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Exotisches Duell bei der WM 2018 in Gruppe A: Uruguay gegen Saudi-Arabien 20.06.2018

Der Favorit in Gruppe A tritt zu seinem zweiten Spiel an. Uruguay muss trotz der Gastgeber-Rolle von Russland hier als erster Anwärter auf den Gruppensieg gesehen werden. Dies wird man wohl auch schon in der ersten Partie gegen Ägypten gesehen haben, woran sich diese Partie gegen Saudi-Arabien anschließt. Letztere hingegen hatten die Ehre, die WM 2018 im Spiel gegen Gastgeber Russland zu eröffnen, eine Partie die wohl vom weltweiten Publikumsinteresse nur noch vom Finale übertroffen worden sein wird. Läuft alles den erwarteten Gang, käme Saudi-Arabien erst im letzten Gruppenspiel gegen Ägypten zu einer realistischen Chance auf einen Sieg.

Doch ist es bekanntlich immer noch das Geheimnis der Magie des Fußballs, dass innerhalb von 90 Minuten auch bei einem solchen Duell zwischen Favorit und Underdog alles möglich ist. Hinzu kommt, dass Uruguay mit einigen echten Stars der großen Clubs auflaufen wird. Hier ist zumindest individuell gesehen ansehnlicher Fußball sicher, anders als vielleicht auf die Teamleistungen bezogen. Allerdings hat Uruguay auch in der Qualifikation einige sehr dominante Spiele gezeigt, zudem mit vielen Toren. Es spricht wenig dagegen, warum das nicht auch an diesem Mittwoch zu Beginn des 2. Spieltags der WM 2018 nicht wieder so sein könnte, weshalb ein genauerer Blick auf dieses Duell und die beiden Kontrahenten lohnt.

Uruguay gegen Saudi-Arabien am 20.06.2018 bei der WM 2018 in Russland

  • Russland
  • Saudi-Arabien
  • Ägypten
  • Uruguay

Spiel: Uruguay gegen Saudi-Arabien
Gruppe: B
Spieltag: 2.
Datum: 20.06.2018
Uhrzeit: 17:00 Uhr deutscher Zeit (18:00 russischer Zeit)
Spielort: Rostow am Don
Schiedsrichter:
Schiedsrichterassistenten:

Eine wirklich ungewöhnliche Paarung bietet der 2. Spieltag der Gruppe A mit Gastgeber Russland. Die Partie Uruguay – Saudi-Arabien gab es in der gesamten Historie des Weltfußballs erst einmal, ein unbedeutender Test im Jahr 2002. Jetzt aber geht es um wertvolle Punkte in dieser Vorrundengruppe der WM 2018, wertvoll, um sich fürs Achtelfinale zu qualifizieren und nicht schon nach der Gruppenphase auszuscheiden. Doch was darf man von Saudi-Arabien erwarten? Sie sind der in der Weltrangliste schwächste Teilnehmer der gesamten WM. Zudem ist fast der komplette Kader nur in der heimischen Liga in Saudi-Arabien beschäftigt.

Diese nur mit viel Wohlwollen als international zweitklassig angesehen werden kann, eher schon drittklassig. Die Spieler aus dem Kader des Favoriten Uruguay hingegen sind hauptsächlich in den Topligen Europas beschäftigt. Und doch ist auch das Team von Uruguay keine Übermannschaft, die zu den Topfavoriten bei diesem Turnier zählt. Als zweimaliger Weltmeister bringt man natürlich eine gewisse Tradition mit. Seit dem II. Weltkrieg gelang Uruguay aber maximal eine Halbfinalteilnahme. Dafür kann man sie durchaus als Kandidaten ansehen, weshalb alles andere als ein Sieg von Uruguay über Saudi-Arabien eine Überraschung wäre. Nichtsdestoweniger ist bei einer WM und gerade innerhalb von nur 90 Minuten natürlich alles möglich, weshalb das Einschalten auch bei Uruguay – Saudi-Arabien lohnen wird.

Bislang gab es erst ein einziges Aufeinandertreffen der beiden Teams. Dies fand in einem Testspiel im März 2002 statt. Etwas überraschend siegte damals Saudi-Arabien mit 3:2, weshalb die Bilanz positiv für die Saudis ist. Uruguay wird natürlich alles dafür tun, dass sich dies während der WM 2018 und speziell innerhalb dieser anstehenden 90 Minuten ändern wird.

Foto: Uruguay Nationalmannschaft/Imago/ZUMA press

Uruguay: Cavani kommt als Torschützenkönig

Ein Spiel aus der Profiliga in Uruguay haben wohl selbst die härtesten Fußballfans noch nie live verfolgt. Dafür kennt man hierzulande aber fast den gesamten, relevanten Teil des Kaders, mit dem Uruguay bei der WM 2018 antreten wird. Die Erklärung dafür ist natürlich, dass ein Großteil der voraussichtlichen Mitglieder des WM-Kaders bei den Spitzenclubs in Europa, allen voran Spanien unter Vertrag steht. Hinzu kommt ein ebenfalls großes Kontingent an Italien tätiger Spieler, wohin Uruguay aufgrund seiner Historie ohnehin eine besondere Verbindung besitzt. Man muss nur einige wenige Namen nennen und erhält sofort einen Eindruck davon, welcher geballten Klasse im Fußball die Spieler von Saudi-Arabien gegenüberstehen werden:

  • Diego Godin (Atletico Madrid)
  • Maxi Pereira (FC Porto)
  • Edinson Cavani (Paris St. Germain)
  • Luis Suarez (FC Barcelona)
  • Jose Maria Gimenez (Atletico Madrid)

Dazu kommt in Trainer Oscar Tabaréz ein Trainer, der ebenso lange wie Jogi Löw bereits Nationaltrainer seines Landes ist: seit 2006. Offenbar ist man mit seiner Arbeit zufrieden, denn er fährt mit seinem Team bekanntlich wieder einmal zur WM.

Bekanntlich war die Qualifikation in Südamerika für die WM 2018 diesmal äußerst eng. Eng ist sie dort ohnehin immer, aber diesmal war selbst am letzten Spieltag für viele Teams noch alles möglich – von der direkten Qualifikation bis zum kompletten Ausscheiden. Uruguay hatte hingegen als eines der wenigen Länder seine Qualifikation ohne größeres Nervenspiel bewältigt.

Torschützenkönig der WM-Qualifikation in Südamerika in einer top-besetzten Gruppe wurde übrigens nicht Lionel Messi, sondern Edinson Cavani von Uruguay mit 10 Treffern in 18 Spielen. Da weiß man, was auf die Kicker von Saudi-Arabien in Rostow am Don zukommen wird.

Saudi-Arabien: Schmoren im eigenen Saft mit Hang zum Trainerfeuern

Die Saudis sind schon eine obskure Erscheinung im Weltfußball. Obwohl sie sich nun zum wiederholten Male für eine WM qualifiziert haben, ist es die absolute Ausnahme, dass ein Nationalspieler von Saudi-Arabien irgendwo im Ausland unter Vertrag steht, und sei es auch nur in Holland in der Eredivisie oder in Österreich. Der Grund liegt auf der Hand: in Saudi-Arabien selbst wird halt bestens bezahlt. Auf der anderen Seite haben die Spieler Saudi-Arabiens selten die Qualität, einen europäischen Spitzenclub zu verstärken. Aktuell spielen aber immerhin drei der Saudis im Ausland und dann sogar in Spanien. Dies
sind:

  • Yahya al-Shehri (CD Leganes)
  • Salem al-Dossari (FC Villareal)
  • Fahad al-Muwallad (UD Levante)

Wie man sieht, kann hier von Topclubs wahrhaft nicht die Rede sein. Aufgrund dieser mangelnden internationalen Erfahrung ist es umso erstaunlicher, dass sich Saudi-Arabien von 1994 bis 2006 viermal in Folge für die WM qualifizieren konnte und nun in Russland zum insgesamt fünften Mal dabei ist. Die intensive Tradition von Nationaltrainern aus Brasilien bei Saudi-Arabien (allein 14x seit 1980!) wird zurzeit nicht fortgeführt. Aktueller Coach ist allerdings auch ein Südamerikaner, der Argentinier Edgardo Bauza, der sich ein wenig mit den Stärken und Schwächen von Uruguay auskennen dürfte.

Die Qualifikation hatte übrigens noch ein anderer Trainer – erfolgreich – bestritten. Das war der aus der Bundesliga bekannte Bert van Marwijk, der dennoch im September 2017 gefeuert wurde – für Saudi-Arabien nichts Ungewöhnliches, wo man beim Trainerfeuern eine unglaublich kurze Zündschnur besitzt. Seit 2006 beispielsweise, seit der Trainer des Gegners Uruguay im Amt ist, hatte man bei der Nationalmannschaft von Saudi-Arabien nicht weniger als elf verschiedene Männer auf diesem Posten. Bleibt zu hoffen, dass Edgardo Bauza im Misserfolgsfalle überhaupt die Vorrunde bei der WM 2018 im Amt übersteht.

Uruguay gegen Saudi-Arabien: Teamkader im Überblick

Sobald Uruguay und Saudi-Arabien ihre jeweiligen endgültigen Kader für die Fußball WM 2018 in Russland bekannt gegeben haben werden, werden diese hier an dieser Stelle veröffentlicht.

Uruguay: Voraussichtliche Aufstellung

Voraussichtliche Aufstellung:
Ausfälle:

Saudi-Arabien: Voraussichtliche Aufstellung

Voraussichtliche Aufstellung:
Ausfälle:

Die Wettquoten zum Spiel

Beste Quote auf Sieg Uruguay:
Beste Quote auf Remis:
Beste Quote auf Sieg Saudi-Arabien:

Foto: Saudi-Arabien/Imago/MB Media Solutions

Uruguay gegen Saudi-Arabien am 20.06.2018 live im TV & Livestreams

Die Partie Uruguay – Saudi-Arabien läuft zwar an einem Wochentag mit 18 Uhr Anstoß deutscher Zeit recht früh, doch bei der WM schauen ohnehin alle Fußballfans hin. Wo also kann man diese Partie live im TV verfolgen? Natürlich – so wie die gesamte WM 2018 – bei ARD und ZDF und somit kostenlos für alle im Free-TV, sofern man die GEZ-Gebühren nicht berücksichtigt. Dafür erhält man voraussichtlich die gewohnt gute Rundumberichterstattung von der WM 2018, mit Beiträgen über Land und Leute und selbstverständlich auch mit Berichten über die Nationalmannschaften, die jeweils gegeneinander spielen. In diesem Fall wird man also nicht nur die Partie Uruguay – Saudi-Arabien selbst live im TV sehen können, sondern auch ausführlich über die beiden Teams informiert werden.

An diesem Mittwoch im Sommer 2018 ist die ARD an der Reihe. Diese sendet wie ihr Partnersender ZDF ihre Analysen nicht aus Russland selbst, sondern aus dem dafür hergerichteten WM-Studio in Baden-Baden. Ob man über ein Spiel in Rostow am Don nun aus Moskau redet oder aus Baden-Baden, macht für den Zuschauer ohnehin keinen Unterschied, so lange Reporter für Interviews und der Kommentator vor Ort sind, und das wird natürlich der Fall sein. Welchen Experten die ARD für die WM 2018 rekrutieren wird, ist zurzeit noch nicht bekannt, es könnte aber auf Thomas Hitzlsperger hinauslaufen, der zuletzt öfter bei Länderspielen im Interview zu sehen war.

Was die ARD genauso wie das ZDF ebenso bietet, ist ein Livestream von der Partie Uruguay – Saudi-Arabien. Den kann man ebenso ohne weitere Kosten nutzen wie das normale TV-Programm.
Dabei sind sowohl Qualität als auch Zuverlässigkeit der Livestreams von der WM 2018 absolut hochwertig, weshalb viele Konsumenten inzwischen auch dazu übergegangen sind, Länderspiele überhaupt nur noch per Livestream zu verfolgen. Vorteile gibt es dabei gleich mehrere:
Man ist nicht mehr ortsgebunden, wenn man für den Livestream ein mobiles Gerät wie ein Smartphone oder ein Tablet nutzt. Man kann die Bildgröße selbst variieren, man kann dabei andere Anwendungen nebenbei laufen lassen – Stichwort „Second Screen“ – und nicht zuletzt muss man gar nicht erst auf irgendwelche Livestreams aus der Halbwelt des Internets zurückgreifen, die oft nicht nur illegal, sondern auch gefährlich für den eigenen Rechner sind, wenn versucht wird, Malware zu installieren oder sonstigen Schaden anzurichten.

Fazit

Das Spiel Uruguay – Saudi-Arabien wird aller Voraussicht nach nicht das Highlight dieser WM 2018 werden. Sehr wohl aber könnte man hier in den Genuss von schönem Fußball gelangen, auch wenn man diesen eher von den Spielern aus Uruguay erwarten wird. Da die Saudis aber kaum mal in Europa spielen, hat ihr Fußball auch noch ein Stück weit eine andere Note. In jedem Fall dürfte nach diesen 90 Minuten eine Vorentscheidung übers Weiterkommen in Gruppe A gefallen sein, es sei denn, alle bisherigen Partien inklusive dieser enden Remis. Davon ist allerdings nun wahrlich nicht auszugehen. Dafür dürfte alleine schon die Sturmreihe von Uruguay mit Edinson Cavani und Luis Suarez sorgen.

Davon abgesehen ist Saudi-Arabien eines von nur zwei Teams aus dem Nahen Osten, das sich qualifizieren konnte. Und beiden werden wenig Chancen eingeräumt, die nächste Runde zu erreichen. Will man den Fußball aus dem Nahen Osten, wo schließlich auch die WM 2022 stattfinden wird, live im TV und aus eigener Anschauung erleben, sollte man sich diese Gelegenheit gegen einen spielfreudigen, ästhetisch schön anzusehenden Gegner wie Uruguay nicht verpassen. Nicht zu vergessen der Umstand, dass diese WM 2018 die vorletzte ist, die nach dem alten Modus mit Vierergruppen in der Vorrunde ausgetragen wird. Jedes Spiel ist eines weniger nach dem alten Modus, und das allein sollte Fußballfreundinnen und -freunde schon dazu bewegen, auch bei Uruguay – Saudi-Arabien einzuschalten.

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