Saudi-Arabien bei der WM 2018

Die saudi-arabische Fußball Nationalmannschaft gehört nicht zu den zwingenden Favoriten bei der Fußball Weltmeisterschaft in Russland in diesem Sommer. Auch, wenn es für die Verhältnisse in Asien keine große Überraschung gewesen ist, dass es mit der Qualifikation geklappt hat. Neben dem Iran, Südkorea, Japan und Australien konnte sich die Mannschaft ein Ticket für die WM sichern. Bisher war Saudi-Arabien viermal bei einer Weltmeisterschaft dabei, zuletzt 2006 in Deutschland, wo bereits nach der Vorrunde Schluss war. Das erfolgreichste Turnier hatte Saudi-Arabien 1994 in den USA, als die Mannschaft sich bis ins Achtelfinale kämpfen konnte und dort gegen Schweden ausschied. Drei Mal (1984, 1988, 1996) wurde Saudi-Arabien Asienmeister. Auch dieses Mal stehen die Chancen eher schlecht, dass das Team, trainiert von dem Spanier Juan Antonio Pizzi, es bis in die K.O.-Runde schaffen wird.

So lief für Saudi-Arabien die Zeit der WM-Qualifikationen

Die Qualifikation in Asien lief in insgesamt drei Runden ab, ab der zweiten war Saudi-Arabien mit dabei. Dort wurde die Mannschaft in eine Gruppe mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Palästina, Malaysia und Osttimor gelost. Nach dem Abschluss der acht Spiele standen die Mannschaft als Gruppensieger fest, sechs Spiele konnten gewonnen werden und zwei endeten mit einem Unentschieden. In der dritten Runde war Saudi-Arabien dann in einer Gruppe mit Japan, Australien, erneut den Emiraten, dem Irak und Thailand. Im September 2016 ging die entscheidende Phase los, mit zwei Siegen gegen Thailand und den Irak sicherte sich die Mannschaften einen blitzsauberen Start. Mit einem 2:2 gegen Australien überraschte Saudi-Arabien um dann mit 3:0 gegen die Emirate zu gewinnen. Die erste Niederlage gab es beim 1:2 gegen Japan bevor sich das Team mit einem 3:0 gegen Thailand und einem 1:0 gegen den Irak sechs weitere Punkte sichern konnte. Am Ende lieferte sich die Mannschaft ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Australien um den zweiten Tabellenplatz, der das sichere WM-Ticket bedeutete. Schließlich konnte Saudi-Arabien dieses Rennen wegen der besseren Tordifferenz für sich entscheiden, Australien musste gegen Syrien in die Play-Offs.

Foto: Saudi-Arabien/Imago/MB Media Solutions

Saudi-Arabien in der Gruppe A der Vorrunde bei der WM 2018

Für Saudi-Arabien ist jede Gruppenzusammenstellung bei der Weltmeisterschaft eine Herausforderung, auch die Gegner bei der WM 2018 werden keine leichte Hürde auf den Weg ins Achtelfinale sein:

  • Russland
  • Uruguay
  • Ägypten

Gegen Gastgeber Russland hat es in der Vergangenheit genau ein Aufeinandertreffen gegeben. Am 6. Oktober 1993 konnte sich Saudi-Arabien mit 4:2 bei einem Freundschaftsspiel durchsetzen. Ansonsten gab es keine weiteren Vergleiche. Bei dem ersten Gruppenspiel der WM 2018 gelten die Russen, zumindest auf dem Papier, als klarer Favorit – alleine der Unterschied im Kader ist ein riesengroßer. Die beiden Trainer, Stanislav Cherchesov und Juan Antonio Pizzi, standen sich allerdings schon einmal gegenüber: Am 9. Juni 2017 gab es ein Freundschaftsspiel zwischen Russland und Chile – damals war Pizzi noch Nationaltrainer der Südamerikaner. Im zweiten Gruppenspiel geht es gegen die Mannschaft aus Uruguay, die ebenfalls als wesentlich stärker eingestuft werden kann. Auch in diesem Falle gibt die Vergangenheit ein Freundschaftsspiel her: Am 20. Juni 2014 trennten sich die beiden Teams mit einem 1:1. Trainer Óscar Tabárez und Pizzi standen sich zuvor in der Gruppenphase der WM-Qualifikation für Südamerika gegenüber, die Chile bekanntlich verpasste. Gegen Ägypten hat Saudi-Arabien bereits zwei Spiele absolviert, davon eines in der Gruppenphase des Confed-Cups 1999 – Saudi-Arabien konnte mit 5:1 gewinnen. 2007 gab es ein Freundschaftsspiel, bei dem sich Ägypten mit 2:1 durchsetzen konnte. Insgesamt gilt Saudi-Arabien als schwächste Mannschaft der Gruppe A, allerdings kann bei einem Turnier bekanntlich einiges passieren.

Der Kader Saudi-Arabiens: Fast ausschließlich Spieler auf Amateurniveau

Saudi-Arabien ist nicht gerade mit vielen Spielern gesegnet, die es international zu Bekanntheit geschafft haben. Einer der bekanntesten ist der 33-jährige Osama Hawsawi, der bereits 115 Länderspiele für Saudi-Arabien absolviert hat. Der Innenverteidiger spielte ein halbes Jahr beim RSC Anderlecht, konnte sich dort allerdings nicht wirklich durchsetzen. Der Stürmer mit dem größten Potential in den Reihen der Saudis ist wohl der 30-jährige Mohammed Al-Sahlawi, der bisher in 24 Spielen 23 Treffer erzielen konnte. Er spielt für Al Qadisiyah. Außerdem muss Fahad Al-Muwallad genannt werden, der mit erst 23 Jahren schon 36 Länderspiele hinter sich hat und dabei acht Treffer erzielte. Der Rechtsaußen spielt für Ittihad. Für den Platz zwischen den Pfosten gibt es mehrere Kandidaten, der aussichtsreichste für die Nummer 1 ist sicherlich der 30-jährige Yasser Al-Mosailem, der bei Al-Ahli Dschidda unter Vertrag steht. Ansonsten besteht die Nationalmannschaft hauptsächlich aus Spielern, die in Deutschland auf Amateurniveau spielen würden. Viel spielerische Qualität ist von dem Team kaum zu erwarten, eine defensive Spielweise wird sich herauskristallisieren.

Die Quoten für einen eventuellen Titelgewinn

Bei den Wettanbietern, wie zum Beispiel sportingbet, kommt die Mannschaft nicht über die Gruppenphase hinaus. In jedem Spiel wird Saudi-Arabien als Außenseiter angesehen: Gegen Russland mit einer Quote von 8,75, gegen Uruguay mit einer Quote von 10,00 und gegen Ägypten mit einer Quote von 4,40. Bei der Frage, ob Saudi-Arabien die Weltmeisterschaft gewinnen wird, finden wir wenig überraschend eine Quote von 1001,00, genau wie bei Panama. Diese Tendenz ist in allen anderen Wettbereichen ebenfalls zu finden: Ob es darum geht, dass die Mannschaft weiterkommt oder ob es um Spielerwetten oder ähnliches geht – stets wird Saudi-Arabien als absolut chancenlos angesehen. Das deckt sich mit unserer Einschätzung 1:1.

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