Iran bei der Fußball WM 2018

Die islamische Republik Iran hat eine ziemlich erfolgreiche, regionale Geschichte im Fußball vorzuweisen. Immerhin dreimal konnte sich die Nationalmannschaft die Asienmeisterschaft sichern, 1968, 1972 und 1976. Auch bei vergangenen Weltmeisterschaften konnte sich der Iran einige Teilnahmen sichern, kam aber 1978, 1998, 2006 und 2014 jeweils nicht über die Vorrunde hinaus. Auch für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland gelang eine überragende Qualifikation in Asien, ohne eine einzige Niederlage, dennoch geht die Mannschaft in Russland als krasser Außenseiter an den Start. Das liegt vor allem daran, dass in Asien der Fußball nicht unbedingt zu den Sportarten Nummer 1 gehört und selbst im Profibereich, um Vergleich zu Europa, eher auf Amateurniveau gekickt wird. Das sollte allerdings keinesfalls darüber hinwegtäuschen, dass das Team von Trainer Carlos Queiroz durchaus Chancen hat, die Vorrunde zu überstehen. Wir haben uns im Vorfeld der WM mit der Qualifikation, den kommenden Gruppengegnern sowie den Chancen bei den Wettanbietern auseinandergesetzt.

So lief für den Iran die Zeit der WM-Qualifikationen

Anders als bei den meisten Nationalteams aus Europa musste der Iran wesentlich öfter in der WM-Qualifikation ran. Insgesamt 18 Partien seit Juni 2015 standen für die Iraner auf dem Programm, bedingt durch den mehrphasigen Modus bei dieser Vorauswahl. Denn letztendlich können sich auf dem großen Kontinent nur fünf Mannschaften für die Endrunde qualifizieren. In der ersten Runde dominierte der Iran die Gruppe D mit Gegner wie Oman, Turkmenistan, Guam und Indien, gewann insgesamt sechs von acht Spielen. In der letzten und entscheidenden Phase setzte sich der Iran mit sechs Siegen aus zehn Spielen an die Spitze der Gruppe A noch für Südkorea und der Überraschungsmannschaft aus dem Bürgerkriegsland Syrien und konnte damit das direkte WM-Ticket sichern. Es gab für die Nationalmannschaft während dieser Qualifikation keine einzige Niederlage und auch bei den letzten Testspielen, ob gegen Russland, Togo, Panama oder Venezuela musste die Mannschaft keine Pleite verkraften. Getestet wird vor der WM noch gegen Peru, Algerien, Usbekistan und die Türkei.

Foto: Iran/Imago/Aleksandar Djorovic

Iran in der Gruppe B der Vorrunde bei der WM 2018

Der Iran hatte bei der Auslosung der Gruppenphase nicht so viel Glück, denn zwei europäische Spitzenmannschaften haben ebenfalls den Weg in die Gruppe B gefunden, so dass die Chancen auf das Erreichen des Achtelfinales schon jetzt als eher gering eingestuft werden können. Aber Turnier ist Turnier, ohne Überraschungen wir die WM auch in Russland nicht zu Ende gehen. Hier die Gegner in der Gruppe B:

  • Spanien
  • Portugal
  • Marokko

Das erste Gruppenspiel wird wohl das leichteste: Es geht gegen Marokko. Es wird das erste Aufeinandertreffen dieser beiden Nationalteams sein, noch nie standen sich Iran und Marokko bei einem Fußballländerspiel gegenüber. Auch die Trainer, Hervé Renard für Marokko und Carlos Queiroz für den Iran, kennen sich, zumindest aus sportlicher Sicht, nicht. Das zweite Spiel findet gegen Ex-Welt- und Europameister Spanien statt. Auch hier betreten beide Mannschaften sportliches Neuland. Carlos Queiroz allerdings hat bereits Erfahrungen mit Spanien machen können: Als Nationaltrainer Portugals trat er zwischen 1992 und 2010 zweimal gegen Spanien an, gewinnen konnte er allerdings keine der Partien. Das letzte Spiel in der Gruppenphase und eventuell auch des gesamten Turniers führt den Iran dann gegen den amtierenden Europameister Portugal. Hier stehen sich mit Queiroz und Fernando Santos zwei Landsleute gegenüber. Der Iran kommt im Laufe seiner Geschichte auf zwei Spiele gegen Portugal, beide gingen verloren. Das erste Spiel gegen Marokko wird am 15. Juni stattfinden. Gegen Spanien geht es dann am 20. Juni und gegen Portugal am 25. Juni.

Der Kader des Iran: Kaum Spieler, die in der Heimat unter Vertrag stehen

Der Kader der iranischen Nationalmannschaft ist gespickt mit Spielern, die im Ausland ihr Geld verdienen. Als wichtigster Akteur gilt Mittelstürmer Sardar Azmoun, der in Russland bei Rubin Kazan unter Vertrag steht. Seit Sommer 2017 steht er dort auf dem Feld, kommt auf insgesamt 19 Einsätze in der russischen Liga – erzielte jedoch erst einen Treffer. Für den Iran kann er eine bessere Bilanz vorweisen: 22 Treffer in 28 Spielen ist eine sehenswerte Quote. An seiner Seite wird Alireza Jahanbakhsh spielen. Der 24-jährige Rechtsaußen spielt in den Niederlanden bei AZ Alkmaar. Dort hat er sich in den vergangenen zwei Jahren zu einer Stammkraft entwickelt und kommt in der laufenden Saison nach 17 Spielen auf sieben Treffer und neun Vorlagen. Die Defensive wird von Milad Mohammadi zusammengehalten. Der 24-jährige spielt bei Akhmat Grozny in der russischen ersten Liga. Richtig gute Torhüter sind im Iran selten, der beste Mann ist wohl der 25-jährige Alireza Beiranvand, der das Tor des Persepolis FC in der iranischen Persian Gulf Pro League hütet. Er absolvierte bisher 16 Länderspiele für den Iran. Insgesamt kann gesagt werden, dass der Iran mit diesem Kader wohl in der Vorrunde gegen Spanien und Portugal nur wenig Chancen auf das Erreichen des Achtelfinales haben dürfte.

Die Quoten für einen eventuellen Titelgewinn

In diesem Rahmen eine Quote für den WM-Titel des Iran zu präsentieren macht angesichts der schlechten Voraussetzungen nur wenig Sinn. Denn durch die Gruppengegner Spanien und Portugal steht eigentlich schon fest, dass das Achtelfinale nicht erreicht werden kann. Wer an Fußballwunder glaubt, kann mit einer Quote im dreistelligen Bereich vor dem Komma rechnen. Bei Tipbet kann darauf gewettet werden, wann eine Mannschaft aus dem Turnier ausscheiden wird, und auch hier sehen wir deutlich die Chancen der iranischen Nationalmannschaft: Mit einer Quote von 1,07 kann gewettet werden, dass der Iran bereits in der Vorrunde ausscheiden wird. Dass es das Team unter die letzten 16 Mannschaften schaffen wird, steht bei 3,95. Aber: Das der Iran die Mannschaft mit den wenigsten Toren wird, glaubt auch Tipbet nicht. In dieser Kategorie steht das Team mit einer Quote von 11,7 an fünfter Stelle.

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