Die Gruppe C bei der WM 2018

Die Gruppenzusammensetzungen für die Vorrunde der Weltmeisterschaft 2018 in Russland stehen fest. Nach und nach stellen wir an dieser Stelle die einzelnen Gruppen und die Mannschaften vor, werfen einen Blick auf die jeweiligen Wege in der Qualifikation und natürlich auch auf die bisherige WM-Geschichte. In der Gruppe C, die wir diesmal betrachten wollen, befinden sich Australien, Dänemark, Frankreich und Peru. Klarer Favorit sind natürlich die Franzosen, was mit den anderen Teams ist, werden wir uns genau anschauen.

Die Geschichte der australischen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften

Australien nahm zum ersten Mal im Jahr 1974 an einer Weltmeisterschaft teil. Zuvor hätte es 1966 eine Gelegenheit gegeben, doch in der Qualifikation scheiterten die Socceroos an Nordkorea. Für die Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko hätte es beinahe mit der Qualifikation geklappt, doch am Ende scheiterte Australien an Israel, die sich damals zum bisher einzigen Mal für ein Weltturnier qualifizieren konnten. Schließlich, bei der ersten Teilnahme 1974, schied Australien in der Vorrunde aus – Gruppengegner waren die DDR, die Bundesrepublik sowie Chile. Es reichte nur für den letzten Platz. Bei den folgenden Turnieren scheiterte Australien jeweils in den Qualifikationsrunden: 1978 in Argentinien in der zweiten Runde gegen Iran, 1982 in Spanien in der ersten Runde an Neuseeland, 1986 in Mexiko in den Playoffs an Schottland, 1990 in Italien in der zweiten Runde an Israel, 1994 in den USA in den Playoffs gegen Argentinien, 1998 in Frankreich in den Playoffs gegen Iran und 2002 in Südkorea/Japan in den Playoffs an Uruguay. Erst 2006, für die Weltmeisterschaft in Deutschland, klappte es wieder mit der Qualifikation. Die Mannschaft unter Trainer Guus Hiddink scheiterte im Achtelfinale an Italien, in der fünften Minute der Nachspielzeit gab es einen Elfmeter für die Italiener, der das Aus bedeutete – der späteste, jemals in der regulären Spielzeit verhängte Elfmeter. Dramatisch wurde es 2010 in Südafrika: Australien schied als Gruppendritter gegen Deutschland, Ghana und Serbien, holte am Ende aber noch ein Remis gegen Ghana und einen Sieg gegen Serbien. Wegen der schlechteren Tordifferenz kam jedoch Ghana weiter. Auch in Brasilien 2014 scheiterte Australien in der Vorrunde, diesmal waren die Gegner Chile, Niederlande und Spanien – alle drei Spiele gingen verloren. Für die Weltmeisterschaft in Russland musste Australien in der Qualifikation gegen Dritten der anderen Asiengruppe Syrien. In einem knappen Duell konnte Syrien jedoch bezwungen werden.

Foto: Jefferson Farfan Peru/Imago/Agencia EFE

Die Geschichte der französischen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften

Die Geschichte der französischen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften ist weniger glorreich, als der jetzige Kader vermuten lassen könnte. Sechsmal scheiterte die Equipe Tricolore in der Qualifikation, 1950 in Brasilen, 1962 in Chile, 1970 in Mexiko, 1974 in Deutschland, 1990 in Italien und 1994 in den USA war die Mannschaft nicht mit dabei. Und auch sonst glänzten die Franzosen nicht unbedingt mit Höchstleistungen. Ausnahmen waren natürlich die Weltmeisterschaft 1998 im eigenen Land sowie das Turnier 2006 in Deutschland. Bei der Heim-WM erreichte die Mannschaft das Finale und konnte sich dort gegen Rekordmeister Brasilien durchsetzen – der erste WM-Titel in der Geschichte für Frankreich. 2002 schied Frankreich dann überraschend in der Vorrunde aus und das auch noch, ohne ein einziges Tor erzielt zu haben. 2006 erreichte Frankreich unter Raymond Domenech wieder das Finale, scheiterte jedoch an Italien. Bei diesem Spiel kam es zu dem berühmten Kopfstoß von Zinedine Zidane. Unvergessen ist natürlich auch das Spiel, das als „Die Nach von Sevilla“ in die Fußballgeschichte eingegangen ist. Es war das Halbfinale der WM 1982 in Spanien, es ging gegen Deutschland. Dem 1:0 durch Pierre Littbarski in der 17. Minute folgte das 1:1 durch Michel Platini in der 26. Minute – danach gab es bis zum Abpfiff kein Tor mehr, so dass es in die Verlängerung ging. In dieser waren Marius Trésor (92.) und Alain Giresse (98.) für Frankreich erfolgreich, jedoch konnten Karl-Heinz Rummenigge (102.) und Klaus Fischer (108.) die Deutschen wieder zurückbringen. Am Ende gab es ein Elfmeterschießen, aus dem Deutschland als Sieger hervorging. In der Qualifikation für die WM in Russland konnte sich Frankreich trotz einer Niederlage und zwei Remis als Gruppenerster durchsetzen.

Die Geschichte der dänischen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften

Sehr überschaubar ist die Geschichte der dänischen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften:

  • 1986 in Mexiko: Achtelfinale, gescheitert an Spanien
  • 1998 in Frankreich: Viertelfinale, gescheitert an Brasilien
  • 2002 in Südkorea/Japan: Achtelfinale, gescheitert an England
  • 2010 in Südafrika: Vorrunde, gescheitert an Niederlande, Kamerun und Japan

Für die Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 konnte sich Dänemark nicht qualifizieren und scheiterte an Italien. Als schlechtester Gruppenzweiter qualifizierte sich Dänemark nicht für die Playoff-Runde der besten acht Gruppenzweiten, in der vier weitere WM-Startplätze vergeben wurden. Für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland konnte sich Dänemark nur knapp qualifizieren. In der Gruppenphase landete die Mannschaft in einer Gruppe mit Rumänien, Polen, Montenegro, Armenien und Kasachstan und wurde hinter Polen nur Zweiter. Doch in den Playoffs konnte sich Dänemark in Hin- und Rückspiel gegen Irland durchsetzen.

Die Geschichte der peruanischen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften

Die peruanische Nationalmannschaft hat es bisher erst dreimal geschafft, sich für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren. 1970 in Mexiko kam das Team unter dem brasilianischen Trainer Didi bis ins Viertelfinale, musste sich dann aber Brasilien geschlagen geben. In der Vorrunde gab es das erste und bisher einzige Aufeinandertreffen mit Deutschland. 1974 fehlte Peru dann bereits wieder, in der Qualifikation scheiterte die Mannschaft in einem Entscheidungsspiel an Chile. 1978 in Argentinien schaffte es Peru bis in die Zwischenrunde, verlor unter anderen gegen Brasilien mit 0:6 und sah sich am Ende sogar Bestechungsvorwürfen ausgesetzt. Die letzte Weltmeisterschaft, für die sich die Peruaner qualifizieren konnten, war die WM 1982 in Spanien. Hier war nach der Vorrunde gegen Kamerun, Italien und Polen Schluss. Damit fehlte Peru bei allen nachfolgenden Weltmeisterschaften. Erst für die WM 2018 in Russland klappte es wieder, in der Qualifikation musste die Mannschaft ab Oktober 2015 wieder in Hin- und Rückspielen gegen die anderen neun CONMEBOL-Mitglieder antreten. Die Peruaner erreichten als Tabellenfünfter die interkontinentalen Playoffs, in denen sie sich gegen Neuseeland durchsetzen.

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