Peru bei der Fußball WM 2018

Foto: Paolo Guerrero/Imago/Agencia EFE

Die peruanische Fußballnationalmannschaft ist bei Weltmeisterschaften ein seltener Gast: Seit der WM 1982 in Spanien waren die Südamerikaner nicht mehr dabei. Und wenn sie es mal geschafft haben, sich zu qualifizieren, war meistens nach der Vorrunde Schluss, so wie 1978 in Argentinien und eben 1982. Das beste Ergebnis erreichte die Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko, bei der es bis ins Viertelfinale ging. Dort scheiterte Peru dann an Brasilien. Bei diesem Turnier gab es auch das bisher einzige Länderspiel gegen Deutschland. Für die letzte WM 2014 in Brasilien konnte sich Peru ebenfalls nicht qualifizieren, bereits am drittletzten Spieltag der Qualifikation war das klar. Umso größer ist die Euphorie in dem Land, weil die Nationalmannschaft in Russland dabei sein wird. Große Chancen auf den Titel freilich werden dem Team von Nationaltrainer Ricardo Gareca nicht eingeräumt.

So lief für Peru die Zeit der WM-Qualifikationen

Die peruanische Nationalmannschaft konnte sich nur denkbar knapp für die WM in Russland qualifizieren. In der Gruppenphase, die in Südamerika zwei Jahre lang ausgetragen wurde, erreichte die Mannschaft am Ende nur den fünften Platz. Gleich zum Beginn der Qualifikation gab es zwei Niederlagen: Erst ein 0:2 gegen Kolumbien, danach ein knappes 3:4 gegen Chile. Erst mit dem 1:0 gegen Paraguay feierte das Team den ersten Sieg. Es sollte fast ein Jahr dauern, ehe gegen Bolivien mit einem 3:0 der nächste Sieg erreicht werden konnte, danach gab es ein 2:1 gegen Ecuador. Es folgte das 2:2 gegen Argentinien, ein wichtiger Achtungserfolg. Gegen Chile und Brasilien verlor Peru wiederum, bevor im Jahr 2017 eine sehr wichtige Serie mit sechs Spielen ohne Niederlage begann. Am Ende sicherte sich Peru wegen des besseren Torverhältnisses den fünften Tabellenplatz vor den enttäuschten Chilenen. Das bedeutete allerdings, dass sich die Mannschaft das WM-Ticket erst in der Playoff Runde sichern konnte: Gegen Neuseeland gab es im Hinspiel ein torloses Remis, das Rückspiel konnte aber mit 2:0 gewonnen werden, was die Reise nach Russland in diesem Sommer ermöglicht.

Peru in der Gruppe C der Vorrunde bei der WM 2018

Peru hat eigentlich gute Chancen, die K.O.-Runde bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland zu erreichen. Denn bei der Auslosung der Gruppenphase am 1. Dezember im Kreml wurde Peru in eine durchaus machbare Gruppe gelost:

Das erste Gruppenspiel könnte bereits der Schlüssel zum Achtelfinale für die Südamerikaner sein. Denn sollte es gegen Dänemark einen Sieg geben, stehen die Chancen sehr gut für die peruanische Mannschaft. Gegen die Skandinavier, die sich selbst erst durch die Playoffs ein Ticket für die Weltmeisterschaft sichern konnten, gab es bisher noch kein einziges Länderspiel. Anders sieht es beim wohl stärksten Gruppengegner, Frankreich, aus. Die Franzosen gelten als Top-4 Favorit auf den Titel und hier einen Sieg zu erringen, gilt als quasi unmöglich. Peru und Frankreich standen sich bisher einmal bei einem Freundschaftsspiel gegenüber, am 28. April 1982 gab es ein Vorbereitungsspiel für die folgende Weltmeisterschaft in Spanien, das Peru mit 1:0 gewinnen konnte. Der letzte Gegner in der Gruppe C wird Australien sein. Auch dieses Duell hat es in der Vergangenheit noch nicht gegeben. Für beide Teams könnte es ein Endspiel sein, je nachdem, wie die vorherigen Spiele ausgegangen sind. Auf dem Papier hat Australien, was den Kader angeht, leichte Vorteile. Allerdings wird dies bei einem so wichtigen Spiel kaum von Bedeutung sein. Die erste Partie für Peru gegen Dänemark wird am 16. Juni stattfinden und das zweite Spiel gegen Frankreich am 21. Juni. Schließlich geht es am 26. Juni gegen Australien.

Der Kader von Peru bei der WM 2018

Die ganz großen Namen suchen wir bei der peruanischen Auswahl vergebens. Der bekannteste Spieler ist Mittelstürmer Paolo Guerrero, der bei Flamengo Rio de Janeiro unter Vertrag steht. Der 34-jährige hat jedoch seine besten Zeiten hinter sich. Zwischen 2004 und 2006 stand er beim FC Bayern München unter Vertrag, seine längste Zeit hatte er jedoch von 2006 bis 2012 beim Hamburger SV. Für die peruanische Nationalmannschaft stand er bisher 83-mal auf dem Platz und erzielte 32 Tore. Allerdings verpasst er aufgrund seiner ausgeweiteten Dopingsperre die Fußball WM 2018. Insgesamt fällt auf, dass den Peruanern der Nachwuchs auszugehen scheint. Raúl Ruidíaz, ebenfalls Mittelstürmer und in den Diensten von Monarcas Morelia, ist 27 und Rechtsaußen André Carrillo vom FC Watford 26. Dass Claudio Pizarro mit seinen 39 Jahren noch einmal bei einer Weltmeisterschaft zu sehen sein wird, gilt gemeinhin als sehr unwahrscheinlich, auch wenn er im vergangenen Jahr noch sagte „Wenn ich fit bin, kommt vielleicht die Chance“. Für den Platz zwischen den Pfosten ist höchstwahrscheinlich Pedro Gallese von Tiburones Rojos de Veracruz vorgesehen. Sein Teamkollege Christian Ramos, auch schon 29 Jahre alt, soll die Defensive zusammenhalten. Der vorläufige Kader sieht wie folgt aus:
Tor: Pedro Gallese (CD Veracruz), Jose Carvallo (Universitario de Deportes), Carlos Caceda (Deportivo Municipal)

Verteidigung: Luis Abram (CA Velez Sarsfield), Luis Advincula (Lobos BUAP), Miguel Araujo (Alianza Lima), Aldo Corzo (Universitario de Deportes), Nilson Loyola (FBC Melgar), Christian Ramos (CD Veracruz), Alberto Rodriguez (Junior de Barranquilla), Anderson Santamaria (Puebla FC), Miguel Trauco (CR Flamengo)

Mittelfeld: Pedro Aquino (Lobos BUAP), Wilmer Cartagena (CD Veracruz), Christian Cueva (Sao Paulo FC), Edison Flores (Aalborg BK), Paolo Hurtado (Vitoria Guimaraes), Sergio Pena (FC Grenada), Andy Polo (Portland Timbers), Renato Tapia (Feyenoord Rotterdam), Yoshimar Yotun (Orlando City)

Angriff: Andre Carrillo (FC Watford), Raul Ruidiaz (Monarcas Morelia), Jefferson Farfan (Lokomotive Moskau)

Die Quoten für einen eventuellen Titelgewinn

Dass Peru kaum Chancen haben wird, sich den WM-Titel zu holen, sollte angesichts der Vorgeschichte klar sein, eine Wette darauf macht aus unserer Sicht daher wenig Sinn. Es müsste schon sehr viel zusammenkommen, damit Peru sich überhaupt in die K.O.-Phase spielen kann. Das erste Gruppenspiel wird hier bereits die Vorentscheidung bringen, nach einer Niederlage gegen Dänemark können die Südamerikaner wohl schon mit dem Koffer packen beginnen. Die Quoten für das Erreichen der K.O.-Phase liegen bei bet-at-home beispielsweise bei 10,25 – der österreichische Bookie sieht Dänemark hier klar vor den Peruanern (5,25). Die Quote für einen Sieg im ersten Gruppenspiel gegen die Skandinavier liegt bei 3,54.

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