Mexiko bei der Fußball WM 2018

Die mexikanische Nationalmannschaft konnte sich erfolgreich für die Weltmeisterschaft 2018 qualifizieren. Eine echte Chance, den Titel zu holen, hat die Mannschaft allerdings eher nicht. Im eigenen Verband ist Mexiko eine große Nummer, bereits zehnmal konnte der Gold-Cup gewonnen werden. Doch gibt es in Nord- und Mittelamerika auch kaum ernst zu nehmende Konkurrenz. Daher ist das Abschneiden im Kontinentalverband selten mit einer Weltmeisterschaft zu vergleichen. Der größte, weltweite Erfolg ist wohl der Gewinn des Confed Cup im Jahr 1999. Wir haben uns den Weg der mexikanischen Nationalmannschaft zur WM nach Russland detaillierter angeschaut, werfen einen Blick auf den voraussichtlichen Kader und schauen uns die ersten Gruppengegner genauer an.

So lief für Mexiko die Zeit der WM-Qualifikationen

Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft umfasst im CONCACAF Verband insgesamt fünf Runden, allerdings steigen die höher bewerteten Mannschaften erst in der vierten Runde ein, so auch Mexiko. In der Gruppe A konnte sich die Mannschaft wie erwartet erfolgreich gegen Honduras, Kanada und El Salvador durchsetzen, gewann fünf der sechs Spiele und gab nur einmal bei einem Unentschieden Punkte ab. Am Ende betrug der Vorsprung vor Honduras satte acht Punkte. In der fünften Runde war Mexiko ähnlich dominant: Am Ende qualifizierte sich Mexiko mit einem Vorsprung von fünf Punkten vor Costa Rica und Panama für die Weltmeisterschaft in Russland. Mexiko konnte sich am letzten Spieltag sogar noch eine 2:3 Pleite gegen Honduras erlauben. Aber der Schein trügt, denn es gab durchaus auch herausfordernde und schwierige Spiele. So reichte es gegen die USA im Rückspiel nur für ein 1:1 und auch gegen Costa Rica ließ Mexiko beim 1:1 wertvolle Punkte liegen. Die Pleite gegen Honduras am letzten Spieltag hätte auch nicht mehr sein müssen, es war aber die erste und einzige Niederlage in der gesamten Qualifikationsphase.

Foto: Chicharito/Imago/Focus Images

Mexiko in der Gruppe F der Vorrunde bei der WM 2018

Mexiko hat sicherlich keine leichte Gruppe erwischt und könnte somit auch schon in der Vorrunde in Russland scheitern. Bei der Auslosung kamen folgende Gegner in die gleiche Gruppe:

  • Deutschland
  • Südkorea
  • Schweden

Ausgerechnet in der Gruppe des Weltmeisters müssen sich die Mexikaner beweisen. Und gleich das erste Spiel in der Gruppenphase ist gegen Deutschland. Die letzte Begegnung dürfte den Mexikanern noch gut in Erinnerung sein, denn es handelte sich um das Halbfinale des Confed Cup ins Russland, das Mexiko mit 1:4 glatt verlor. In einem Pflichtspiel konnte der amtierende Weltmeister bisher noch nie bezwungen werden, die bisher höchste Niederlage war ein 0:6 in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 1978. Vermeintlich leichter wird das zweite Gruppenspiel gegen Südkorea. Allerdings auch nur vermeintlich, denn in der bisherigen Geschichte dieses Duells sind die Asiaten meistens die bessere Mannschaft gewesen. Das letzte Pflichtspiel endete im Elfmeterschießen: Südkorea gewann das Viertelfinale des Gold Cup 2002 als Gastmannschaft. Die letzte Begegnung, ein Freundschaftsspiel im Januar 2014, konnte Mexiko mit 4:0 gewinnen. Das Spiel gegen den letzten Gruppengegner Schweden könnte für Mexiko das entscheidende Spiel sein. Der Bezwinger der italienischen Nationalmannschaft in der Qualifikation geht zwar als Außenseiter in das Turnier, dennoch konnte Mexiko gegen die Skandinavier bisher noch nie gewinnen. Zuletzt gab es eine 0:1 Niederlage bei einem Testspiel im Januar 2001. Das erste Gruppenspiel für Mexiko, gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland, wird am 17. Juni stattfinden. Die Partie gegen Südkorea steht am 23. Juni auf dem Plan und gegen Schweden geht es am 27. Juni.

Der Kader Mexikos: Die Schlüsselspieler

Die Mexikaner haben durchaus einige Spieler in ihren Reihen, die internationale Bekanntheit erlangt haben und daher auch als Schlüsselspieler ihrer Nation gelten können. Der auch hierzulande bekannteste Spieler ist sicherlich Chicharito, der einige Zeit in Leverkusen spielte und inzwischen bei West Ham United in der englischen Premier League unter Vertrag steht. Ebenfalls kein Unbekannter ist Hirving Lozano, Linksaußen bei PSV Eindhoven. Der FC Porto hat gleich vier bekanntere mexikanische Gesichter unter Vertrag: Héctor Herrera, Jesus Corona und die Abwehrspieler Miguel Layun und Diego Reyes. Chancen auf einen Platz im WM Kader haben auch die beiden bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag stehenden Marco Fabián und Carlos Salcedo. Nicht unerwähnt bleiben sollte Mittelstürmer Raúl Jiménez, der 26-jährige spielt bei Benfica Lissabon und hat auch in Spanien, bei Atlético Madrid, Erfahrungen sammeln können. Der Rechtsfuß stand für die Nationalmannschaft bereits 61-mal auf dem Platz und erzielte insgesamt 13 Tore für Mexiko. Einen auch nur annähernd Weltklasse-Niveau erreichenden Torhüter können die Mexikaner indes nicht aufbieten. Guillermo Ochoa von Standard Lüttich dürfte für Trainer Juan Carlos Osorio die erste Wahl sein, wenn es drauf ankommt. Als Nummer zwei steht der 30-jährige Rodolfo Cota von Deportivo Guadalajara hoch im Kurs, als dritte Kraft könnte eventuell Jonathan Orozco von Santos Laguna mit nach Russland reisen. Von den jüngeren Spielern wird der Trainer wohl Orbelin Pineda und Rodolfo Pizarro von Guadalajara mitnehmen, auch der 22-jährige Erick Gutierezz von CF Pachuca wäre ein Kandidat für den WM-Kader.

Die Quoten für einen eventuellen Titelgewinn

Was die Chancen auf den Weltmeistertitel angeht – da sieht es für Mexiko ziemlich mies aus. Die Quoten stehen bei 888sport derzeit bei 91,00. Das bedeutet, der Buchmacher schätzt die Chancen für die Mexikaner noch schlechter ein als für Dänemark oder Polen. Für das erste Gruppenspiel gegen Deutschland stehen die Siegchancen bei 6,25 und für das zweite, gegen Südkorea, immerhin bei 1,94. Das Mexiko gegen Schweden gewinnen wird, sieht der Buchmacher 888sport derzeit mit einer Quote von 2,33 – das Weiterkommen ins Achtelfinale hängt also vermutlich von diesem letzten Gruppenspiel ab.

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