Frankreich bei der Fußball WM 2018

Die französische Nationalmannschaft gehört bei der Fußball Weltmeisterschaft in Russland ohne Frage zu den großen Titelfavoriten, neben Deutschland, Spanien und Brasilien. Die junge Mannschaft, die fast ausschließlich aus absoluten Superstars besteht, machte bereits während der Qualifikation mächtig Eindruck und wurde bei der Europameisterschaft 2016 im eigenen Land das Opfer des portugiesischen Minimalfußballs. Doch bis zum Turnierbeginn geht noch eine Menge Zeit ins Land, so dass sich die Mannschaft um Trainer Didier Deschamps auf die Gegebenheiten einstellen kann. In diesem Jahr es soll es also bitteschön der zweite WM-Titel sein, exakt 20 Jahre nach dem letzten Triumph 1998. Den letzten großen Titel gab es für Frankreich bei der Europameisterschaft 2002, der Verband, die Trainer und die Spieler wollen alles daransetzen, auch in Russland einen Pokal zu holen. Wir haben uns mit dem bisherigen Weg der Mannschaft zur WM, den zukünftigen Gruppengegnern und dem zu erwartenden Kader auseinandergesetzt.

So lief für Frankreich die Zeit der WM-Qualifikationen

Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft verlief insgesamt nicht ganz ohne Schwierigkeiten. Los ging es schon mal mit einem enttäuschenden, torlosen Remis gegen Weißrussland, das viele Fans mit fragenden Blicken zurückließ. Doch dann gab es vier Siege am Stück: Ein furioses 4:1 gegen Bulgarien, daraufhin ein 1:0 gegen die Niederlande, ein 2:1 gegen Schweden und ein mageres 3:1 gegen Luxemburg. Damit setzte sich die Mannschaft an die Spitze der Tabelle. Doch dann gab es einen Rückschlag: In Schweden verlor die Equipe Tricolore mit 1:2, das Tor von Olivier Giroud in der 37. Minute lieferte zwar die Führung, doch die Gastgeber holten sich die drei Punkte nach Toren von Jimmy Durmaz und Ola Toivonen. Plötzlich wurde es doch noch einmal eng, ein 4:0 gegen die Niederlande brachte zwar wieder wichtige Punkte, doch mit einem blamablen 0:0 gegen Luxemburg schien die Qualifikation schon wieder in Gefahr zu geraten. Schließlich blieb die Mannschaft aber souverän, sicherte durch ein 1:0 gegen Bulgarien und ein knappes 2:1 gegen Weißrussland die direkte Qualifikation vor Schweden den Niederlanden.

Foto: Raphael Varane/Weltmeister.de

Frankreich in der Gruppe C der Vorrunde bei der WM 2018

Für Frankreich sollten die Gegner in der Gruppe C, die bei der Auslosung im Kreml herauskamen, eigentlich kein sonderlich großes Problem darstellen:

  • Australien
  • Peru
  • Dänemark

Gegen den ersten Gruppengegner Australien hat es bisher drei Begegnungen gegeben, davon war nur eine ein Pflichtspiel. In der Gruppenphase des Confed Cup 2001 unterlag Frankreich allerdings mit 0:1. Zwölf Jahre später, beim Freundschaftsspiel im Oktober 2013, gab es einen 6:0 Kantersieg der Franzosen gegen die Australier. Als zweites muss Frankreich gegen Peru spielen. Hier gibt es kaum einen vernünftigen Vergleichswert: Das einzige Spiel, das es in der Vergangenheit gegeben hat, war ein Testspiel im April 1982, das mit einem 1:0 Sieg für Peru endete. Allerdings taugt das nicht als Vergleich für die heutige Zeit. Auf dem Papier sind die Peruaner um den argentinischen Trainer Ricardo Gareca hoffnungslos unterlegen und werden es ohnehin in der Gruppenphase in Russland richtig schwer haben. Als letztes steht Dänemark auf dem Spielplan. Hier hat es naturgemäß schon einige Duelle gegeben. Das letzte Pflichtspiel allerdings ist schon einige Jahre her. In der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2002 standen sich die beiden Mannschaften gegenüber, damals konnte Dänemark mit 2:0 gewinnen. Die drei nachfolgenden Freundschaftsspiele 2006 sowie zweimal im Jahr 2015, konnte Frankreich jeweils für sich entscheiden. Das erste Gruppenspiel gegen Australien wird am 16. Juni stattfinden, gegen Peru spielt Frankreich am 21. Juni und gegen Dänemark wurde der 26. Juni terminiert.

Der Kader Frankreichs: Die goldene Generation will den Titel

Auch, wenn er die letzten Male nicht mit dabei war, gilt Hugo Lloris von Tottenham Hotspur sicherlich als die Nummer eins im Tor der französischen Nationalmannschaft. Als Nummer zwei gilt Alphonse Areola von PSG als gesetzt. Bei der Nummer drei ist das letzte Wort noch nicht gesprochen: Sowohl Alban Lafont vom FC Tolouse als auch Benoit Costil vom FC Girondins Bordeaux stehen in der engeren Wahl. Auf allen anderen Positionen haben die Franzosen eine reichhaltige Auswahl an Spitzenspielern. Antoine Griezmann von Atlético Madrid ist der Top-Torjäger, doch auch Kylian Mbappé mit seinen gerade mal 19 Jahren macht beim FC Paris Saint-Germain einen ungemein guten Eindruck. Auf den Außenpositionen kommen natürlich Ousmane Dembélé vom FC Barcelona und Anthony Martial von Manchester United auf die Liste der besten Spieler der Nation, auch Kingsley Coman vom FC Bayern München könnte hier noch eine wichtige Rolle spielen. Auf der anderen Seite gilt Florian Thauvin von Olympique Marseille als aussichtsreicher Kandidat für den WM-Kader. Auch im Mittelfeld wird Deschamps die Qual der Wahl haben: Paul Pogba (Manchester United), N’Golo Kanté (FC Chelsea), Tiemoué Bakayoko (FC Chelsea), Corentin Tolisso (FC Bayern München) – sie alle gehören zu den Meistern ihres Fachs. In der Abwehr stehen Samuel Umtiti (FC Barcelona), Benjamin Mendy (Manchester City), Raphael Varane (Real Madrid) oder Djibril Sidibé (AS Monaco) zur Verfügung, neben anderen klangvollen Namen wie Aymeric Laporte (Athletic Bilbao), Layvin Kurzawa (PSG) oder Laurent Koscielny (FC Arsenal). Wir merken schon: Eine vollständige Aufzählung würde hier den Rahmen absolut sprengen. Didier Deschamps ist tatsächlich zu bedauern mit seinem Luxusproblem.

Die Quoten für einen eventuellen Titelgewinn

Auch, wenn bei Betfair den Quoten nach zu urteilen das Traumfinale Deutschland gegen Brasilien heißt, hat Frankreich natürlich alle Chancen, in das Endspiel zu kommen. Hinter dem Titelträger und dem Rekordweltmeister steht Frankreich an dritter Stelle, wenn es um die Quote für das Erreichen des Finales geht (3,75). Und auch, was den Titel selbst angeht, muss sich Frankreich mit dem dritten Platz begnügen: Hinter Deutschland (5,50) und Brasilien (6,0) stehen die Quoten bei Betfair für Frankreich bei 7,00 – gleichauf mit Spanien.

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