Die Gruppe B bei der WM 2018

Die Auslosung der Gruppen für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland hat ergeben, dass Europameister Portugal und die ehemaligen Weltmeister aus Spanien in der Gruppe B spielen werden – das alleine ist bereits eine hochkarätige Besetzung. Da wirken die beiden anderen Gruppengegner Marokko und Iran irgendwie fehl am Platz. Wir haben uns mit der bisherigen WM-Geschichte der vier Teams genauer auseinandergesetzt.

Die WM-Geschichte der Portugiesen

Die Portugiesen gelten zwar als große Fußballnation, doch so oft war die Mannschaft nicht bei einer Weltmeisterschaft dabei. Zum ersten Mal war das 1966 in England, damals kam das Team von Trainer Otto Glória bis ins Halbfinale, scheiterte dort aber gegen den Gastgeber. Im spiel um Platz drei konnte die UdSSR besiegt werden. Die folgenden Weltmeisterschaften 1970 in Mexiko, 1974 in Deutschland, 1978 in Argentinien und 1982 in Spanien mussten ausgelassen werden, Portugal scheiterte jedes Mal an der Qualifikation. Erst 1986 waren die Iberer mal wieder mit von der Partie, scheiterten unter Trainer José Augusto Torres allerdings bereits in der Vorrunde gegen England, Polen und Marokko. Die folgenden drei Weltmeisterschaften 1990 in Italien, 1994 in den USA und 1998 in Frankreich verpassten die Portugiesen. 2002 in Südkorea und Japan war nach der Vorrunde Schluss, erst 2006 in Deutschland feierte Portugal den bisher größten Erfolg bei einer Weltmeisterschaft. Unter Trainer Luiz Felipe Scolari erreichte Portugal das Halbfinale, scheiterte dann aber gegen Frankreich und verlor auch noch das Spiel um Platz drei gegen Deutschland. 2010 in Südafrika kam Portugal bis ins Achtelfinale, verlor allerdings gegen den späteren Weltmeister Spanien. 2014 war wieder in der Vorrunde Schluss, Deutschland, die USA und Ghana waren die Gruppengegner. In der Qualifikation für die WM 2018 in Russland trafen die Portugiesen dann auf

  • Schweiz
  • Ungarn
  • Färöer
  • Lettland
  • Andorra

und starteten mit einer 0:2 Niederlage gegen die Schweiz. Allerdings konnten alle anderen Spiele gewonnen werden, so dass Portugal vor dem letzten Spieltag Gruppenzweiter wurde. Im entscheidenden Spiel gegen die Schweiz zogen die Portugiesen nach einem 2:0 an den Eidgenossen vorbei und sicherten sich die Teilnahme an der WM in Russland.

Foto: Ronaldo/Weltmeister.de

Die WM-Geschichte Spaniens

Die Spanier konnten bisher einmal den Titel gewinnen, 2010 in Südafrika. Damit beginnt die WM-Geschichte allerdings nicht, auch wenn es verwunderlich erscheint, dass eine Nation, die Vereinsmannschaften wie Real Madrid und den FC Barcelona schon so lange erfolgreich in Europa etabliert hat, so selten in die Nähe des Titels gekommen ist, wie Spanien. Bei der ersten WM-Teilnahme, 1934 in Italien, reichte es nur für das Viertelfinale. 1950 in Brasilien wurde Spanien Vierter, in der Finalrunde waren Brasilien, Uruguay und Schweden besser. 1954 in der Schweiz sowie 1958 in Schweden war Spanien dann nicht qualifiziert. Bei den Weltmeisterschaften 1962 in Chile und 1966 in England scheiterten die Iberer bereits in der Vorrunde, die nächsten zwei Weltmeisterschaften, 1970 in Mexiko und 1974 in Deutschland, wurden verpasst. Erst seit 1978 nimmt Spanien ununterbrochen an Fußball Weltmeisterschaften teil. Die Platzierungen bis 2006 in Deutschland:

  • 1978 in Argentinien: Platz 10
  • 1982 in Spanien: Platz 12
  • 1986 in Mexiko: Platz 7
  • 1990 in Italien: Platz 10
  • 1994 in den USA: Platz 8
  • 1998 in Frankreich: Platz 17
  • 2002 in Südkorea/Japan: Platz 5
  • 2006 in Deutschland: Platz 9

Der WM Titel 2010 war der größte internationale Erfolg der spanischen Nationalmannschaft überhaupt. Umso enttäuschender war der Auftritt der Mannschaft vier Jahre später in Brasilien: Gegen die Niederlande, Chile und Australien war nach der Vorrunde bereits Schluss. Das 1:5 gegen die Niederlande war gleichzeitig die höchste WM-Niederlage eines Titelverteidigers.

Die WM-Geschichte Marokkos

Die marokkanische Nationalmannschaft hat keine besonders lange WM-Geschichte vorzuweisen. Die Nordafrikaner, die erst 1962 zum ersten Mal überhaupt an einer Qualifikation teilnehmen konnten, das Marokko zuvor kein unabhängiger Staat, beziehungsweise kein Fifa-Mitglied gewesen ist, waren 1970 in Mexiko das erste Mal bei einer WM dabei. Die Mannschaft unter dem jugoslawischen Trainer Blagoja Vidinic scheiterte jedoch in der Vorrunde an Deutschland, Peru und Bulgarien. Die drei nächsten Turniere verpasste Marokko, so dass erst 1986 in Mexiko wieder eine Teilnahme gesichert werden konnte. Dort schaffte Marokko mit dem brasilianischen Trainer José Faria den Einzug ins Achtelfinale, allerdings war Deutschland eine Nummer zu groß. Danach gab es noch eine Teilnahme 1994 in den USA sowie 1998 in Frankreich. Beide Weltmeisterschaften endeten für Marokko in der Vorrunde. Seitdem hat es keine WM-Teilnahme mehr für Marokko gegeben. In der Qualifikation für die WM 2018 in Russland musste die Mannschaft erst in der zweiten Runde eingreifen und konnte sich im November 2015 gegen Äquatorial-Guinea für die dritte Runde qualifizieren, in der sich die Marokkaner gegen die Elfenbeinküste, Gabun und Mali durchsetzten.

Die WM-Geschichte des Iran

Auch die iranische Nationalmannschaft geht als klarer Außenseiter in das Turnier in Russland. Die erfolgreichste Weltmeisterschaft für den Iran war gleichzeitig auch die erste, an der die Mannschaft teilnehmen konnte: Bei der WM 1978 in Argentinien erreichte das Team die erste Finalrunde, dort schied sie aber als Gruppenletzter aus. Außerdem nahm der Iran noch an den Weltmeisterschaften

  • 1998 in Frankreich
  • 2006 in Deutschland
  • 2014 in Brasilien

teil. 1998 in Frankreich bekam die Mannschaft für ihr Verhalten vor und während des Spiels gegen die USA den FIFA-Fairplay-Preis, schied jedoch in der Vorrunde aus – genauso wie bei den folgenden Weltmeisterschaften. In der Qualifikation für die WM 2018 in Russland traf die Mannschaft in der dritten Runde auf Südkorea, Usbekistan, die Volksrepublik China, Katar und Syrien. Die Mannschaft qualifizierte sich nach 8 von 10 Spielen als dritte Mannschaft für die Endrunde.

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