IOC Urteil zu Russland: Die Fifa schweigt

Witali Mutko, Russlands ehemaliger Sportminister und jetziger Vize-Ministerpräsident, hat laut dem Urteil des IOC, die „administrative“ Schuld am Doping-Skandal. Er sei verantwortlich für das staatlich verordnete Doping russischer Sportler in den Jahren zwischen 2011 und 2015. Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, wird deutlich: „Wer so gravierend gegen die Werte des Sports verstößt, der hat im Grunde in einer führenden Position auch in anderen Bereichen des Sports nichts mehr zu suchen.“ Das Problem dabei: Mutko ist gleichzeitig Chef des Organisationskomitees für die Fußball Weltmeisterschaft und des russischen Fußballverbandes.

Foto: Witali Mutko/Imago/ITAR-TASS

Mutko wird seinen Posten nicht räumen

Allerdings hielt sich die Fifa sehr zurück, was die Bewertung der IOC Entscheidung angeht: „Die Fifa hat die Entscheidung des IOC bezüglich der Teilnahme russischer Athleten an den kommenden Olympischen Winterspielen zur Kenntnis genommen.“ Die Entscheidung habe aber „keinen Einfluss auf die Vorbereitungen“ der WM-Endrunde, „da wir weiterhin daran arbeiten, die bestmögliche Veranstaltung zu liefern“. Auch Mutko selbst wird keine Konsequenzen ziehen. Er sagte nach dem Urteil des IOC nur „Ich habe dazu meine eigenen Gedanken“, schloss einen Rücktritt aus und meinte noch, dass die Probleme der gesperrten Sportler wichtiger seien, als seine eigenen.

Fifa hüllt sich in Schweigen, UEFA handelt ebenfalls nicht

Der Chef des Fußballverbandes Fifa, Gianni Infantino, sagte noch überhaupt nichts. Nur vor dem Urteil sagte er: „Wir müssen die Ergebnisse abwarten, sollten vorsichtig mit Vorverurteilung sein. Wir dürfen nicht alles schwarzmalen, was aus dem Osten kommt, und sagen: Bei uns gibt es keine Korruption, kein Doping.“ Auch der europäische Fußballverband sieht sich nicht genötigt, vorschnell irgendwelche Konsequenzen zu ziehen.

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