England bei der Fußball WM 2018

Die englische Nationalmannschaft hat seit 1966 keinen Titel mehr holen können, weder bei einer Weltmeisterschaft, noch bei einer Europameisterschaft. Daher ist der Hunger der Engländer verständlich, allerdings gehen die Engländer das Ganze mit Vorsicht an. Denn auch bei der EM 2016 in Frankreich waren die Erwartungen sehr hoch, am Ende musste man sich dem krassen Außenseiter Island geschlagen geben – eine Schmach und wohl eines der peinlichsten Ergebnisse im englischen Fußball. Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Russland hätte besser kaum laufen können, ohne Niederlage sicherte sich England das Ticket für das Turnier. Wir haben einen Blick auf den bisherigen Weg der Nationalmannschaft geworfen und wagen einen Ausblick auf die ersten Spiele sowie den voraussichtlichen Kader bei der WM.

So lief für England die Zeit der WM-Qualifikationen

England gehörte zu den ersten Mannschaften, die sich für die Weltmeisterschaft qualifizieren konnten. Mit einem Vorsprung von acht Punkten auf Verfolger Schottland machte England die Qualifikation schon relativ früh klar, ließ am Ende aber nie nach und gewann auch die letzten vier Qualifikationsspiele in Serie. Es begann im September 2016 mit einem 1:0 Sieg in der Slowakei. Das zweite Spiel gegen Malta lief allerdings weniger erfreulich: Nur mit einem 2:0 setzte sich England gegen den Fußballzwerg durch – da wurde wesentlich mehr erwartet. Kein Wunder, dass die englische Fachpresse heftig zu kritisieren begann, als das dritte Spiel, dieses Mal gegen Slowenien, nur mit einem torlosen Remis endete. Doch die Mannschaft machte es in den nächsten beiden Spielen wieder gut. Das prestigeträchtige Derby gegen Schottland konnte mit 3:0 gewonnen werden und gegen Litauen gab es ein 2:0. Das Rückspiel in Schottland endete mit einem 2:2 Unentschieden, mit dem 4:0 in Malta und dem 2:1 gegen Slowenien war die Qualifikation zwei Spiele vor dem Ende des Wettbewerbs sicher. Am Ende gab es noch ein 1:0 gegen Slowenien und ein mageres 1:0 gegen Litauen – die Weltmeisterschaft in Russland kann kommen.

Foto: Kyle Walker/Imago/PA Images

England in der Gruppe G der Vorrunde bei der WM 2018

England wurde in eine Gruppe gelost, in der das Erreichen des Achtelfinales eigentlich kein Problem darstellen sollte. Es geht dabei eigentlich nur noch um den Gruppensieg. Folgende Gegner wurden bei der Auslosung ermittelt:

  • Tunesien
  • Panama
  • Belgien

Gegen Tunesien musste England schon einmal bei einer Weltmeisterschaft in der Gruppenphase antreten: Bei der WM 1998 in Frankreich. Das Spiel endete mit einem 2:0 Sieg der Three Lions, die Torschützen damals waren Alan Shearer und Paul Scholes. Tunesien scheiterte damals in der Gruppenphase, England schied später im Achtelfinale gegen Argentinien im Elfmeterschießen aus. Die tunesische Nationalmannschaft sollte für England bei der WM in Russland keine Herausforderung darstellen. Der zweite Gegner, Panama, ist bisher noch nie England angetreten, wohl aber der Nationaltrainer: Hernán Gómez trainierte lange Jahre die kolumbianische Nationalmannschaft und spielte bei der WM 1998, ebenfalls in der Gruppenphase, gegen die Three Lions. Auch diese Partie konnten die Engländer mit 2:0 für sich entscheiden. Der härteste Gegner allerdings wartet im letzten Gruppenspiel: Gegen Belgien wird sich vermutlich entscheiden, welches Team als Gruppensieger in das Achtelfinale einziehen wird. Schon häufig kam es zu diesem Duell, im Rahmen eines Pflichtspiels allerdings zuletzt bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien. Im Achtelfinale konnte sich England mit 1:0 in der Verlängerung durchsetzen, den entscheidenden Treffer konnte David Platt in der 119. Minute erzielen. Das erste Spiel gegen Tunesien wird am 18. Juni stattfinden, dann am 24. Juni geht es gegen Panama. Das entscheidende Spiel gegen Belgien findet am 28. Juni statt.

Der Kader Englands: Die Schlüsselspieler

Der Kader der englischen Nationalmannschaft ist voller klangvoller Namen, die es vor allem in der heimischen Premier League weit gebracht haben. Allerdings ist noch lange nicht raus, wer 2018 in Russland wirklich spielen wird, auf einigen Positionen wird es wohl noch zu Veränderungen kommen. Joe Hart, Englands Nummer 1 im Tor, könnte noch von anderen Keepern ausgebootet werden und auch andere Mannschaftsteile sind noch nicht vollständig besetzt. Einige Spieler sind allerdings auch aus dem zukünftigen Kader kaum wegzudenken. Da wäre als erstes Mittelstürmer Harry Kane zu nennen. Der Top-Star von Tottenham Hotspur hat seinen Stammplatz sicher. Auch Rechtsaußen Raheem Sterling von Manchester City wird um seinen Startplatz nicht bangen müssen. Die beiden Mittelfeldspieler Dele Alli (Tottenham) und Eric Dier (Tottenham) dürften ebenfalls gesetzt sein. Dazu kommen die Abwehrspieler Kyle Walker (Manchester City), John Stones (Manchester City), Danny Rose (Tottenham) sowie Michael Keane (FC Everton). Bei Alex Oxlade-Chamberlain (FC Liverpool) und Adam Lallana (FC Liverpool) dürfen wir uns wohl auch so gut wie sicher sein, dass sie in Russland mit dabei sein werden. Bis zuletzt hielten sich die Gerüchte, dass Wayne Rooney wieder für die Nationalmannschaft spielen werden, sollte sich England für die WM Qualifizieren. Doch der winkte schließlich ab: „Ich werde nicht mehr für England spielen“, machte der ehemalige Nationalspieler gegenüber talkSPORT deutlich. „Die Jungs, die sich für Russland qualifizieren wollen, sind auch die, die es verdienen, im Turnier zu spielen“, so der Angreifer. „Ich habe meine Zeit gehabt und bereue nichts. Nun ist es Zeit für die jüngeren Spieler“, führt er fort.

Die Quoten für einen eventuellen Titelgewinn

England steht bei den Wettanbietern weniger hoch im Kurs, als es Kader und Qualifikation vermuten lassen. Bei William Hill steht die Quote, dass England das Finale erreicht, nur bei 8,00 (Vergleich Deutschland: 3,25). Dass die Three Lions ihren ersten Titel seit 1966 holen werden, sieht William Hill ebenfalls eher skeptisch. Die Quote für den WM-Titel steht derzeit bei 17,00 (Vergleich Deutschland: 5,50).

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