Kolumbien bei der Fußball WM 2018

Die kolumbianische Fußball Nationalmannschaft ist ein seltener Gast bei Weltmeisterschaften. Und wenn es die Mannschaft mal geschafft hat, sich für ein Turnier zu qualifizieren, war dies selten mit einer grandiosen Leistung verbunden. Die erste Weltmeisterschaft, an der Kolumbien teilnahm, war in Chile 1962. Hier scheiterte die Mannschaft allerdings schon in der Vorrunde. Dann war lange Zeit nichts – erst 1990 gab es wieder eine kolumbianische Mannschaft bei einer WM. In Italien gelang der Einzug ins Achtelfinale, dort war dann aber gegen Kamerun Schluss. Vier Jahre später wurde es tragisch: In der Vorrunde schied die Mannschaft als Gruppenletzter aus. Andrés Escobar, der gegen die USA ein Eigentor erzielte, wurde kurz danach vor einer Bar in Medellin erschossen. Vier Jahre später beim Turnier in Frankreich reichte es wieder nur für die Vorrunde. Die nächsten drei Turniere setzte Kolumbien dann mal wieder aus, ehe es 2014 in Brasilien zur Sache ging. Die Mannschaft schaffte es die Mannschaft bis ins Viertelfinale – nach drei Siegen in der Vorrunde und einem 2:0 Erfolg im Achtelfinale gegen Uruguay. Gegen Brasilien war dann aber Feierabend. Bei dem entscheidenden Spiel im Viertelfinale gab es die folgenschwere Verletzung von Neymar, der dann im Halbfinale gegen Deutschland fehlte. Das Ergebnis ist bekannt, Brasilien verlor 1:7.

Foto: James Rodriguez/Weltmeister.de

So lief für Kolumbien die Zeit der WM-Qualifikationen

Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft wird in Südamerika im Ligasystem ausgetragen: Alle zehn Mannschaften des Verbandes stehen sich jeweils in einem Hin- und in einem Rückspiel gegenüber. Kolumbien startete mit einem 2:0 gegen Peru, doch schon die zweite Partie ging mit 0:3 gegen Uruguay verloren. Das 1:1 gegen Chile und das 0:1 gegen Argentinien warf die Mannschaft weiter zurück. Es folgten drei Siege in Folge und die Hoffnungen auf eine Qualifikation konnten wieder zum Leben erweckt werden. Kolumbien machte es vor allem im vergangenen Jahr sehr spannend. Nach einem 2:0 Erfolg gegen Ecuador gelang dem Team nichts mehr. Es gab noch drei Unentschieden und eine Niederlage, trotzdem reichte es ganz knapp für die direkte Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Russland.

Kolumbien in der Gruppe H der Vorrunde bei der WM 2018

Kolumbien könnte es durchaus bis ins Achtelfinale schaffen, die Mannschaft hatte bei der Auslosung der Gruppen für die Vorrunde der Weltmeisterschaft in Russland Glück und bekommt es in der Gruppe H mit durchaus lösbaren Aufgaben zu tun:

  • Polen
  • Japan
  • Senegal

Als erstes muss die kolumbianische Nationalmannschaft also gegen Japan ran. Es hat bisher drei Duelle der beiden Nationalmannschaften gegeneinander gegeben. Im Jahr 2003 standen sich die beiden Mannschaften im Rahmen des Confederations Cup in Frankreich gegenüber, Kolumbien konnte mit 1:0 gewinnen. Das zweite Duell gab es vier Jahre später im Rahmen eines Freundschaftsspiels, das mit einem torlosen Remis zu Ende ging. Und schließlich standen sich die beiden Teams vor vier Jahren während der Gruppenphase der Weltmeisterschaft in Brasilien gegenüber, Kolumbien konnte klar mit 4:1 gewinnen. Das zweite Spiel bei der WM in Russland wird gegen Polen stattfinden. Erst einmal standen sich beide Mannschaften bisher gegenüber, das war im Juni 2006. Bei diesem Freundschaftsspiel siegten die Kolumbianer mit 2:1. Im dritten und letzten Gruppenspiel geht es gegen die Mannschaft aus dem Senegal. Auch dieses Duell hat es bisher erst einmal gegeben: Am 31. Mai 2014 trennten sich die beiden Mannschaften nach einem Freundschaftsspiel mit einem 2:2. Das erste Gruppenspiel Kolumbiens gegen Japan wird am 19. Juni stattfinden, gefolgt von dem Spiel gegen Polen am 24. Juni. Als letztes muss die Mannschaft am 28. Juni gegen den Senegal antreten.

Foto: David Ospina/Imago/Colorsport

Der Kader Kolumbiens: Viele Spiele, die in Europa ihr Geld verdienen

Der, vor allem in Deutschland und Spanien, bekannteste Spieler in der kolumbianischen Nationalmannschaft, ist James Rodriguez. Der 26-jährige Mittelfeldspieler stand bis 2017 bei Real Madrid unter Vertrag, wurde 2013 für eine Ablöse von 75 Millionen Euro von der AS Monaco geholt. Momentan ist er an den FC Bayern München verliehen, noch bis Juni 2019. Er konnte er in der laufenden Saison bereits vier Treffer für den Rekordmeister erzielen und sechs weitere vorbereiten. In der Innenverteidigung wird Davinson Sánchez zum Einsatz kommen. Der 21-jährige gilt als großes Talent und spielt momentan in der Premier League bei Tottenham Hotspur. Die drei Offensivspieler Juan Cuadrado (Juventus Turin), Falcao (AS Monaco), Duaván Zapata (Sampdoria Genua) und Luis Muriel (FC Sevilla) sind in Europa ebenfalls keine Unbekannten mehr. Aus der Bundesliga ist Jhon Córdoba ein Begriff: Der 24-jährige sollte beim 1. FC Köln für die Tore sorgen, nachdem Anthony Modeste dem Ruf des Geldes nach China gefolgt ist. Allerdings konnte er den Erwartungen noch nicht gerecht werden. Im Tor wird sicherlich der erfahrene David Ospina stehen. Ospina steht beim FC Arsenal unter Vertrag, ist dort hinter Petr Cech aber meist nur zweite Wahl. Einen besseren haben die Kolumbianer jedoch nicht zu bieten. Der Trainer der kolumbianischen Mannschaft ist der Argentinier José Néstor Pékerman. Der 68-jährige übt dieses Amt bereits seit Januar 2012 aus, zuvor war er Trainer in der mexikanischen Liga sowie zwischen 2004 und 2006 auch Coach der argentinischen Nationalmannschaft.

Die Quoten für einen eventuellen Titelgewinn

Beim Sportwettenanbieter Expekt gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten, auf die WM 2018 zu setzen. Kolumbien steht hier, was die Liste der Favoriten angeht, auf Rang zehn mit einer Quote von 35,00 – das ist der gleiche Wert, den Uruguay auch vorzuweisen hat. Expekt hält es für wahrscheinlicher, dass Kolumbien Weltmeister wird, als die Schweiz oder Dänemark. Dass die Mannschaft es bis ins Achtelfinale schafft, ist laut Expekt schon so gut wie erledigt, denn die Quote für den Gruppensieg in der Gruppe H liegt bei 2,35 und damit vor Polen, Senegal und Japan.