Finanzielles Desaster nach Karate-WM

Nach der Karate-WM, die im letzten Oktober in Linz ausgetragen wurde, ist das Minus noch höher als erwartet. Ursprünglich wurde von einem Defizit von 700.000 Euro ausgegangen, doch beim Krisengipfel am vergangenen Montag mit Vertretern von Bund und Land und mit den beiden Organisatoren der WM wird das Minus auf 800.000 Euro geschätzt.

Kredit und offene Rechnungen

Gerhard Rumetshofer, der OÖ-Landessportsekretär, sprach am Montag im Haus des Sports in Wien von einem Kredit von 400.000 Euro und offenen Rechnungen zwischen 350.000 und 395.000 Euro. Am Krisengipfel nahm auch Franz Schiefermair als Mitarbeiter von VP-Landesrat Michael Strugl teil, während von der Stadt Linz, die ebenfalls eingeladen war, niemand zum Krisengipfel erschien. SP-Sportstadträtin Karin Hörzing sagt, dass auf Beamten-Ebene ständig telefonischer Kontakt mit Wien bestand.

Subventionen für Karate-Event

Die Stadt Wien, Bund und Land haben das Karate-Event mit 400.000 Euro subventioniert, dabei erscheint einiges dubios, da ein riesiger finanzieller Scherbenhaufen zurückblieb:

  • Sponsoreneinnahmen von ca. 150.000 Euro
  • Ticketverkauf blieb um 200.000 Euro unter den Erwartungen
  • Transportkosten für Aktive und Betreuer stiegen von 16.000 Euro auf 160.000 Euro
  • Kosten für Caterer fielen um 250.000 Euro höher als budgetiert aus, da Vertrag eine Pönale enthielt

Rumetshofer spricht von den Hauptpunkten, bei denen zu prüfen ist, ob es sich um Verschulden des Veranstalters handelt. Nach dem Terroranschlag in Nizza ist die Nachfrage aus dem Ausland nach Tickets stark eingebrochen.

Viele Fragen offen

Angesichts des finanziellen Desasters aufgrund der Karate-WM sind noch viele Fragen offen. Die Veranstalter der WM, Ewald Roth und Hans W. Streicher, behaupteten auf dem Krisengipfel in Wien, dass von den 1.156 Aktiven und deren Betreuern nur für die Transfers zwischen Flughafen und Hotel extra bezahlt werden musste. Ein Mitarbeiter der WM sprach davon, dass das falsch war, da zusätzlich jede Fahrt vom Hotel in die Halle bezahlt werden musste und daher nebenbei viel eingenommen wurde. Rumetshofer will das prüfen.

Foto:shutterstockStockfoto-ID: 589504133

Scroll to Top