Die Gruppe D bei der WM 2018

Bei der Auslosung für die Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2018 in Russland wurden drei sehr spielstarke Mannschaften in die Gruppe D eingeteilt. Vizeweltmeister Argentinien wird sich mit Kroatien und Island auseinandersetzen müssen, Nigeria wurde an zweiter Stelle in die Gruppe gelost. Island und Kroatien hatten bereits während der WM-Qualifikation das Vergnügen, gegeneinander zu spielen. Eine Premiere wird das Duell zwischen den Nordmännern und Argentinien. Wir haben uns die einzelnen Mannschaften dieser Gruppe mal etwas genauer angeschaut.

Die Geschichte der argentinischen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften

Die argentinische Nationalmannschaft gilt als einer der Favoriten bei der Weltmeisterschaft 2018. Die Geschichte der „Gauchos“ bei WM-Turnieren ist durchaus spannend anzusehen, meistens schnitt das Team sehr gut ab. Gleich bei der ersten Weltmeisterschaft, 1930 im Uruguay, konnte der zweite Platz erreicht werden, vier Jahre später in Italien reichte es dann aber nur noch für das Achtelfinale, wo gegen Schweden Schluss war. 1938, 1950 und 1954 nahm die Mannschaft nicht teil, erst 1958 in Schweden waren die Südamerikaner wieder mit dabei. Allerdings scheiterte Argentinien dort, wie auch vier Jahre später in Chile, bereits in der Vorrunde. 1966 in England erreichte das Team von Trainer Juan Carlos Lorenzo immerhin das Viertelfinale, schied gegen den späteren Weltmeister aus. Die Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko war die letzte, für die sich Argentinien nicht qualifizieren konnte. 1974 in Deutschland wurde Argentinien achter. Vier Jahre danach, bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land, konnte der erste Titel gefeiert werden. Im Finale setzet sich die Mannschaft von César Luis Menotti gegen die Niederlande durch. Die Titelverteidigung 1982 in Spanien misslang, in der Zwischenrunde war bereits Schluss. 1986 in Mexiko kam es im Finale zum ersten der vielen denkwürdigen WM-Duelle gegen Deutschland. Die Mannschaft um Diego Maradona konnte sich damals im Finale gegen die DFB-Auswahl durchsetzen und den zweiten und bis hierhin letzten Titel holen. 1990 in Italien revanchierte sich die deutsche Mannschaft und holte im Finale den Titel gegen den noch amtierenden Weltmeister. 1994 in den USA war im Achtelfinale gegen Rumänien Schluss, 1998 in Frankreich im Viertelfinale gegen die Niederlande. 2002 scheiterte das Team unter Trainer Marcelo Bielsa bereits in der Vorrunde. Es folgten die berühmten Duelle gegen Deutschland, die allesamt verloren gingen:

  • 2006 im Viertelfinale im Elfmeterschießen
  • 2010 im Viertelfinale unter Trainer Maradona mit 0:4 – die höchste Niederlage gegen Deutschland
  • 2014 in Brasilien im Finale – das dritte Finale gegen Deutschland ging in der Verlängerung mit 0:1 verloren

Die Qualifikation für die WM in Russland war am Ende noch denkbar knapp. Erst am letzten Spieltag war klar, dass sich Argentinien als drittbeste Mannschaft Südamerikas für das Turnier qualifizieren konnte.

Foto: Ivan Perisic/Weltmeister.de

Die Geschichte der nigerianischen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften

Die Nigerianer nahmen 1994 in den USA zum ersten Mal überhaupt an einer Weltmeisterschaft teil. Dort kamen die Afrikaner überraschend bis ins Achtelfinale, scheiterten dann aber in der Verlängerung knapp an Italien. Vier Jahre später in Frankreich konnte wieder das Achtelfinale erreicht werden, Nigeria schied dann gegen Dänemark aus. 2002 in Südkorea/Japan war in der Vorrunde gegen Argentinien, Schweden und England Schluss. Für die WM 2006 in Deutschland konnte sich Nigeria nicht qualifizieren, erst in Südafrika nahm die Mannschaft wieder teil, scheiterte jedoch abermals in der Vorrunde – wieder war Argentinien ein Gruppengegner, außerdem Griechenland und Südkorea. 2014 in Brasilien erreichte die Mannschaft wieder das Achtelfinale und wieder war in der Gruppenphase Argentinien mit dabei. Damit ist die WM in Russland 2018 bereits das fünfte Turnier, bei dem Argentinien einer der Gruppengegner ist (1994, 2002, 2010, 2014). In der Qualifikation musste die Mannschaft erst in der zweiten Runde eingreifen und konnte im November 2015 Swasiland ausschalten, womit die Mannschaft die dritten Runde erreichte. Dort setzte sie sich gegen Algerien, Kamerun und Sambia durch und qualifizierte sich als erste afrikanische Mannschaft.

Die Geschichte der kroatischen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften

Kroatien wurde erst nach dem Beginn der WM-Qualifikation für das Turnier 1994 in den USA FIFA-Mitglied und konnte somit nicht an der ersten möglichen WM teilnehmen. Dafür sorgte die Mannschaft 1998 für jede Menge Wirbel: Das Team um Trainer Miroslav Blazevic konnte sich in Frankreich bis ins Halbfinale durchkämpfen, verlor dann aber gegen den späteren Weltmeister Frankreich. Trotzdem wurde Davor Suker am Ende des Turniers Torschützenkönig. 2002 in Südkorea/Japan und 2006 in Deutschland scheiterte die Mannschaft dann aber in der Vorrunde. 2002 waren die Gegner Mexiko, Italien und Ecuador und 2006 landete Kroatien in einer Gruppe mit Brasilien, Japan und Australien. 2010 reichte es nicht für die Qualifikation für Südafrika, in den Playoffs scheiterte Kroatien an Griechenland. 2014 in Brasilien kam die Mannschaft auch nicht in die K.O-Phase. In der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland belegte Kroatien in der Gruppe mit Island, der Ukraine, der Türkei und Finnland den zweiten Platz und traf in den Playoffspielen der Gruppenzweiten erneut auf Griechenland – dieses Mal konnte sich die Mannschaft allerdings durchsetzen und erkämpfte sich damit die Teilnahme.

Die Geschichte der isländischen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften

Der einzige Frischling in der Gruppe D ist die Mannschaft aus Island, die in den vergangenen Jahren sehr viel aufholen konnte. Bei der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien scheiterten die Nordmänner in den Playoffs an Kroatien, in der Quali für die WM in Russland kam Island in die gleiche Gruppe wie die Osteuropäer. Als Gruppenerster konnte sich Island schließlich sowohl gegen Kroatien als auch gegen die Ukraine, Finnland, die Türkei und das Kosovo durchsetzen. Bereits bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich überraschten die Isländer und schalteten im Achtelfinale sogar England aus. In der Gruppenphase erreichte das Team gegen den späteren Europameister Portugal ein 1:1.

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