 1978 in Argentinien mit dabei. Nach einem Sieg gegen Mexiko, einer Niederlage gegen Polen und einem Remis gegen Titelverteidiger Deutschland schied Tunesien aber als Gruppendritter aus. Das nächste Mal schaffte es die Mannschaft erst wieder 1998 in Frankreich. Doch auch hier war nach zwei Niederlagen sowie einem Remis bereits nach der Vorrunde Schluss. 2002 in Südkorea und Japan ergab sich kein anderes Bild: Wieder gab es zwei Niederlagen und ein Unentschieden in der Vorrunde. Vier Jahre später in Deutschland wieder das gleiche Ergebnis: Zwei Niederlagen und ein Unentschieden. 2010 in Südafrika sowie 2014 in Brasilien verpassten die Nordafrikaner die Teilnahme an der Weltmeisterschaft, erst für das Turnier in Russland konnte die Qualifikation erfolgreich absolviert werden. Die Chancen, es bis ins Achtelfinale oder gar darüber hinaus zu schaffen, sind allerdings auch dieses Mal eher als gering einzustufen. Wir haben uns ein Bild von der Mannschaft, der zuvor geschafften Qualifikation und den kommenden Gruppengegnern gemacht.

Foto: Saif Eddine Khaoui/Imago/PanoramiC

So lief für Tunesien die Zeit der WM-Qualifikationen

Tunesien spielte während der Gruppenphase der Qualifikation in der Gruppe B gemeinsam mit den Kongo, Libyen und Guinea. Nicht unbedingt die hochklassigsten Gegner, auch für afrikanische Verhältnisse nicht. So war es für Tunesien eigentlich kein großes Problem, sich hier durchzusetzen. Am Ende konnte die Mannschaft sich als Gruppensieger mit vier Siegen aus sechs Spielen für die Vorrunde der Weltmeisterschaft empfehlen. Nur gegen Tunesien und gegen Libyen und die DR Kongo gab es jeweils nur ein Unentschieden. Gegen Libyen gab es keine Tore, gegen den Kongo gab es ein knappes 2:2.

Tunesien in der Gruppe G der Vorrunde bei der WM 2018

Es wird wohl auch bei dieser Weltmeisterschaft außerordentlich schwierig für Tunesien, die Vorrunde zu überstehen, denn bei der Auslosung der Gruppenphase am 1. Dezember des vergangenen Jahres im Moskauer Kreml hatten die Nordafrikaner das Glück nicht unbedingt auf ihrer Seite. Folgende Gegner wurden der Mannschaft zugelost:

Als erstes geht es gegen die englische Nationalmannschaft. Bisher standen sich die beiden Nationalteams zweimal gegenüber: Bei einem Freundschaftsspiel im Juni 1990 gab es ein Remis mit einem 1:1 und während der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich konnte sich England mit 2:0 durchsetzen. Einen Sieg gab es für Tunesien gegen die Three Lions also noch nie. Und auch das zweite Spiel wird für Tunesien wohl kaum einfacher, denn der zweite Gegner heißt Belgien. Auch hier hat es in der Geschichte der beiden Landesverbände bislang zwei Duelle gegeben: Im Juni 2002 während der Gruppenphase der Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan endete dieses Spiel mit einem gerechten 1:1 Unentschieden. Im Juni 2014, im Rahmen eines Freundschafsspiels, konnte sich England mit 1:0 durchsetzen. Der letzte und vermeintlich leichteste Gegner wird WM-Neuling Panama. Gegen die Mittelamerikaner hat es bislang noch kein einziges Duell gegeben, lediglich der Trainer Panamas, der Kolumbianer Hernán Gómez, hat bereits seine Erfahrungen mit der tunesischen Mannschaft machen können – was jedoch auch bereits 20 Jahre zurückliegt und für die Partie in Russland kaum als Referenz wird dienen können. Dieses Spiel wird für Tunesien vielleicht die einzige Möglichkeit sein, endlich mal bei einer Weltmeisterschaft einen Sieg einzufahren – was schon ein großer Erfolg für die Mannschaft wäre. Das erste WM-Spiel wird somit gegen England am 18. Juni sein, gefolgt von der Partie am 23. Juni gegen Belgien. Abschließend geht es am 28. Juni gegen Panama.

Foto: Aymen Abdennour/Imago/PanoramiC

Der Kader Tunesiens: Viele Legionäre aus Frankreich

Der Kader der tunesischen Nationalmannschaft besteht traditionell aus sehr vielen Spielern, die ihr Geld in Frankreich verdienen. Die ganz großen Namen gibt es hier allerdings nicht zu entdecken, dennoch sind einige Akteure dabei, die eine Erwähnung wert sind. So zum Beispiel der Mittelfeldspieler Wahbi Khazri, der beim FC Stade Rennes unter Vertrag steht. Er kommt in der laufenden Saison auf bisher 14 Einsätze in der Ligue 1, wobei ihm sechs Treffer gelangen. Dann wäre da noch Ellyes Skhiri von HSC Montpellier zu nennen, der in der Ligue 1 in der laufenden Spielzeit 21-mal zum Einsatz gekommen ist und zum absoluten Stammpersonal gezählt werden kann. Mittelfeldspieler Saif-Eddine Khaoui ist momentan von Olympique Marseille an ES Troyes AC ausgeliehen und hat in dieser Saison bereits fünf Treffer erzielen können. Aymen Abdennour, Innenverteidiger, steht eigentlich seit 2015 beim FC Valencia unter Vertrag, ist aber seit dem Beginn dieser Spielzeit bis Sommer 2019 an Olympique Marseille ausgeliehen. Hier ist er allerdings nur Ergänzungsspieler und stand siebenmal auf dem Platz. Dann gibt es noch einige Spieler, die in England, in Belgien, Saudi-Arabien oder auch in der Türkei unter Vertrag stehen, die sind aber in der Minderheit. Der jetzige Nationaltrainer ist Nabil Maaloul. Der 55-jährige betreut die Mannschaft seit April 2017 und hat noch einen Vertrag bis nach der Weltmeisterschaft. Er war zuvor Nationaltrainer Kuwaits und war zwischen Februar und September 2013 schon einmal Trainer der tunesischen Nationalmannschaft.

Die Quoten für einen eventuellen Titelgewinn

Dass Tunesien irgendetwas mit der Entscheidung zu tun haben wird, wer am Ende Weltmeister wird, gilt als nahezu ausgeschlossen. Bei den vier bisherigen Teilnahmen schafften es die Nordafrikaner noch nicht einmal, ein einziges Spiel für sich zu entscheiden und schieden jeweils nach der Vorrunde aus. Etwas anderes wird auch in Russland nicht erwartet. Die Quote, dass Tunesien angesichts der starken Gruppengegner Belgien und England das Achtelfinale erreichen wird, stehen bei William Hill derzeit bei 4,50 – gegen 1,11 (Belgien) und 1,14 (England). Etwas ähnliches, nur sehr viel deutlicher, ist bei der Langzeitwette auf den Weltmeister zu sehen: Tunesien hat hierfür eine Quote von 501,00 und ist damit auf dem gleichen Level wie Südkorea, Marokko und der Iran.

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