Senegal bei der Fußball WM 2018

Die senegalesische Nationalmannschaft ist ein sehr seltener Gast bei Fußball Weltmeisterschaften. Genau genommen ist es der afrikanischen Mannschaft erst ein einziges Mal gelungen, überhaupt an einer Endrunde teilzunehmen. Es war im Jahr 2002 bei der WM in Japan und Südkorea. Gleich das Eröffnungsspiel war eine riesige Überraschung, denn in der Gruppenphase konnte der amtierende Weltmeister Frankreich bezwungen werden. Das zweite Gruppenspiel, gegen Dänemark, endete mit 1:1, obwohl die Senegalesen ab der 80. Minute in Unterzahl agieren mussten. Das letzte Gruppenspiel gegen Uruguay war ein echter Hingucker. Nicht nur wegen der Tatsache, dass insgesamt 12 Spieler mit einer Gelben Karte verwarnt worden, sondern auch, weil die Afrikaner einen 3:0 Vorsprung verspielten und die Partie mit 3:3 endete. Doch es reichte, um das Achtelfinale zu erreichen, das in der Verlängerung gegen Schweden durch ein Golden Goal gewonnen werden konnte. Im Viertelfinale gegen die Türkei war dann aber, ebenfalls nach einem Golden Goal, Schluss mit dem Fußball Märchen. Danach schaffte es der Senegal nie wieder, sich für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren – bis auf die WM in Russland natürlich.

Foto: Sadio Mané/Imago/ZUMA Press

So lief für Senegal die Zeit der WM-Qualifikationen

Die Qualifikation für den Senegal begann im November 2015 in der 2. Runde. Hier galt es, sich in zwei Duellen gegen Madagaskar durchzusetzen, um die abschließende Gruppenphase zu erreichen. Das erste Spiel endete mit einem 2:2, doch im zweiten Spiel legten die Senegalesen richtig los und gewannen souverän mit 3:0, womit die letzte Runde der Qualifikation erreicht werden konnte. Hier ging es dann gegen Burkina Faso, die Kapverdischen Inseln und Südafrika. Die Südafrikaner als Favorit in dieser Gruppe hatten jedoch nicht viel zu melden und schieden nach vier Niederlagen und nur einem Sieg aus. Der Senegal hatte wenig Probleme, nur der Start gestaltete sich etwas holprig. Am Ende wurde aber der Gruppensieg mit vier Siegen und zwei Unentschieden erreicht und die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Russland war damit überstanden. Zwischendurch standen auch noch die Afrikameisterschaften auf dem Programm. In Gabun konnte jedoch 2017 nur das Viertelfinale erreicht werden.

Senegal in der Gruppe H der Vorrunde bei der WM 2018

Der Senegal hat bei der Auslosung für die Gruppenphase Glück gehabt und es tatsächlich geschafft, in eine Gruppe zu kommen, in der das Weiterkommen ins Achtelfinale keine unrealistische Option darstellt. Dies sind die Gegner, die während der Auslosung am 1. Dezember 2017 in die Gruppe H kamen:

  • Polen
  • Kolumbien
  • Japan

Als erstes wird es der Senegal mit Polen zu tun bekommen, gleichzeitig der wohl schwerste Gegner der Vorrunde. Das bedeutet aber auch einen kleinen, taktischen Vorteil. Denn sollte die Partie verloren gehen, haben die Afrikaner noch zwei weitere, wahrscheinlich etwas bessere Chancen, sich die notwendigen Punkte zu ergattern. Gespielt hat der Senegal bisher noch nie gegen die Osteuropäer, für beide Teams wird es daher ein spannendes, erstes Aufeinandertreffen. Als nächstes geht es dann gegen den Underdog Japan. Die Asiaten gelten bei der WM als quasi chancenlos, bisher hatten die beiden Mannschaften zweimal das Vergnügen, gegeneinander anzutreten. Beim ersten Mal, im Oktober 2001, gab es ein 2:0 für den Senegal, die zweite Begegnung im September 2003, endete mit einem 1:0 Erfolg der Afrikaner. Im dritten und letzten Spiel muss sich der Senegal gegen Kolumbien versuchen durchzubeißen. Die Südamerikaner gelten hierbei als der Favorit, aber eine genaue Vorhersage erweist sich als schwierig. Das einzige, bisher bestrittene Spiel zwischen den beiden Nationen fand im Mai 2014 statt und endete mit einem 2:2. Das erste Gruppenspiel gegen Polen wird am 19. Juni stattfinden, gefolgt von der Partie gegen Japan am 24. Juni. Am Schluss geht es dann am 28. Juni gegen Kolumbien. Ob es danach weitergehen wird für Senegal?

Foto: Senegal/Imago/Colorsport

Der Kader Senegals: Einige Stars mit dem Attribut „Weltklasse“

Das Problem vieler afrikanischer Nationalmannschaft ist, dass es zwar einige sehr gute Individualisten gibt, aber insgesamt das Mannschaftsgefüge sehr weit auseinandergeht. So ist es auch beim Senegal. Der größte Star im Kader der Senegalesen ist ohne Zweifel Linksaußen Sadio Mané, der in England beim FC Liverpool bei Jürgen Klopp in der Premier League spielt. Mané gilt als einer der besten Fußballer des Kontinents und von ihm wird auch bei der Weltmeisterschaft einiges abhängen. In der Abwehr steht Kalidou Koulibaly vom SSC Neapel bereit, die Stürmer der Gegner am Tore schießen zu hindern. Der 26-jährige ist ebenfalls ein Meister seines Fachs und einer der besten Innenverteidiger weltweit. Und auch Keita Baldé von der AS Monaco ist kein unbeschriebenes Blatt. Er wechselte erst im vergangenen Sommer für eine Ablösesumme von 30 Millionen Euro von Lazio Rom ins Fürstentum. Ein bekanntes Gesicht aus der Bundesliga, der in der Winterpause für einigen Wirbel sorgte, wird auch in Russland dabei sein: Salif Sané von Hannover 96. Ansonsten spielten für die Nationalmannschaft mehr oder weniger bekannte Gesichter, wie Khouma Babacar (US Sassuolo), Diafra Sakho (Stade Rennes) oder Badou Ndiaye (Stoke City). Nationaltrainer Aliou Cissé, der seit März 2015 die Nationalmannschaft betreut, wird also einiges zu tun haben, aus einem Haufen Individualisten und einigen weniger bekannten Spielern eine anständige Truppe zusammenzubekommen.

Die Quoten für einen eventuellen Titelgewinn

Der Titelgewinn wird für den Senegal wohl kaum auf der Tagesordnung stehen, dieser Meinung sind auch die Wettanbieter. So steht die Quote bei 888sport, dass es der Senegal bis zum Ende durchhalten wird, bei 151,0. Allerdings traut der Bookie der Mannschaft durchaus einiges zu. Die Quote dafür, dass es Senegal unter die ersten acht Mannschaften schafft, steht immerhin bei 6,00.