News zu Deutschland gegen Aserbaidschan

Es war das letzte Qualifikationsspiel für die deutsche Nationalmannschaft und es gestaltete sich zunächst sehr schwerfällig. Doch nach einem wahren Schützenfest in der 2. Halbzeit knackte der amtierende Weltmeister sogar einen Rekord: Spanien hatte auf dem Weg zum EM-Titel 2010 ebenfalls zehn Siege in der Qualifikation erreicht, aber mit einer geringeren Tordifferenz. Die Tore am gestrigen Abend kamen von Leon Goretzka (9. und 66.), Sandro Wagner (54.), Antonio Rüdiger (64.) und Emre Can (81.). In der 34. Minute konnte Ramil Sheydaev den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielen.

In der ersten Halbzeit zeigte sich der Weltmeister zu überheblich

Leon Goretzka, der gleich zweimal treffen konnte, sagte nach dem Spiel: „Das war eine sehr gelungene Qualifikation. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der ersten Halbzeit haben wir in der zweiten Hälfte dann ein gutes Gesicht gezeigt.“ Bundestrainer Joachim Löw hatte nicht nur lobende Worte für seine Mannschaft: „Man hat gesehen, dass viele junge Spieler auf dem Platz waren, die auch noch nicht am Ende der Entwicklung stehen. Die erste Halbzeit war etwas holprig, danach wurde es dann besser.“ Der Coach hatte seine Mannschaft, im Gegensatz zum Spiel in Nordirland, auf sieben Positionen verändert. Kein Wunder, denn Löw sagte nach der gelungenen Qualifikation gegen Nordirland bereits, dass die Partie gegen Aserbaidschan den Beginn der Testphase markieren würde. Doch in der ersten Halbzeit, in der Goretzka in der neunten Minute per Hacke treffen konnte, wirkte die Mannschaft überheblich und selbstgefällig.

Löw mahnt zur Vorsicht: Bei der WM kommen härtere Gegner

Nach 20 Minuten schäumte Löw bereits vor Wut, nichts klappte und Bernd Leno wirkte sehr unsicher im Tor. Der traurige Höhepunkt einer durch und durch missratenen ersten Halbzeit war der Treffer der Gäste in der 34. Minute, bei dem sich Mustafi so schwer verletzte, dass er ausgewechselt werden musste. Sandro Wagner scheiterte zweimal bei seinen Versuchen, das 2:1 zu erzielen. Löw schien in der Kabine dann aber die richtigen Worte gefunden zu haben, denn aus der Pause kam eine völlig veränderte deutsche Mannschaft, die den Gegner schwindelig spielte. Die Tore von Wagner, Rüdiger, Goretzka und Can versöhnten das Publikum in Kaiserslautern für die magere erste Halbzeit, so dass am Ende der Rekord stand. Joachim Löw will die Leistungen der Mannschaft während der Qualifikation auf keinen Fall überbewerten und mahnt: „Man macht einen Fehler, wenn man diese Qualifikation jetzt als Maßstab setzt. Klar, es war gut, es war eine klare Leistung. Aber bei der WM kommen ganz andere Kaliber. Deswegen sollte man den Ball flach halten, es gibt noch viel zu tun. Ich will in einigen Monaten etwas ganz Großes erreichen. Es wird schwer genug, zweimal hintereinander Weltmeister zu werden.“ Stürmer Sandro Wagner sagte nach dem Spiel: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen, ob Rekord oder nicht. In der ersten Halbzeit waren wir noch unkonzentriert und nicht richtig im Spiel. In der zweiten haben wir dann schöne Tore gemacht. Ich wollte unbedingt ein Tor machen und der Mannschaft helfen. Schön, dass es geklappt hat.“