Klage gegen die FIFA und die Fußball Weltmeisterschaft 2022 abgewiesen

Beim Handelsgericht in Zürich war eine Klage eingegangen, die sich mit den miesen Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer in Katar beschäftige. Doch das Gericht lehnte die Bearbeitung dieser Klage nun ab.

Ablehnung wegen formaler Gründe

Es waren unter anderen die niederländische Gewerkschaft FNV, die bangladeschische Gewerkschaftsunion BFTUC sowie ein Arbeitnehmer aus Bangladesch, die Klage wegen der schlechten Arbeitsbedingungen von Gastarbeitern eingereicht hatten. Katar baut mithilfe dieser Gastarbeiter an den Stadien für die Weltmeisterschaft 2022. Doch das Handelsgericht ist zu dem Schluss gekommen, dass die Klage aus formellen Gründen unzulässig sei. Daher werde sich das Gericht gar nicht erst mit der Frage befassen, ob der Arbeiter aus Bangladesch in Katar „Sklavenarbeit“ verrichten müsse, wie in der Klage formuliert worden war. Die Gewerkschaften könnten jedoch in Berufung gehen, so das Gericht.

Die Proteste werden lauter

Natürlich nahm die FIFA diese Entscheidung wohlwollend zur Kenntnis: „Die FIFA nimmt die Problematik der Arbeitsbedingungen und der Menschenrechte im Zusammenhang mit der WM 2022 in Katar sehr ernst. Die FIFA verfolgt die Lage sehr genau und wird die katarischen Behörden weiterhin dazu anhalten, den Arbeitern sichere und menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu garantieren.“ Von diesen Bemühungen ist allerdings nach wie vor nichts zu sehen. Immer wieder wird von menschenunwürdigen Verhältnissen auf den Baustellen berichtet. Den Arbeitnehmern werden die Pässe abgenommen, so dass sie nicht wieder zurück in ihre Heimat können, die Unterkünfte sind ebenfalls nicht menschenwürdig. Auch würden die Arbeiter teilweise sehr schlecht behandelt, hätten unmenschliche Arbeitszeiten und Misshandlungen seien an der Tagesordnung, wie Amnesty International berichtet. Der Internationale Gewerkschaftsbund rechnet vor, dass auf Grundlage von Zahlen der indischen und nepalesischen Regierung bis zum Anpfiff des ersten Spiels der WM 2022 etwa 4000 Gastarbeiter um Leben gekommen sein werden. Amnesty International fordert bereits seit langem: „Der Weltverband kann der Not der Arbeiter gegenüber nicht so schändlich ambivalent bleiben.“ Denn: „Die Verantwortung des Weltverbandes geht über die Entwicklung des Fußballs hinaus und muss eine klare Botschaft senden, dass die Austragung von Großereignissen an die Einhaltung substanzieller Menschenrechte gebunden ist.“

Foto: Shutterstock.com/Bildnummer:535403050/Urheberrecht: Wetzkaz Graphics

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