Gehen Joachim Löw langsam die Alternativen aus? Stindl, Gnabry und Boateng vor WM-Aus

Die Titelverteidigung wird für die deutsche Nationalmannschaft immer schwerer: Nachdem sich bereits Jerome Boateng während des UEFA Champions League Spiels gegen Real Madrid verletzt hat und für ihn die Weltmeisterschaft mit dicken Fragezeichen versehen ist, sind nun auch Lars Stindl und Serge Gnabry von der Liste potentieller Kandidaten für einen Einsatz bei der Weltmeisterschaft verletzungsbedingt gestrichen worden. Nachrichten, die Bundestrainer Joachim Löw sicherlich nicht so gerne hört. Es sind nur noch zweieinhalb Wochen, bis Löw seinen vorläufigen WM-Kader bekanntgeben wird – Stindl, Gnabry und Boateng werden wohl nicht mit dabei sein.

Foto: Spieler Deutschland/Weltmeister.de

Stindl ist enttäuscht

Stindls Reaktion ist nicht besonders verwunderlich: „Sich zu diesem Zeitpunkt so schwer zu verletzen, ist sehr hart“, sagte er, es sei „sehr bitter, dass damit auch mein WM-Traum geplatzt ist“. Trainer Dieter Hecking sprach von einer „katastrophalen Diagnose“ für Stindl, der operiert werden muss: „Wir hoffen, dass er uns zu Saisonbeginn wieder zur Verfügung steht“, ergänzte Hecking im Boulevardblatt „Bild“. Der 29-jährige Stürmer gehörte fest in den Plan des Bundestrainers, seit dem Confed Cup 2017 ist er Stammspieler in der Mannschaft.

Boateng für die WM zumindest fraglich

Die Standpunkte, wie es mit Boateng weitergehen wird, driften auseinander: Laut Bayern Trainer Jupp Heynckes besteht „überhaupt keine Gefahr für die WM“, wogegen der Weltmeister selbst etwas dramatischer formuliert: „Jetzt heißt es kämpfen, um in Russland dabei zu sein.“ Von der Verletzung Stindls bekam Löw erst zeitverzögert etwas mit, denn er war beim 3:2 des SC Freiburg gegen den 1. FC Köln mit dabei, als sich Nils Petersen mit zwei Treffern für einen Platz im WM-Kader empfahl. Vor Mark Uth und Kevin Volland ist Petersen derzeit der beste Deutsche Torjäger in der Bundesliga (15 Treffer).

Ist die Nummer eins ein Problem?

Es gibt noch eine andere Baustelle für Löw: Die Position der Nummer eins. Zwar soll Neuer nach seinem Fußbruch unmittelbar vor einem Comeback stehen, doch diese Meldung steht schon seit einigen Wochen fest – im Tor war der Weltmeister bislang jedoch nicht zu sehen. Eine Alternative zu Neuer gibt es, zumindest laut Löw, nicht. Er rechnet fest damit, den Keeper des FC Bayern am 23. Mai mit ins Trainingslager nach Südtirol zu nehmen. „Aber natürlich muss er ein bisschen aufholen“, so der Bundestrainer. Und Oliver Kahn merkte an, dass genau das ein Problem werden könnte, „eine echte Herausforderung, weil die Zeit drängt.“ Eventuell kommt Neuer noch in einem der beiden letzten Bundesligaspiele der Bayern gegen Köln oder Stuttgart zum Zuge.

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