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Gruppe B der Weltmeisterschaft 2018 mit der Partie Portugal und Marokko

Die Gruppenphase geht in ihren zweiten Spieltag, auch Gruppe B ist mit dieser Paarung Portugal – Marokko dann soweit. Zum Auftakt der Gruppe B wird es bereits das Duell der großen Favoriten in dieser Gruppe gegeben haben. Europameister Portugal gegen Ex-Weltmeister Spanien. Für die meisten Experten ist klar, dass sich in diesem vorigen Duell schon die Frage nach dem Gruppensieg entschieden haben wird. Und eigentlich müsste dann auch Portugal als Weiterkommender ziemlich wahrscheinlich sein, selbst wenn man das Auftaktspiel gegen Spanien verloren haben sollte. Doch da hat man die Rechnung möglicherweise ohne die Realität gemacht.

Zwar ist Portugal Europameister, spielte aber bei der EM 2016 teilweise einen völlig uninspirierten und harmlosen Fußball, kam nur mit sehr viel Spielglück überhaupt ins Finale. Auch in der Qualifikation für diese Weltmeisterschaft bekleckerte sich das Team um den Superstar Cristiano Ronaldo nur selten mit Ruhm.

Da könnte also etwas möglich sein für eines der besten Teams aus Afrika, für den Gegner Marokko. Zumal dann, wenn Portugal aufgrund einer Niederlage gegen Spanien schon unter Druck stehen sollte, das Spiel gegen Marokko gewinnen zu müssen. Echte Topspieler haben die Nordafrikaner zwar zurzeit nicht in ihren Reihen. Nimmt man aber Cristiano Ronaldo wirksam aus dem Spiel, was zugegebenermaßen nicht einfach ist, könnte man gegen ein ansonsten nicht wirklich überdurchschnittliches Team von Portugal durchaus eine Chance auf Punkte haben.

Wie es schließlich laufen wird, dürfte da sicher auch den neutralen Fußballfan bei dieser WM interessieren, wenn die Partie am 20.06.2018 im Olympiastadion Luschniki in Moskau angepfiffen werden wird.

Portugal gegen Marokko am 20.06.2018 bei der Weltmeisterschaft 2018

Tabelle der Gruppe B vor Beginn der WM 2018:

  • Portugal
  • Spanien
  • Marokko
  • Iran

Spiel: Portugal gegen Marokko
Gruppe: B
Spieltag: 2.
Datum: 20.06.2018
Uhrzeit: 14:00 Uhr deutscher Zeit (15:00 russischer Zeit)
Spielort: Moskau, Olympiastadion Luschniki
Schiedsrichter:
Schiedsrichterassistenten:

Trotz der großen geographischen Nähe zueinander fanden überhaupt erst 2 Duelle der beiden Teams gegeneinander statt. Das liegt neben der relativ späten Unabhängigkeit Marokkos – das Land ist erst seit 1960 Mitglied der FIFA – vor allem daran, dass die beiden Länder unterschiedlichen Kontinentalverbänden angehören. Ein Aufeinandertreffen in der Qualifikation für ein großes Turnier ist somit nicht möglich. Und da Marokko erst viermal für eine WM-Endrunde qualifiziert war, traf man auch erst einmal im Rahmen einer WM aufeinander. Bei der Weltmeisterschaft 2018 wird es das zweite WM-Duell geben.

1986 begegnete man sich in der Vorrunde der WM in Mexiko. Damals schaffte Marokko sogar die Überraschung, gewann nicht nur gegen Portugal mit 3:1, sondern auch gleich die gesamte Gruppe F vor England (!), Polen und dem als Letzter ausscheidenden Portugal. Damals erreicht Marokko das erste und einzige Mal somit das Achtelfinale bei einer WM, welches durch ein sehr spätes (88. Minute) Freistoßtor von Lothar Matthäus zugunsten des Gegners Deutschland entschieden wurde.

Das andere direkte Duell zwischen Marokko und Portugal fand zwar auch im Rahmen eines großen Turniers statt, allerdings eines, das im Fußball nicht so ganz ernst genommen wird. Es war bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen, wo Portugal mit 2:1 siegreich blieb. Bei Olympia treten allerdings nur noch leicht verstärkte U23-Mannschaften an, weshalb man diesen Vergleich besser aus der Betrachtung nehmen sollte.

Foto: Portugal Nationalmannschaft/Imago/Pro Shots

Portugal: Oft zu träge und mit zu wenig Durchschlagskraft

Portugal ist eigentlich ein typisches Viertelfinal-Team bei großen Turnieren. Ausnahmen wie die Finalteilnahme bei der EM im eigenen Land 2004 oder auch mal ein einzelnes Halbfinale bestätigen da nur die Regel. Stets von ziemlich virtuosen Ballkünstlern in der Offensive und durchaus kompromisslosen Verteidigern in der Defensive geprägt, auch an guten Torhütern mangelt es Portugal nicht. So lautete jedenfalls das allgemeine Klischee, bis Portugal trotz Cristiano Ronaldo ziemlich überraschend die EM 2016 gewannen. Als solcher reisen sie auch zur Weltmeisterschaft 2018 und natürlich will ein Ehrgeizling wie Cristiano Ronaldo dort erneut ziemlich viel erreichen. Doch das Team Portugals hatte viel Glück bei der EM 2016, in der Vorrunde gewann man kein Spiel – nicht mal gegen Island – in den Playoffs gewann man nur ein Spiel nach 90 Minuten, schleppte sich ansonsten mit sehr zähem Auftreten von Verlängerung zu Elfmeterschießen.

Deshalb ist es wohl korrekt, wenn Experten Portugal nicht mal in dieser Vorrundengruppe B der Weltmeisterschaft 2018 als Favoriten sehen. Denn der ihnen zugeloste Nachbar Spanien dürfte aktuell deutlich stärker sein. Zwar verfügt man in Portugal mit Spielern wie Andre Gomes (FC Barcelona), Joao Moutinho (AS Monaco) oder auch den Dortmunder Raphael Guerreiro über weitere Spieler von internationaler Qualität. Was dem Team von Trainer Fernando Santos aber abgeht, ist eine Spielidee jenseits derer, alles in der Offensive in die Hände bzw. Füße von Cristiano Ronaldo zu legen.

Zwar kam man nach der Auftaktpleite in der Schweiz in der WM-Qualifikation zu 9 Siegen in Folge, damit zum Gruppensieg und der direkten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Dies war abgesehen von der Schweiz angesichts von Gegnern wie Lettland, Andorra und den Färöer aber auch keine besondere Kunst. Vor der Schweiz landeten die Portugiesen schließlich nur aufgrund der mehr erzielten Tore. Und in den Tests im Frühjahr 2018 gab es am Ende eine krachende 0:3-Heimniederlage gegen die nicht mal qualifizierten Niederlande.

Marokko: Team mit Betondefensive fehlen die echten Starspieler

Immer wieder mal brachte der Fußball in Marokko Spieler von internationalem Format hervor. Dass davon dem durchschnittlichen Fußballfan dennoch kein Name von Spielern aus Marokko hängen geblieben ist (Rekordtorschütze ist Salaheddine Bassir, Rekordspieler ist Abdelmajid Dolmy), liegt daran, dass es eben nie für höhere Weihen im internationalen oder auch nur europäischen Fußball reichte.

Das ist aktuell nicht großartig anders, auch wenn Talente wie Amine Harit vom FC Schalke 04 oder Achraf Hakimi von Real Madrid auf eine bessere Zukunft hoffen lassen: der einzige Spieler von echtem Weltformat ist der jüngst vom FC Bayern München zu Juventus Turin gewechselte Medhi Benatia, der folgerichtig auch Kapitän des Teams von Marokko ist.

Viele Teams bei der WM werden der Abwesenheit eines herausragenden Spielers mit mannschaftlicher Geschlossenheit begegnen. Das wird im Falle von Marokko auch nötig sein, um in einer Gruppe mit Portugal und Spanien nicht auszuscheiden, nicht zuletzt: in diesem Spiel gegen Portugal wenigstens nicht zu verlieren.

Trainer des Teams von Marokko ist mit Hervé Renard ein Franzose, der das Team seit 2016 betreut. Zuvor war Renard bereits Nationaltrainer von Sambia (2x) und Angola gewesen, kennt sich also mit afrikanischen Nationalteams aus. Wichtiger wäre aber, dass er sich mit dem modernen Fußball auskennt und hier den Unterschied machen kann. Das ist aber nicht unbedingt zu erwarten, zumindest nicht so erfolgreich, dass man Gruppe B überstehen wird.

In der Qualifiktion für die WM 2018 blieb man zwar ungeschlagen, erreichte aber auch nur 12 Punkte aus 6 Spielen. Andererseits kam hier das große Plus der Marokkaner zum Vorschein: Eine bombensichere Abwehr, zumindest gegen die anderen Teams aus dieser Gruppe Gabun, Mali und der Favorit Elfenbeinküste. Man kassierte in diesen 6 Spielen kein einziges Gegentor. Und andererseits spielte man gleich dreimal 0:0 und blieb ohne eigenes Tor. Welches Gesicht gegen Portugal zu sehen sein wird, wird man abwarten müssen.

Portugal gegen Marokko: Teamkader im Überblick

Sobald Portugal und Marokko ihre jeweiligen endgültigen Kader für die Fußball WM 2018 in Russland bekannt gegeben haben werden, werden diese an dieser Stelle veröffentlicht.

Portugal: Voraussichtliche Aufstellung

Voraussichtliche Aufstellung:

Ausfälle:

Marokko: Voraussichtliche Aufstellung

Voraussichtliche Aufstellung:

Ausfälle:

Die Wettquoten zum Spiel

Beste Quote auf Sieg Portugal:
Beste Quote auf Remis:
Beste Quote auf Sieg Marokko:

Foto: Marokko Nationalmannschaft/Imago/VI Images

Portugal gegen Marokko am 20.06.2018 live im TV & Livestreams

Wie alle Partien dieser Weltmeisterschaft 2018 im Fußball wird auch dieses Spiel Portugal – Marokko von den öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen. Um 14 Uhr ist diesmal die ARD live dabei, bzw. wird die Übertragung mit Vorberichterstattung natürlich bereits früher beginnen. Noch ist offen, wer der Fußball-Experte für die ARD im Moderatorenteam sein wird. Klar ist aber, dass die Analysen abgesehen von Interviews mit Spielern oder Trainern vor Ort nicht von Russland aus stattfinden wird. Die ARD wird sich mit dem ZDF das WM-Studio in Baden-Baden teilen. Ein Novum übrigens bei einer WM, seit das deutsche Fernsehen live von Weltmeisterschaften berichtet, dass das eigentliche WM-Studio nicht vor Ort ist. Das hat neben Kosten- auch politische Gründe, vor allem aber ist es frei von jeglichem technischen oder infrastrukturellen Risiko.

Die eigentlichen Kommentatoren der ARD werden allerdings schon im Stadion sitzen und auch die Atmosphäre atmen können. In diesem Fall ist das wie bereits erwähnt das Olympiastadion Luschniki in Moskau, das größte Stadion der gesamten WM, in dem am Ende des Turniers auch der neue (und vielleicht alte?) Weltmeister gekürt werden wird.

Positiv ist bei der Live-Übertragung dieses Spiels noch zu erwähnen, dass die ARD auch einen sehr seriösen Livestream zu diesen Spiel anbietet, wie schon seit einigen Turnieren üblich. Die Qualität dieser Livestreams ist hoch – und man erhält die Möglichkeit, nicht an den Fernseher gefesselt zu sein. Vielmehr kann man das Spiel auch auf mobile Weise verfolge, sei es auf seinem Smartphone, seinem Tablet oder auch nur an einem herkömmlichen Laptop. Die Qualität und die Stabilität der Livestreams der ARD von der WM ist hoch, sodass man auch nicht auf zweifelhafte Alternativen zurückgreifen muss, die oft nur schädliches im Schilde führen und zu Komplikationen auf dem heimischen Rechner führen können.

Fazit

Ein Duell zweier Quasi-Nachbarn – Entfernung knapp 220 km, nur getrennt durch den Atlantik – in einem weit entfernten Austragungsland eines solchen Turniers wie der Weltmeisterschaft 2018 hat immer einen besonderen Charakter. So auch die Partie Portugal gegen Marokko, die in Moskau stattfinden wird. Klarer Favorit sind wegen der größeren individuellen Stärke des Kaders die Spieler von Portugal. Doch Marokko hat sich nicht nur mit sehr starker Defensive in der WM-Qualifikation in Afrika durchgesetzt. Das Land hat auch schon so manchen Überraschungserfolg bei Weltmeisterschaften gefeiert. Was ohnehin für viele afrikanische Nationen gilt, auch wenn deren Stern eigentlich immer nur eine (Spieler-) Generation lang glühte.

Im konkreten Falle hat man mit Portugal einen Gegner vor der Brust, der durchaus anfällig ist, der sich so einiges an schwachen Spielen in den letzten Jahren geleistet hat und der in der Offensive immer noch stark, vielleicht zu stark, von Cristiano Ronaldo abhängt. Was nicht heißt, dass die anderen Offensivkräfte Portugals keine Tore schießen könnten – allein, sie tun es zu selten, wenn es drauf ankommt.

Was komisch klingen mag angesichts des Umstands, dass Portugal amtierender Europameister ist. Diese vermeintliche Qualität wird man in Russland aber nicht zeigen können und so könnte es hier durchaus zu einer kleineren Überraschung kommen im Spiel Portugal – Marokko.

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