Fußball WM 2018 in Russland: Die Gruppe E im Detail

Die Auslosung der Gruppen bei der WM 2018 ging Anfang Dezember 2017 im Kreml über die Bühne. Dem Rekordweltmeister Brasilien hat diese Auslosung als Gruppenkopf der Gruppe E diese drei Gegner beschert: die Schweiz und Serbien aus Europa sowie Costa Rica aus dem CONCACAF. Natürlich gilt Brasilien in dieser Gruppe als haushoher Favorit, nicht zuletzt, weil man als Gruppensieger durch die Qualifikation in Südamerika marschierte. Von der Schmach des 1:7 gegen Deutschland scheint die Auswahl Brasiliens sich gut erholt zu haben. Was muss man über die aktuelle Selecao wissen, was über die übrigen Teilnehmer, die alle Chancen aufs Achtelfinale besitzen?

Gespielt wird in dieser Gruppe E gleich in sechs verschiedenen Städten, das sind im Einzelnen:

  • Samara
  • Rostow am Don
  • St. Petersburg
  • Kaliningrad
  • Moskau (Spartak-Stadion)
  • Nischni Nowgorod

Alles Wichtige zur Nationalmannschaft von Brasilien in Gruppe E

Wie schon erwähnt marschierte die Selecao problemlos durch die Qualifikation in Südamerika. Angesichts von Gegnern wie Argentinien, Chile oder Kolumbien war das nicht unbedingt zu erwarten gewesen, zumal da die letztlich fürchterlich verlaufene WM 2014 noch nachhallte. Doch Brasilien wurde Gruppensieger, qualifizierte sich schon sehr früh endgültig für das Turnier in Russland. Damit bleibt Brasilien das einzige Land, das an allen bisher ausgetragenen Weltmeisterschaften teilnahm. Allseits bekannt dürfte auch sein, dass Brasilien Rekordweltmeister ist. Auch diesmal zählt die Auswahl wieder zu den Favoriten.

Neuer Trainer ist Tite, der erst seit 2016 im Amt ist. Die Abwehr des Teams ist mit den Innenverteidigern Thiago Silva (33), David Luiz (30) und Miranda (33) zwar in Teilen schon recht alt, aber anders als bei jenem denkwürdigen 1:7 ziemlich stabil. Auf den Außen sind auch Danni Alves (34) oder Filipe Luis (32) nicht mehr die jüngsten, bringen aber ebenfalls enorme Qualität ins Team ein. Im Mittelfeld sollen Renato Augusto, Casemiro von Real Madrid oder Paulinho vom FC Barcelona jene Vorbereitungsarbeit leisten, die die Offensive dann in Tore ummünzen soll. In dieser durchaus nicht schwach besetzten Gruppe wäre dennoch alles andere als ein Gruppensieg der Brasilianer eine Enttäuschung bzw. Überraschung. Allerdings muss sich Brasilien auf interkontinentalem Niveau erst wieder beweisen. Dazu soll natürlich auch ein Sturm beitragen, der seinesgleichen bei dieser WM 2018 in Russland sucht. Der Superstar des Teams ist – natürlich – im Angriff zu finden. Der mit 222 Mio Euro teuerste Fußballer der Welt, Neymar, spielt hier an der Seite von Roberto Firmino (Ex-Hoffenheim, jetzt Liverpool), dazu Jesus (Manchester City) und Willian (FC Chelsea). Diese Offensive muss jeder Gegner bei dieser WM fürchten – auch die Deutschen, sollte es doch bereits zu einem Aufeinandertreffen im Achtelfinale kommen, falls eines der beiden Teams nicht Gruppenerster, sondern -zweiter würde. In jedem Fall zählt Brasilien zu den Titelfavoriten – und das völlig zu Recht.

Foto: Casemiro/Weltmeister.de

Alles Wichtige zur Nationalmannschaft der Schweiz in Gruppe E

2014 noch von Ottmar Hitzfeld betreut, heißt dessen Nachfolger Vladimir Petkovic, der die Schweiz auch schon zur EM 2016 führte. Nun gelang erneut die Qualifikation durch die Playoffs gegen Nordirland. In der Gruppe hatte man in den ersten 9 Spielen 9 Siege gefeiert, musste dann beim 0:2 in Portugal dem Europameister doch den Vortritt auf Rang 1 und zur direkten Qualifikation lassen.

Einerseits recht erfolgreich, diese Qualifikation, andererseits offenbarten nicht zuletzt die zwei Spiele gegen Nordirland (1:0 und 0:0), woran es bei der Schweiz hapert. Es fehlt die Durchschlagskraft in der Offensive. Insgesamt steht man zwar sehr sicher, kann aber selbst nur selten Torgefahr entwickeln. Die sichere Defensive gründet sich auf gleich drei Torhütern, die allesamt in der Bundesliga beschäftigt sind:

  • Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach)
  • Roman Bürki (Borussia Dortmund)
  • Marwin Hitz (FC Augsburg)

Im Mittelfeld ist Granit Xhaka, früher Gladbach, heute FC Arsenal, der Star, der allerdings auch immer wieder Schwächen an den Tag legt. Außerdem dabei Xherdan Shaqiri (Stoke City), Valentin Stocker (Hertha BSC) und Denis Zakaria (Borussia Mönchengladbach) sowie weitere Spieler gehobenerer Qualität. Im Sturm spielt der Ex-Frankfurter Haris Seferovic (Benfica), der zuletzt einen schweren Stand in der Schweizer Öffentlichkeit hatte. Das wird ihn in Russland allerdings kaum noch belasten. Daneben sind Breel Embolo (Schalke 04) und Josip Drmic (Borussia Mönchengladbach) jene Schweizer Spieler, die für Tore und somit für den anvisierten Rang 2 in dieser Gruppe E sorgen sollen.

Alles Wichtige zur Nationalmannschaft von Costa Rica in Gruppe E

Bei der WM 2014 schied man erst im Viertelfinale nach Elfmeterschießen gegen die Niederlande aus. Von diesem starken Team sind fast alle wichtigen Spieler auch bei der WM 2018 in Russland mit an Bord. Trainer Oscar Ramirez führte das Team in der Qualifikation auf Rang 2 hinter Mexiko, damit gelang die erneute direkte Qualifikation für die WM. Keylor Navas im Tor der Costaricaner spielt bei Real Madrid, ist ein anerkannter Topmann seines Fachs. In der Abwehr hat Ramirez die Qual der Wahl, viele gute Leute auf ähnlichem Niveau stehen ihm hier zur Verfügung. Bemerkenswert: 2014 kassierte man gegen Uruguay, England und Italien nur ein einziges Gegentor, im gesamten Turnier in fünf Spielen nur zwei. An Costa Rica könnten sich auch diesmal die Gegner die Zähne ausbeißen. Dass die Offensive nicht ganz so stark besetzt ist wie die Abwehr, bedeutet nicht, dass man nicht auch hier mit Bryan Ruiz, Joel Campbell oder Christian Bolanos gehobene Qualität besitzt, die auf diesem Niveau wird mithalten können.

Alles Wichtige zur Nationalmannschaft von Serbien in Gruppe E

Trainer Mladen Krstajic (Ex-Werder und -Schalke-Spieler) ist erst seit November 2017 Trainer in Serbien. In der Qualifikation gelang Rang 1, somit nimmt Serbien nach 2010 zum zweiten Mal an einer WM teil. Traditionell besitzen die Serben sowohl starke Dribbler als auch eine gnadenlose Abwehr. Allerdings fehlen die Spieler von überragender Qualität. Die meisten Spieler im Kader sind eher bei Clubs im Mittelmaß des europäischen Fußballs unter Vertrag. Die Ausnahme ist der Star des Teams, Nemanja Matic, der bei Manchester United im Mittelfeld die Fäden zieht. Wie die beiden anderen Teams neben Brasilien besitzt auch Serbien realistische Chancen auf Rang 2 und damit den Einzug ins Achtelfinale.

Die Spiele der Gruppe E bei der WM 2018 in Russland

Costa Rica

Brasilien

Brasilien

Serbien

Serbien

Schweiz

Sonntag, 17. Juni 2018, 14 Uhr Serbien
Sonntag, 17. Juni 2018, 20
Uhr
Schweiz
Freitag, 22. Juni 2018, 14
Uhr
Costa
Rica
Freitag, 22. Juni 2018, 20
Uhr
Schweiz
Mittwoch, 27. Juni 2018, 20
Uhr
Brasilien
Mittwoch, 27. Juni 2018, 20
Uhr
Costa
Rica
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