Nigeria bei der Fußball WM 2018

Die nigerianische Fußballnationalmannschaft ist in ihrer bisherigen Geschichte schon des Öfteren unterschätzt worden. Denn die Mannschaft aus Afrika hat es bei ihren bisherigen WM-Teilnahmen immerhin dreimal in die K.O.-Runde geschafft. 1994 in den USA scheiterte die Mannschaft im Achtelfinale an Italien, allerdings nicht ohne vorher die Verlängerung zu erzwingen. Bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich wurde ebenfalls die Runde der letzten 16 erreicht, hier scheiterte Nigeria an Dänemark. 2002 in Frankreich war in der Gruppenphase bereits Schluss, die Gegner hier hießen jedoch auch Argentinien, Schweden und England. Und auch in Südafrika 2010 mit dem Trainer Lars Lagerbäck wurde Nigeria in der Gruppenphase gegen Argentinien, Griechenland und Südkorea nur Letzter. Bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien erreichte Nigeria dann wieder das Achtelfinale. Das Ende wurde mit einer Niederlage gegen Frankreich besiegelt. Bei den Afrikameisterschaften war die Nationalmannschaft insgesamt dreimal erfolgreich (1980, 1994 und 2013). Erwähnenswert ist, dass sich bereits einige deutsche Trainer mit der nigerianischen Nationalmannschaft beschäftigt haben: Karl-Heinz Marotzke (1970–1971 sowie 1974), Gottlieb Göller (1981) und Manfred Hoener (1988–1989) versuchten ihr Glück, zuletzt war Berti Vogts 2007 bis 2008 als Nationaltrainer dort beschäftigt, gemeinsam mit Assistent Thomas Häßler und Torwarttrainer Uli Stein. Aktuell ist Gernot Rohr Trainer der Nationalmannschaft.

So lief für Nigeria die Zeit der WM-Qualifikationen

Nigeria stieß in der zweiten Qualifikationsrunde zu dem Wettbewerb, bei dem es um die Tickets für die Weltmeisterschaft in Russland ging. Hier setzte sich die Mannschaft erfolgreich gegen Swasiland durch, das Hinspiel endete mit einem torlosen Remis, doch das Rückspiel konnte mit 2:0 gewonnen werden. Damit ging es für Nigeria in der Gruppenphase weiter. Hier hießen die Gegner Sambia, Kamerun und Algerien. Nigeria stellte schnell klar, woher der Wind weht: Gleich das erste Spiel gegen Sambia wurde auswärts mit 2:1 gewonnen, es folgte das 3:1 gegen Algerien und ein beeindruckendes 4: für die eigentlich favorisierten Kameruner. Damit war die Qualifikation bereits so gut wie erledigt. Die Mannschaft ließ es nun etwas ruhiger angehen und brachte im Rückspiel gegen Kamerun nur noch ein 1:1 zustanden, was aber für die vorzeitige Qualifikation ausreichend war. Es gab dann noch ein 1:0 gegen Sambia sowie ein 1:1 gegen Algerien. Nigeria schaffte die Qualifikation für die WM als Gruppenerster mit 14 Punkten aus vier Siegen und zwei Unentschieden.

Foto: Alex Iwobo/Weltmeister.de

Nigeria in der Gruppe D der Vorrunde bei der WM 2018

Nigeria hat es bei der Weltmeisterschaft in Russland mit einer sehr schweren Gruppe zu tun und gilt daher als großer Außenseiter. Dieses Mal wird es sehr schwer für die Mannschaft, in die K.O.-Runde vorzustoßen. Hier die Gegner in der Gruppe D:

  • Argentinien
  • Island
  • Kroatien

Als erstes werden die Nigerianer gegen Kroatien gefordert sein. Gegen die Osteuropäer hat es bislang noch keinen direkten Vergleich gegeben, beide Mannschaften betreten damit Neuland. Und auch der zweite Gegner, Island, ist für Nigeria ein Unbekannter. Weder Mannschaft noch Trainer konnten bislang mit den Nordmännern Erfahrungen sammeln, die genauso wie die Kroaten als, zumindest auf dem Papier, bessere Mannschaft gelten. Beim letzten Gruppenspiel trifft Nigeria auf einen alten Bekannten, denn gegen Argentinien musste die Mannschaft schon sehr oft ran – und das nicht nur bei Freundschaftsspielen. Bei den Weltmeisterschaften 1994 in den USA, 2002 in Südkorea/Japan, 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien war Argentinien bereits Gruppengegner der Nigerianer. Gegen die Südamerikaner ist bei einem Pflichtspiel noch nie ein Sieg gelungen, alle WM-Spiele gegen Argentinien gingen verloren. Die Experten erwarten für die Partie in Russland kein anderes Ergebnis. Das erste Gruppenspiel gegen Kroatien wird am 16. Juni ausgetragen, danach geht es am 21. Juni gegen Island und abschließend am 26. Juni gegen Argentinien.

Der Kader Nigerias: Einige Spieler mit einem guten Namen im Aufgebot

So wenig Chancen die Mannschaft bei der Weltmeisterschaft auch haben mag, im Kader befinden sich einige Spieler, die den Gegnern Schwierigkeiten machen können und sicherlich auch werden. Allen voran der Rechtsaußen Victor Moses, der beim FC Chelsea unter Vertrag steht. Der 27-jährige spielte bisher 30-mal für die Nationalmannschaft und erzielte 10 Tore. Der 21-jährige Mittelfeldspieler Wilfred Ndidi gilt als das größte Talent des afrikanischen Landes. Er spielt bei Leicester City, nachdem er im Januar des vergangenen Jahres für eine Ablösesumme von 17,7 Millionen Euro vom belgischen Erstligisten KRC Genk geholt wurde. Er hat sich bei den Foxes längst zum Stammspieler entwickelt und war in der laufenden Saison in 23 Ligaspielen im Einsatz. Ebenfalls in Leicester unter Vertrag sind die beiden Mittelstürmer Ahmed Musa und Kelechi Iheanacho, die sicherlich ebenfalls bei der WM in Russland dabei sein werden. Alex Iwobi könnte als linker Flügelspieler zum Einsatz kommen, der 21-jährige steht beim FC Arsenal unter Vertrag. Ebenfalls auf dieser Position kann Henry Onyekuru spielen, der sein Geld beim RSC Anderlecht verdient. In der Abwehr sind die Nigerianer nicht so gut bestückt, wie in der Offensive. Leon Balogun wäre ein Kandidat für die Innenverteidigung, er spielt in der Bundesliga beim 1. FSV Mainz 05 und spielte in der Nationalmannschaft zuletzt regelmäßig.

Die Quoten für einen eventuellen Titelgewinn

Die nigerianische Nationalmannschaft hat natürlich kaum eine Chance auf den Titel – schon das Weiterkommen ins Achtelfinale gilt als sehr schwierig bis unmöglich. Die Quoten für den WM-Titel liegen bei 10Bet derzeit bei 201,00 – was bei Peru und Japan ebenfalls der Fall ist. Schlechtere Chancen haben nur Mannschaften wie Marokko, der Iran oder Neuling Panama. Die Chancen, einen der ersten beiden Plätze in der Gruppe D zu bekomme, stehen ebenfalls eher schlecht. Mit einer Quote von 11.00 kann bei 10Bet auf den Gruppensieg der Nigerianer gewettet werden.

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