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Weltmeisterschaft 2018

Die Vergabe der Weltmeisterschaft im Jahr 2010

Wie Russland diese WM erhalten hat, ist durchaus eine interessante Geschichte. Denn erstmals in der jüngeren Vergangenheit vergab die FIFA gleich zwei WM-Turniere in einem Zug. Jenes für 2018 und jenes für 2022. Der gesamte Prozess hatte schon Jahre vorher eine ziemlich illustre Reihe an Interessenten auf den Plan gerufen und schließlich sollte es eine ziemlich haarige Angelegenheit werden, wer in der Kampfabstimmung jeweils gewinnen würde. Doch beginnt man am besten am Anfang der Geschichte.

Foto: WM 2018/Imago/ITAR-TASS

Ende 2008 beschloss die FIFA die Turniere 2018 und 2022 in einer gemeinsamen Aktion zu vergeben. Die Frist bis zur Meldung einer Bewerbung lief lediglich bis Februar 2009. Zugelassen waren nur Länder, die nicht einem der beiden Kontinentalverbände angehören, die zuletzt die WM ausrichteten, also weder in Afrika (2010) noch in Südamerika (2014) liegen. Für 2022 hätte sich zwar wieder ein afrikanischer Verband bewerben können, dies erfolgte aber nicht. Für Sportwetten Fans gibt es jede Menge Wettbonus Angebote zur WM 2018.

Anschließend wurde von der FIFA festgelegt, dass das Turnier 2018 in Europa stattfinden werde, somit einzig Bewerber zugelassen waren, die UEFA-Mitglieder sind. Hier fand sich eine ganze Reihe an Interessenten:

  • Belgien und die Niederlande
  • England
  • Portugal und Spanien
  • Russland

Als einziges Land dieser vier Bewerber hatte Russland noch nie eine WM oder EM ausgetragen.

Für 2022 waren dann alle Bewerber aus anderen Kontinentalverbänden zugelassen, aber das spielte dann für die Vergabe der WM 2018 natürlich keine Rolle mehr. Dennoch war somit klar: Wer das Turnier 2018 ausrichten wollte, musste seine drei Mitbewerber ausstechen.

Schon im ersten Wahlgang erreichte Russland mit 9 von 22 Stimmen die Mehrheit, aber nicht die absolute Mehrheit der Stimmen. Daraufhin der schlechtestplatzierte Bewerber aus dem nächsten Wahlgang ausschied. Das war in diesem Fall England, das nur 2 Stimmen erhalten hat. Niederlande und Belgien erhielten 4, Spanien und Portugal 7 Stimmen.

Der zweite Wahlgang brachte dann die Entscheidung: Russland erhielt 13 der 22 Stimmen, wobei 12 schon genügt hätten. Spanien und Portugal kamen erneut auf 7, Belgien und die Niederlande hatten sogar 2 Stimmen verloren und kamen nur noch auf 2 Stimmen. Damit war die Entscheidung gefallen: Russland würde erstmals ein großes Fußballturnier und dann gleich eine WM ausrichten. Entschieden wurde dies am 2. Dezember 2010 in Zürich.

Hernach wurden allerdings mehr als einmal Korruptionsvorwürfe laut. Diese drehten sich zwar meist um die Wahl zur Vergabe der WM 2022, bei der Katar Stimmen gekauft haben soll. Inzwischen stehen 10 der 24 damaligen Mitglieder der FIFA-Exekutive unter Korruptionsverdacht. Doch auch an Russland gingen immer wieder Vorwürfe dieser Art. Dies blieb jedoch ohne nennenswerte Konsequenzen, und blieb auch in der Öffentlichkeit meist im Schatten der immensen Vorwürfe an den Wüstenstaat Katar.

Spielorte und Stadien bei der Weltmeisterschaft 2018

Zwölf Stadien in elf Städten werden die Schauplätze dieses größten Sportereignisses der Welt sein. Natürlich ist es die Hauptstadt Moskau, welche mit zwei Stadien unter diesem Dutzend vertreten ist. Dreizehn Städte hatten sich beworben, ausscheiden mussten Krasnodar und Jaroslawl, obwohl Krasnodar anders als viele andere schließlich den Zuschlag erhalten habende Städte ein ziemlich erfolgreiche Fußballmannschaft beherbergt. Dennoch wurde die Entscheidung, diese beide Bewerberstädte auszusortieren, am 29. September 2012 verkündet, damals übrigens noch unter Mitwirkung des früheren FIFA-Präsidenten Sepp Blatter sowie des inzwischen in Ungnade gefallenen früheren russischen Sportminister Witali Mutko.

Zehn der elf Städte, die im Sommer 2018 zu WM-Städten werden, befinden sich in Europa. Einzig Jekaterinburg liegt hinter der Trennlinie zwischen Europa und Asien, welche natürlich nur eine gedacht ist, nicht physisch als solche existiert. Allerdings liegt Jekaterinburg mit nur 40 km Entfernung von dieser Trennlinie auch noch immer nah am europäischen Teil Russlands, in dem ja auch der Großteil der Einwohner Russlands lebt.

Zentrales Stadion des WM-Turniers in Russland wird das Olympiastadion Luschniki in Moskau sein, welches tatsächlich auch Schauplatz der Olympischen Spiele 1980 war. Natürlich hat man es im Vorfeld der WM 2018 noch einmal generalüberholt, damit es bei seinen beiden wichtigsten Auftritten – Eröffnungsspiel und Finale der WM 2018 – glänzt und glitzert und die Weltöffentklichkeit begeistert oder zumindest beeindruckt.

Hier der komplette Überblick über die Austragungsorte dieser WM 2018 mit allen wichtigen Fakten zu den jeweiligen Stadien, absteigend sortiert nach dem Fassungsvermögen.

WM 2018 Stadien

AustragungsortStadionFassungsvermögenBaujahrModernisiertHeimclub
MoskauOlympiastadion Luschniki81.00019562017Keiner
Sankt PetersburgSankt-Petersburg-Stadion69.5002017Zenit St. Petersburg
SotschiOlympiastadion Sotschi47.65920132017Keiner
SaranskMordowia Arena45.0152017Mordowia Saransk
KasanKasan Arena45.0152013Rubin Kasan
WolgogradWolgograd Arena45.0152017Rotor Wolgograd
RostowRostow Arena45.0002017FK Rostow
MoskauOtkrytije Arena44.9182014Spartak Moskau
SamaraKosmos Arena44.9182017Krylja Sowetow Samara
Nischni NowgorodStadion Nischni Nowgorod44.8992017FC Olympier Nischni Nowgorod
JekaterinburgZentralstadion35.6962017Ural Oblast Swerdlovsk
KaliningradKaliningrad-Stadion35.2022018Baltika Kaliningrad

Eigentlich war auch für die letzten beiden Stadien ein Fassungsvermögen von rund 45.000 Zuschauern geplant. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten musste Russland sein Budget für den Bau dieser Stadien allerdings kürzen. So werden die beiden Arenen in Kaliningrad und in Jekaterinburg mit Einverständnis der FIFA jeweils nur knapp 35.000 Zuschauer aufnehmen können.

Mit 81.000 Zuschauern ist das Olympiastadion Luschniki natürlich das größte der WM 2018. Zu den Olympischen Spielen 1980 hatten sogar noch 103.000 Menschen darin Platz gefunden, doch ist das Fassungsvermögen seit geraumer Zeit bereits auf 81.000 reduziert. Mit Ausnahme des Stadions in Sankt Petersburg und der beiden kleineren Stadien besitzen alle übrigen acht WM-Stadion eine Kapazität von ungefähr 45.000 Zuschauern.

WM 2018 Stadion Finale

WM 2018 Stadion Finale Imago/ITAR-TASS

Maskottchen Wolf “Zabivaka” der WM 2018 in Russland

“Zabivaka” heißt das Maskottchen der WM 2018. Eine solche Einführung eines Maskottchens ist seit der WM 1966 in England üblich. War es damals tatsächlich nur ein “Maskottchen”, das optisch in Erscheinung trat, hängt daran inzwischen eine riesige Marketing-Maschinerie und auch mit “Zabivaka” wird viel Merchandising betrieben werden. Was ist Zabivaka? Zabivaka ist ein Wolf, allerdings in plüschiger, (kinder-) freundlicher Variante, putzig nahezu schon zu nennen. In einer Abstimmung in Russland hatte sich der Wolf gegen ebenfalls zur Auswahl stehende Tiger und Kater durchgesetzt. Zabivaka bedeutet dabei so viel wie “der ein Tor erzielt”.

Gekleidet ist der Wolf natürlich in weiß, blau und rot, den Farben der russischen Fahne. Außerdem soll er Spaß, Selbstbewusstsein und Charme verkörpen. Alles Dinge, die sich die Russen natürlich auch selbst zuschreiben möchten als Gastgeber dieser WM. Charme hat dieses Maskottchen durchaus, auch wenn man nicht genau weiß, warum es eine Skibrille trägt, wenn es das Maskottchen einer WM darstellen soll.

Der Wolf gehört zu den Nationaltieren in Russland und gerade in Sibirien gibt es heute noch eine große Population an Wölfen, auch in weiten Teilen des übrigen Russlands ist der Wolf verbreitet. Dennoch werden Fans und Spieler froh sein, wenn sie einem Wolf während der WM 2018 nur in Form von Zabivaka begegnen, und nicht in Form eines echten Wolfs.

Zabivaka scheint trotz aller sympathischen Eigenschaften aber nicht das Zeug dazu zu haben, den Fußballfans dauerhaft im Gedächtnis zu bleiben, dafür erinnert er doch zu sehr an ein x-beliebiges Stofftier. Jedenfalls wird man Zabivaka vom Beginn der WM 2018 an für einige Wochen täglich auf seinem Fernseher oder Tablet zu sehen bekommen, denn natürlich wird er bei jedem Spiel der WM anwesend sein. Wie auch zumindest für einige Zeit in etlichen Kinderzimmern der Welt, wenn Eltern ihre Sprößlinge mit einer physischen Echtausgabe des Maskottchens der WM 2018 eine Freude machen wollen. Ob Zabivaka aber auch “Spaß” und “Selbstvertrauen” der russischen Nationalmannschaft symbolisiert, bleibt abzuwarten. So sehr der Wolf als Tier Teil der russischen Mythologie ist, um den sich auch viele Erzählungen ranken – dass Zabivaka dauerhaft im Gedächtnis der Russen bleibt, muss er erst noch zeigen.

WM 2018 Maskottchen Zabivaka

WM 2018 Maskottchen Zabivaka | imago/TAR-TASS

Das Plakat der WM 2018

Neben Spielball und Maskottchen gehört zu jeder WM auch immer ein offizielles WM-Plakat. In diesem Fall nahmen die Designer des WM-Plakats 2018 ziemlich starke Anleihen an den Stil der Kunst zu Zeiten der Sowjetunion. Außerdem bediente man sich des wohl größten Heroen, den der russische Fußball je hervorgebracht hat: der frühere National-Torhüter der Sowjetunion Lew Jaschin.

Er ist in ziemlich großer Form das Motiv dieses Plakats, wie er in seiner typischen schwarzen Torhüterkleidung mit einer Hand nach einem überdimensionalen Fußball hechtet, der gleichzeitig wohl die Welt symbolisieren soll. Zumindest sind dort im oberen Bereich die Konturen des russischen Staatsgebiets abgezeichnet. Dieser Fußball ist ansonsten in der Machart der geschnürten Lederbälle aus den 1950er und 1960er Jahren gehalten, sieht also keineswegs so aus wie der WM-Ball 2018, der “Telstar 18”.

Verantwortlich für die Gestaltung war der russische Künstler Igor Gurowitsch, der sich bewusst für diesen sowjetisch anmutenden Stil entschieden hat. Denn während Lew Jaschin selbst recht realistisch dargestellt ist, gehen von dem Fußball rechts oben im Plakat orangefarbene Strahlen auf verblichenem gelblichen Hintergrund aus. Hinter Jaschin scheint die Sonne aufzugehen, die aber in Grün gehalten ist und wiederum von den Strahlen des Fußballs durchströmt wird.

In seiner gesamten Machart ist das sehr vom Stile sozialistischer Kunst geprägt. Tatsächlich soll damit, so zumindest der offizielle Text zum Plakat, an die Erfolge Russlands bei der Eroberung des Weltraums erinnert werden. Diese Erfolge gelangen nicht nur, aber auch und vor allem in den 1960er Jahren, in denen Lew Jaschin den Großteil seiner aktiven Karriere verbrachte. Lew Jaschin hatte von 1958 bis 1970 an vier Weltmeisterschaften teilgenommen, auch wenn er bei der letzten WM 1970 nicht mehr eingesetzt wurde. Nach seinem Tod 1990 wurde Lew Jaschin zu Beginn dieses neuen Jahrhunderts zum “Torwart des Jahrhunderts” gewählt, noch vor anderen Größen wie Sepp Maier, Gordon Banks oder Ubaldo Filol.

Die vermeintliche grüne “Sonne” hingegen ist keine Anleihe bei der Weltraumfahrt, sondern soll die grünen Spielfelder der WM 2018 symbolisieren. Warum diese Spielfelder in runder Form in dem WM-Plakat 2018 vorkommen, wird das Geheimnis von Künstler Igor Gurowitsch bleiben. Bei der FIFA zeigte man sich jedenfalls sehr zufrieden mit der Gestaltung des Plakats. “Wir sind sehr stolz auf dieses wünderschöne Werk”, meinte die Generalsekretärin der FIFA, Fatma Samoura, dazu.

“Es zeigt einen solchen legendären Fußballer und feiert das bevorstehende Turnier in Russland.”

Auch wenn die Frage erlaubt sein darf, was das Plakat denn sonst tun sollte, ist es dennoch ein wirklich außergewöhnliches Plakat in seinem Design. Frei von jeglichem spielerischen oder vielleicht auch kitschigen Einflüssen, die die Plakate der letzten Weltmeisterschaften geprägt hatten, ist es in jedem Fall ein Plakat mit hohem Wiedererkennungswert und vor allem einem für den Gastgeber typischen Stil, der die Zuordnung dieses Plakats zur WM 2018 in Russland für immer sehr leicht sein werden lässt.

Der Spielball der Weltmeisterschaft 2018

Im November 2017 war es bereits soweit. FIFA-Partner und Ausrüster Adidas stellte den offiziellen WM-Ball 2018 vor. Sein Name ist “Telstar 18”, womit er an den ersten WM-Ball erinnern soll, der einen offiziellen Namen trug. Das war der “Telstar” bei der WM 1970. Damals erhielt der Spielball zum ersten Mal die markanten schwarzen Felder in seinem Design, nachdem die Bälle zuvor stets in einheitlicher Farbe gehalten waren. Das sollte seine Sichtbarkeit auf den damals noch üblichen Schwarz-Weiß-Fernsehern erhöhen, deshalb auch das “Tel” für “Television” im Namen “Telstar”. Diese Maßnahme dürfte heutzutage nicht mehr nötig sein, hat man doch selbst in Entwicklungsländern mehrheitlich Farbfernseher oder andere Übertragungsgeräte zur Verfügung.

Dennoch ist das Design des “Telstar 18” an diesen ursprünglichen Telstart von 1970 angelehnt. Allerdings sind die schwarzen Flächen diesmal anders strukturiert, fransen an einer Seite ins Weiße hin aus. Zudem sind die schwarzen Flächen quasi “verpixelt”, nehmen hier also eine Anleihe an die digitalen Übertragungen dieser Tage. Der Rest des Balls ist in schlichtem Weiß gehalten, natürlich ergänzt durch Ausrüsterlogo, einen stilisierten Weltpokal sowie den Namen und für den Zweck der WM dann auch die jeweiligen Spieldaten, alles in recht dunklem Goldton gehalten, aber in ebenfalls sehr technisch anmutender Schriftart.

Einer der größten Stars des gegenwärtigen Fußballs, Lionel Messi, hatte den Ball schon vor der offiziellen Präsentation ausprobieren dürfen. Als bei Adidas unter Vertrag stehender Spieler zeigte sich Messi, der seine wohl letzte Chance nutzen möchte, endlich den WM-Titel zu gewinnen, natürlich begeistert von den Eigenschaften des offiziellen Spielballs der WM 2018. Prompt mochte Messi auch “einfach alles daran”.

Eine wirklich bemerkenswerte Neuerung hat sich Adidas allerdings einfallen lassen, um den Ball durchaus zu etwas Besonderem zu machen. In seiner Mitte befindet sich ein Chip, der es Fans ermöglicht, personalisierte Inhalte abzurufen. Wie das genau ablaufen soll, wird sich noch im Vorfeld der WM 2018 klären, aktuell ist jedenfalls nur bekannt, dass dieser Chip die Interaktivität des gesamten Spielablaufs erhöhen und dabei sogar den Spielball miteinbeziehen wird.

Zum ersten Mal eingesetzt wurde der neue WM-Ball 2018 beim Testspiel zwischen Russland und Argentinien in Moskau am 11. September 2017 in Moskau. Der großen Weltöffentlichkeit wird er aber wohl erst mit dem Beginn des Turniers in Russland bekannt werden. Der Name des WM-Balls von 2014 dürfte jedenfalls schon in Vergessenheit geraten sein, während der “Telstar” natürlich ohnehin schon ein fester Begriff bei den Fußballfans ist, kam er doch nicht nur 1970 in Mexiko, sondern auch bei der WM 1974 in der BR Deutschland zum Einsatz. Der WM-Ball in Brasilien hieß übrigens “Brazuca”.

Der Name “Telstar 18” nimmt also anders als der WM-Ball von 2014 keinerlei Bezug zum Austragungsland, wobei es da doch viele Anknüpfungmöglichkeiten gegeben hätte. Doch die Macher von Adidas haben sich eben anders entschieden und so werden die gesamten Spiele der WM 2018 in diesem Sommer eben mit dem “Telstar 18” absolviert werden.

WM 2018 Spielball Telstar 18

WM 2018 Spielball Telstar 18 | Imago/ITAR TASS

Die Schiedsrichter der WM 2018

Welche Schiedsrichter mit ihren Assistenteams die glücklichen sein werden, die Spiele bei dieser WM 2018 leiten dürfen, wird erst Ende des Frühjahrs 2018 entschieden werden. Bei der WM 2014 waren es insgesamt 99 Unparteiische aus 43 Ländern gewesen, die für die regelgerechte Durchführung der Partien verantwortlich waren. Deutscher Vertreter war damals Felix Brych, der sich auch für die WM 2018 wieder Hoffnungen machen darf, dabei zu sein. Aus deutscher Sicht steht zu hoffen, dass er nicht in den Genuss kommen wird, sollte er für die WM 2018 nominiert werden, ein Halbfinale oder ein Finale zu pfeifen. Dann wäre die deutsche Mannschaft nämlich bereits ausgeschieden.

Qualifikation zur WM 2018

Zum vorletzten Mal gab es 31 Startplätze neben dem natürlich sicher qualifizierten Ausrichter Russland zu vergeben. 2022 wird die WM ein letztes Mal mit 32 Teilnehmern gespielt werden, ab 2026 sollen es 48 werden. Doch da es in Katar kaum Einwohner, geschweige denn eine vorhandene Fußballkultur gibt, dürfte dieses WM-Turnier in Russland das letzte sein, dass nach “klassischen Standards” gespielt werden und auch eine gewisse authentische Fußballatmosphäre verbreiten wird. Zur Problematik, dass man fürchtet, dass zu wenige Zuschauer kommen könnten, da der durchschnittliche Russe nicht sehr wohlhabend ist und Russland zudem an erster Stelle als Eishockey-Nation gesehen wird, siehe an anderer Stelle auf dieser Seite.

31 Plätze waren also zu vergeben. Die Qualifikation für eine WM wird bekanntlich innerhalb der insgesamt sechs Konföderationen des Weltfußballs ausgespielt. Dabei ging es nach folgendem Schlüssel zu, wie viele Qualifikanten jeder Verband stellen darf. Ein halber Qualifikant bedeutet hierbei, dass einer der Teilnehmer noch ein Playoff gegen ein Team aus einem anderen Kontinentalverband spielen muss:

  • Europa 14
  • Asien 5,5
  • Südamerika 4,5
  • Ozeanien 0,5
  • Nordamerika 3,5
  • Afrika 5

Begonnen wurde die Qualifikation schon sehr früh im Jahr 2014 mit einigen Vorausscheidungsspielen. In den meisten Kontinentalverbänden begann sie allerdings erst im Herbst 2016 oder etwas früher. Sie zog sich dann bis Ende 2017 hin, an dessen Ende wiederum im November die beiden Kontinental-Plaoyffs durchgeführt wurden.

Während viele Teams sich wie erwartet relativ leicht qualifizierten, wie Deutschland, Spanien oder Belgien als Sieger ihrer Gruppe, ebenso Brasilien in Südamerika, hatten andere Teams unerwartete Probleme. Italien wurde in seiner Gruppe hinter Spanien nur Zweiter, scheiterte anschließend an den Playoffs gegen Schweden. Argentinien hatte in der Südamerika-Gruppe unerwartet große Problem, zog am Ende aber doch noch auf Rang 3 in die Endrunde der WM ein, während Peru den Playoff-Platz erreichte. In Nord- und Mittelamerika kam es gar zur Sensation, als die großen USA über das kleine Trinidad & Tobago stolperten und nicht mal die Playoffs erreichten, die dann Honduras an ihrer Statt spielte (und ebenfalls scheiterte).

Die Interkontinental-Playoffs gingen folgendermaßen aus:

  • Honduras – Australien 0:0 und 1:3
  • Neuseeland – Peru 0:0 und 0:2

Somit sendet Ozeanien keinen einzigen Vertreter zur WM 2018, allerdings ist Australien aus dem eigentlichen Bereich dieses Verbands erneut vertreten, obwohl es seit einigen Jahren in der deutlich stärkeren asiatischen Qualifikation antritt. Dort schaltete Australien als Dritter seiner Gruppe den anderen Gruppendritten Syrien äußerst mühsam mit einem 1:1 im Hinspiel und einem 2:1 n. V. im Rückspiel aus, um auf diese Weise das Duell gegen Honduras zu erreichen.

Wie immer eine spannnende Qualifikation, bei der es auf allen Teilen der Erde weinende Verlierer gab, allen voran Italiens Ikone Gianluigi Buffon, der in seinem letzten von 175 Länderspielen für Italien gegen Schweden die WM verpasste, woraufhin Bilder vom weinenden Buffon um die Welt gingen.

Ebenso gab es aber auch strahlende Sieger und lachende Gesichter, insbesondere bei den beiden Neulingen, die sich zum ersten Mal für eine Teilnahme an der WM qualifizierten.

Die Neulinge bei der WM 2018

Zum ersten Mal für eine WM qualifizierten sich Island und Panama. Dabei weiß man nicht genau, was die größere Sensation ist. Das fußballerisch unterentwickelte Panama vor den USA oder Ex-WM-Teilnehmer Trinidad & Tobago landen zu sehen und damit die Tickets nach Russland buchen zu sehen. Oder dass ein Land von knapp 330.000 Einwohnern wie Island es als einwohnerschwächstes Land aller Zeiten zur Endrunde einer WM schafft. Bei Island ist es so, dass man doch einige Profis in höheren europäischen Ligen hat und zudem schon bei der EM 2016 nicht nur qualifiziert war, nicht allein die Vorrundengruppe überstand und das Achtelfinale erreichte – man warf sogar mit einem 2:1 über England eine große Fußballnation aus dem Wettbewerb. Insofern ist Panama vielleicht sogar die noch größere Überraschung von den beiden Neulingen bei dieser WM 2018 in Russland.

Islands Weg zur WM

Das eigentlich Erstaunliche an Islands Qualifikation zur WM 2018 in Russland ist nicht mal so sehr, dass sie es geschafft haben. Schon zur WM 2014 scheiterte man nur denkbar knapp in den Playoffs an Kroatien. Sondern dass sie sogar ihre Qualifikationsgruppe vor so ausgemachten Fußballnationen wie Kroatien, der Türkei oder auch der Ukraine gewannen.

22 Punkte holte man aus 10 Partien, verlor nur 2x und ließ alle fünf anderen Konkurrenten hinter sich. Dass die Isländer zurzeit eine Goldene Generation besitzen, die selbst gegen die ganz Großen nicht untergeht, war bekannt. Dass sie sich selbst mit der direkten Qualifikation zur WM im starken Kontinentalverband UEFA belohnen, nicht unbedingt zu erwarten. Umso größer war die Freude auf Island, umso größer ist jetzt dort die Vorfreude auf Partien gegen Argentinien (mit Messi!), erneut Kroatien und Nigeria.

Panamas Qualifikation für die WM 2018

Zunächst wurde Panama in seiner Gruppe B zweiter hinter Costa Rica, ließ damit Haiti und Ex-WM-Teilnehmer Jamaika hinter sich. Beide Niederlagen kassierte man dabei nur gegen Costa Rica, sammelte ansonsten 10 Punkte, was für den Einzug in die letzte Runde der Qualifikation in Südamerika ausreichte.

Dort spielen 6 Teams im normalen Ligenbetrieb mit Hin- und Rückrunde gegeneinander, die besten 3 erhalten direkt das Ticket zur WM, der Viertplatzierte geht in die Playoffs. Die letzten beiden scheiden aus. Vor Beginn ideser letzten Runde rechnete jeder damit, dass einer dieser beiden Ausscheidenden Panama sein würde. Das Team nahm noch nie an einer WM teil – und kam auch noch nie in die Nähe zur Qualifikation für ein solches Turnier. Doch diesmal sollte es anders sein.

Trotz am Ende negativen Torverhältnisses von 9:10 Toren aus 10 Spielen erreichte man punktgleich mit Honduras, aber eben vor ihnen die direkte Qualifikation zur WM in Russland. Das ist umso erstaunlicher, als kaum international in nennenswerten Ligen spielende Akteure den Kader von Panama bilden. Doch am letzten Spieltag reichte ein 2:1 über Costa Rica, weil die USA zum selben Zeitpunkt 1:2 in Trinidad & Tobago unterlagen, um erstmals zu einer WM zu fahren. Prominentester Fan – zumindest hierzulande – dürfte bei den Feierlichkeiten Kevin Kuranyi gewesen sein, der zum Teil aus Panama stammt und inzwischen sogar als Berater des Teams während der WM fungieren soll. Schließlich ist Kevin Kuranyi nicht nur 51-facher Nationalspieler für Deutschland, er hat auch lange Jahre für Dinamo Moskau in Russland gespielt und kennt sich in dem Land aus. Expertise werden die Panamaer allerdings auch benötigen, gelten sie doch als größter Außenseiter bei diesem Turnier überhaupt – übrigens noch weit hinter Island, denen man durchaus den einen oder anderen Überraschungserfolg zutraut.

Die 32 qualifizierten Teams der WM 2018

Am Ende erbrachte die Qualifikation die folgenden Teilnehmer inklusive Gastgeber Russland:

KontinentLänder
EuropaRussland, Frankreich, Schweden, Belgien, Island, Schweiz, Dänemark, Kroatien, Serbien, Deutschland, Polen, Spanien, England, Portugal
SüdamerikaBrasilien, Argentinien, Kolumbien, Peru, Uruguay
AfrikaÄgypten, Tunesien, Senegal, Marokko, Nigeria
AsienAustralien, Südkorea, Iran, Japan, Saudi-Arabien
Nord- und Mittelamerika Costa Rica, Mexiko, Panama

Die Auslosung der Gruppen der WM 2018

Nachdem schließlich nach Abschluss der Interkontinental-Playoffs feststand, welche 31 Teams zur WM in Russland fahren würden, fand am 1. Dezember 2017 die Auslosung der 8 Vorrundengruppen à 4 Teams teil. In Russland ließ man es sich nicht nehmen, dies im Zentrum der Macht des Landes, mitten im Kreml durchzuführen. Genauer gesagt war es die Große Konzerthalle des Kremls, in der sich Granden des Weltfußballs einfanden, um die Lose zu ziehen.

Russland war wie üblich als Kopf der Gruppe A gesetzt, nicht nur um dem Gastgeber damit einen kleinen Vorteil zu verschaffen, den ganz großen Gegnern zumindest in der Vorrunde aus dem Weg zu gehen. So ist zudem sicher gestellt, dass der Gastgeber das Eröffungsspiel des WM-Turniers bestreitet, wie es allerdings auch erst seit 2006 üblich ist, seit der amtierende Weltmeister nicht mehr automatisch qualifiziert ist und sich erst sportlich qualifizieren muss. Wodurch es ja dazu kommen könnte, dass ein amtierender Weltmeister nicht am nächsten Turnier teilnimmt. Seitdem obliegt die Ehre, das eigene Turnier zu eröffnen auch dem Gastgeber.

Russland war also in Gruppe 1 als Gruppenkopf gesetzt. Die übrigen 7 Teams, die als Gruppenköpfe anhand der Weltrangliste der FIFA festgelegt wurden, waren die folgenden:

  • Deutschland
  • Brasilien
  • Portugal
  • Argentinien
  • Belgien
  • Polen
  • Frankreich

Durch geschickte Planung seiner Testspiele war Polen noch in diesen ersten Topf gerutscht. Denn während Polen einfach bis zur Auslosung völlig auf Testspiele verzichtete, absolvierte Spanien solche. Da diese schwächer bewertet werden als Pflichtspiele, rutschte Spanien in der Weltrangliste noch hinter Polen und Frankreich – und landete somit als potenzieller Favoritenschreck in Topf 2. Damit hätten die Spanier sowohl Gegner der Deutschen als auch des Gastgebers Russland werden können. Es kam aber anders.

In Topf 2 befand sich also wie erwähnt Spanien, was dann insgesamt folgende Zusammenstellung dieses Topfes bedeutete:

  • Spanien
  • Peru
  • Schweiz
  • England
  • Kolumbien
  • Mexiko
  • Uruguay
  • Kroatien

Einzig Teams aus Südamerika und Europa waren also in dieser zweiten Gruppe vertreten, was für Topf 1 natürlich ohnehin galt, nicht aber zwangsläufig für Topf 2. Doch im Falle der Auslosung der WM 2018 in Russland war dem eben so. Weitere als sehr stark eingeschätze Teams in diesem Topf 2 neben dem Weltmeister von 2010, Spanien: der wiedererstarkte Weltmeister von 1966, England, sowie das in Südamerika stark spielende Kolumbien. Doch auch alle anderen Teams aus diesem Topf 2 haben das Zeug, mehr als nur das Achtelfinale zu erreichen.

Das dürfte für so manches Team aus Topf 3 schon schwieriger werden, wenn es auch nicht unmöglich ist.

Dieser Topf setzte sich laut den Bestimmungen der FIFA wie folgt zusammen:

  • Dänemark
  • Island
  • Costa Rica
  • Schweden
  • Tunesien
  • Ägypten
  • Senegal
  • Iran

Hier also die ersten Vertreter aus Asien und Afrika mit in der Verlosung, dazu gleich drei skandinavische Teams, sofern man Island zu Skandinavien dazu zählt, was offiziell nicht zulässig ist, oft aber so gehandhabt wird.

Den letzten Topf 4 bildeten demgemäß die verbliebenen 8 Qualifikanten, die nicht zwangsläufig Ausschussware bei diesem Turnier sein müssen. Viele von ihnen überstanden bereits einmal eine Vorrunde, Südkorea war beim Turnier im eigenen Land 2002 sogar bis ins Halbfinale vorgedrungen, wo man nur durch ein spätes Tor von Michael Ballack vom Finaleinzug abgehalten worden war. Diese gesamte Zusammensetzung von Gruppe 3 sah wie folgt aus:

  • Serbien
  • Nigeria
  • Australien
  • Japan
  • Marokko
  • Panama
  • Südkorea
  • Saudi-Arabien

Moderator der Auslosung war niemand Geringeres als Gary Lineker, selbst WM-Teilnehmer von 1986 und 1990 und vor allem Torschützenkönig der WM 1986 als erster Engländer überhaupt mit 6 Treffern bei diesem Turnier, bei dem seine Engländer gegen den späteren Weltmeister Argentinien ausgeschieden waren, Stichworte “Hand Gottes” und “Jahrhunderttor” von Diego Maradona. Ausgewählt hatte man Gary Lineker aber nicht allein wegen dieser Fakten, sondern weil er nach seiner Karriere als Fußballer eine Laufbahn als Kommentator und Moderator im Sportfernsehen gewählt und erfolgreich beschritten hatte. Er war also in zweierlei Hinsicht ein Mann vom Fach.

Natürlich waren auch Russlands Staatschef Wladimir Putin und FIFA-Präsident Gianni Infantino bei der Einleitung der Auslosung mit auf der Bühne. Dann brachte Miroslav Klose als Vertreter des amtierenden Weltmeisters Deutschland den WM-Pokal “zurück”, damit er in Russland neu ausgespielt werden könne. Die Losfeen waren dann aber frühere WM-Teilnehmer, im einzelnen diese Stars des Kampfes um das runde Leder:

  • Alexej Smertin (Russland)
  • Oliver Bierhoff (Deutschland)
  • Ronaldo (Brasilien)
  • Diego Forlan (Uruguay)
  • Fabio Cannavaro (Italien)
  • Samuel Eto'o (Kamerun)
  • Rinat Dassajew (Russland)
  • Rabah Madjer (Algerien)
  • Predrag Rajkovic (Serbien)

Diese zogen dann folgende Gruppenkonstellationen für die WM 2018.

Die Gruppen in der Vorrunde der WM 2018

Dass Russland Kopf der Gruppe A sein würde, war wie erwähnt schon vorher klar.

Gruppe A

  • Russland
  • Saudi-Arabien
  • Ägypten
  • Uruguay

Damit stand auch fest, dass das Eröffnungsspiel der WM 2018 im Olympiastadion Luschniki am 14. Juni 2018 die Partie Russland gegen Saudi-Arabien werden würde. Sicher ein machbarer Gegner selbst für eine nicht auf ihrem Zenit befindliche Nationalmannschaft der Russen. Andererseits hat die Welt sicher schon höherklassige Paarungen in einem Eröffnungsspiel erlebt – und gleichzeitig wird in den Tagen vor dem Anstoß des Eröffnungsspiels natürlich ohnehin die gesamte Fußballwelt auf diesen Anstoß hinfiebern, ganz gleich, wer da nun gegeneinander spielen wird.

Mit dem zweiten Gegner Ägypten hat Russland eine der denkbar schwächsten Konstellationen zugelost bekommen. Favorit auf den Gruppensieg dürfte zwar das Team aus Südamerika, Uruguay, sein. Alles andere als ein Weiterkommen in dieser nominell schwachen Gruppe wäre aber dann wirklich eine echte Enttäuschung für Russland und auch für den Veranstalter FIFA, der natürlich hofft, dass der Gastgeber möglichst lange im Turnier verbleibt, damit die Aufmerksamkeit im Austragungsland nicht schon früh absinkt.

Der Spielplan der Gruppe A bei der Weltmeisterschaft 2018

SpielOrtUhrzeitDatumErgebnis
Russland - Saudi ArabienMoskau17 UhrDonnerstag, 14.06.2018
Ägypten - UruguayJekaterinburg14 UhrFreitag ,15.06.2018
Russland - ÄgyptenSankt Petersburg20 UhrDienstag, 19.06.2018
Uruguay - Saudi-ArabienRostow am Don17 UhrMittwoch, 20.06.2018
Uruguay – RusslandSamara16 UhrMontag, 25.06.2018
Saudi-Arabien - ÄgyptenWolgograd16 UhrMontag, 25.06.2018

Gruppe B

Kopf der Gruppe B wurd der amtierende Europameister Portugal. Ihnen wurde dann ausgerechnet das stärkste Team aus dem zweiten Topf zugelost: Nachbar Spanien. Mit Marokko kam dann ein weiterer direkter Anrainer hinzu, der nur über die Meerenge von Gibraltar schauen muss, um bis nach Spanien sehen zu können. Im weiteren Verlauf der Auslosung ergaben sich dann diese Teilnehmer der Gruppe B bei der WM 2018.

  • Portugal
  • Spanien
  • Marokko
  • Iran

Alles andere als ein Weiterkommen der beiden Europäer Portugal und Spanien in dieser Gruppe wäre eine echte Überraschung, der Iran darf hier getrost als echter Außenseiter angesehen werden, während Marokko zumindest im afrikanischen Fußball stets eine große Rolle spielt. Und 1986 bei einer von bislang vier WM-Teilnahmen immerhin das Achtelfinale erreichte, wo man aber nach einem späten Freistoßtor von Lothar Matthäus mit 0:1 ausschied.

Der Spielplan der Gruppe B bei der Weltmeisterschaft 2018

SpielOrtUhrzeitDatumErgebnis
Marokko - IranSotschi17 UhrFreitag, 15.06.2018
Portugal - SpanienSankt Petersburg20 UhrFreitag, 15.06.2018
Portugal - MarokkoMoskau14 UhrMittwoch, 20.06.2018
Iran - SpanienKasan20 UhrMittwoch, 20.06.2018
Spanien - MarokkoSaransk20 UhrMontag, 25.06.2018
Iran - Portugal Kaliningrad20 UhrMontag, 25.06.2018

Gruppe C

Gruppenkopf in der dritten Gruppe der WM 2018 ist Frankreich, das wie alle anderen außer Portugal Spanien aus dem Weg gehen konnte. Zugelost wurden ihnen die folgenden Teams:

  • Frankreich
  • Australien
  • Peru
  • Dänemark

Auch wenn schwierig einzuschätzen ist, wie stark Peru bei dieser WM auftreten wird, dürfte hier Frankreich klarer Favorit auf den Gruppensieg sein. Dahinter ist eigentlich für alle drei alles möglich, auch wenn Australien in letzter Zeit nicht mehr die Qualität der starken 2000er Jahre besitzt. Dänemark ist immer für eine Überraschung gut – sowohl in positiver wie in negativer Hinsicht.

Der Spielplan der Gruppe C bei der Weltmeisterschaft 2018

SpielOrtUhrzeitDatumErgebnis
Frankreich - AustralienKasan12 UhrSamstag, 16.06.2018
Peru - DänemarkSaransk18 UhrSamstag, 16.06.2018
Frankreich - PeruJekaterinburg14 UhrDonnerstag, 21.06.2018
Dänemark - AustralienSamara17 UhrDonnerstag, 21.06.2018
Dänemark - Frankreich Moskau16 UhrDienstag, 26.06.2018
Australien - PeruSotschi16 UhrDienstag, 26.06.2018

Gruppe D

Als Kopf der Gruppe D wurde Argentinien gelost. Eine überaus interessante Gruppe mit zwei Teams aus Europa, dem zweifachen Weltmeister Argentinien und Nigeria.

  • Argentinien
  • Island
  • Kroatien
  • Nigeria

Sollte Island weiterkommen, wäre das eine dicke Überraschung, das Rennen um Platz zwei dürfte sich zwischen Kroatien und Nigeria entscheiden. Allerdings hatte auch Argentinien in der Qualifikation ziemlich geschwächelt. Man muss abwarten, ob sie bei der WM 2018 in Russland wieder zu alter Stärke finden.

Der Spielplan der Gruppe D bei der Weltmeisterschaft 2018

SpielOrtUhrzeitDatumErgebnis
Argentinien - IslandMoskau15 UhrSamstag, 16.06.2018
Kroatien - NigeriaKaliningrad21 UhrSamstag, 16.06.2018
Argentinien - KroatienNischni Nowgorod20 UhrDonnerstag, 21.06.2018
Nigeria - IslandWolgograd17 UhrFreitag, 22.06.2018
Island - KroatienRostow am Don20 UhrDienstag, 26.06.2018
Nigeria - ArgentinienSankt Petersburg20 UhrDienstag, 26.06.2018

Gruppe E

Gruppe E führt Brasilien an, das die Südamerikaqualifikation völlig überlegen gewann. Als Gegner gibt es wiederum zwei Teams aus Europa sowie einen Vertreter Mittelamerikas.

  • Brasilien
  • Schweiz
  • Costa Rica
  • Serbien

Natürlich ist hier der Rekordweltmeister Brasilien klarer Favorit, gegen alle drei Gegner in der Vorrunde – und dürfte sich wohl auch mit drei Siegen durchsetzen. Dahinter aber scheint alles möglich. Die Schweiz spielt zwar mit wenig offensiver Durchschlagskraft, aber auch defensiv sehr stabil. Und wozu die Mannschaft von Costa Rica fähig ist, hat sie mit ihrem Einzug ins Viertelfinale 2014 bereits demonstriert, wo sie erst im Elfmeterschießen an den Niederlanden scheiterte.

Der Spielplan der Gruppe E bei der Weltmeisterschaft 2018

SpielOrtUhrzeitDatumErgebnis
Costa Rica - SerbienSamara14 UhrSonntag, 17.06.2018
Brasilien - SchweizRostow am Don20 UhrSonntag, 17.06.2018
Brasilien - Costa RicaSankt Petersburg14 UhrFreitag, 22.06.2018
Serbien - SchweizKaliningrad20 UhrFreitag, 22.06.2018
Serbien - BrasilienMoskau20 UhrMittwoch, 27.06.2018
Schweiz - Costa RicaNischni Nowgorod20 UhrMittwoch, 27.06.2018

Gruppe F

In Gruppe F schließlich wurde Deutschland gelost, der amtierende Weltmeister, der als erste Mannschaft seit Brasilien 1958/1962 seinen Titel bei einer WM verteidigen will. Die Auslosung brachte gleich drei Gegner, gegen die man schon oft bei einer WM angetreten.

  • Deutschland
  • Mexiko
  • Schweden
  • Südkorea

Gegen alle drei Mannschaften besitzt das deutsche Team eine positive Bilanz und ist auch gegen alle drei Gegner Favorit. Bei Schweden ist noch die Antwort auf die Frage in der Schwebe, ob Superstar Zlatan Ibrahimovic von seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft zurücktritt und doch noch an der WM 2018 in Russland teilnimmt. Dann würde er im zweiten Gruppenspiel auf die Mannschaft von Bundestrainer Jogi Löw treffen, welche aber dennoch Favorit wäre.

Hinter Deutschland dürfte es einen Zweikampf zwischen Mexiko und Schweden ums Weiterkommen geben. Südkorea fällt hier doch deutlich gegenüber den anderen Teams ab in Bezug auf die Qualität seiner Mannschaft.

Der Spielplan der Gruppe F bei der Weltmeisterschaft 2018

SpielOrtUhrzeitDatumErgebnis
Deutschland - MexikoMoskau17 UhrSonntag, 17.06.2018
Schweden - SüdkoreaNischni Nowgorod14 UhrMontag, 18.06.2018
Deutschland - SchwedenSotschi20 UhrSamstag, 23.06.2018
Südkorea - MexikoRostow am Don17 UhrSamstag, 23.06.2018
Mexiko - SchwedenJekaterinburg16 UhrMittwoch, 27.06.2018
Südkorea - Deutschland Kasan16 UhrMittwoch, 27.06.2018
Deutsche Nationalmannschaft 2018

Deutsche Nationalmannschaft | imago/Mausolf

Gruppe G

Der ewige Geheimfavorit der letzten Jahre ist Gruppenkopf in Gruppe G: Belgien. Man darf gespannt sein, ob das Team mit einem anderen Trainer als dem bei der WM taktisch gescheiterten Marc Wilmots mehr Erfolg haben wird. Erstmal muss Belgien seine Vorrundengruppe überstehen. Das bedeutet, diese Viererkonstellation mindestens als Zweiter zu beenden:

  • Belgien
  • Panama
  • Tunesien
  • England

Die wiedererstarkten Engländer dürften hier der größte Gegner sein, Neuling Panama froh sein, wenn es einen Punkt erreicht und Tunesien besitzt ebenfalls nur Außenseiterchancen. In jedem Fall bietet diese Gruppe viele reizvolle Paarungen mit echtem WM-Charakter, nicht zuletzt durch die Teilnahme des Farbtupfers Panama.

Der Spielplan der Gruppe G bei der Weltmeisterschaft 2018

SpielOrtUhrzeitDatumErgebnis
Belgien - PanamaSotschi17 UhrMontag, 18.06.2018
Tunesien - EnglandWolgograd20 UhrMontag, 18.06.2018
Belgien - TunesienMoskau14 UhrSamstag, 23.06.2018
England - PanamaNischni Nowgorod14 UhrSonntag, 24.06.2018
England - BelgienKaliningrad20 UhrDonnerstag, 28.06.2018
Panama - TunesienSaransk20 UhrDonnerstag, 28.06.2018

Gruppe H

Highlight aus Sicht eines bunten Mixes an Fußballnationen ist sicherlich Gruppe H. Hier hat sich Polen als Gruppenkopf eingeschlichen, spielt dabei gegen ein Team aus Afrika, eines aus Asien und eines aus Südamerika und befindet sich damit neben Russland in einer der beiden Gruppen, in die nur ein europäisches Team gelost wurde. Insgesamt sieht das dann so aus:

  • Polen
  • Senegal
  • Kolumbien
  • Japan

Im Prinzip völlig offen, was sich in dieser Gruppe ereignen wird. Natürlich ist Polen mit seinem Weltstar Robert Lewandowski im Sturm eine echte Bedrohung für seine Gegner. Dass die Polen sich selbstverständlich fürs Achtelfinale qualifizieren werden, ist aber auch nicht gesagt. Bei allen drei anderen Teams ist die Leistungsstärke aufgrund der Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Kontinentalverbänden schwierig zu vergleichen. Weshalb man die Partien dieser Gruppe mit besonders viel Spannung erwarten darf.

Der Spielplan der Gruppe H bei der Weltmeisterschaft 2018

SpielOrtUhrzeitDatumErgebnis
Polen - SenegalMoskau14 UhrDienstag, 19.06.2018
Kolumbien - JapanSaransk17 UhrDienstag, 19.06.2018
Japan - SenegalJekaterinburg17 UhrSonntag, 24.06.2018
Polen - KolumbienKasan20 UhrSonntag, 24.06.2018
Senegal - KolumbienSamara16 UhrDonnerstag, 28.06.2018
Japan - PolenWolgograd16 UhrDonnerstag, 28.06.2018

Der Modus der WM 2018

Am Modus hat sich seit 1998 nichts geändert: 32 Mannschaften spielen in 8 Vorrundengruppen à 4 Teams jeweils 2 Teams aus, die das Achtelfinale erreichen. Jeder spielt in dieser Gruppe einmal gegen jeden, was drei Partien pro Mannschaft ergibt. Danach wird abgerechnet. Zunächst entscheiden natürlich die erzielten Punkte über die Reihenfolge in der Tabelle. Gibt es hier einen Gleichstand, kommen in dieser Reihenfolge die folgenden Kriterien zum Einsatz:

  • Tordifferenz
  • Anzahl erzielter Tore
  • Punkte aus Duellen punktgleicher Teams
  • Tordifferenz aus Duellen punktgleicher Teams
  • Anzahl erzielter Tore aus Duellen punktgleicher Teams
  • niedrigere Anzahl Minuspunkte durch Gelbe und Rote Karten (Gelbe Karte 1 Punkt, Gelb-Rote Karte 3 Punkte, Rote Karte 4 Punkte, Gelbe und Rote Karte 5 Punkte)

Erst wenn nach all diesen Kriterien keine Entscheidung gefallen ist, würde es zu einem Losentscheid kommen. Was recht unwahrscheinlich klingt, ist es in Wahrheit gar nicht so sehr. Bei der WM 1990 waren Irland und die Niederlande in Gruppe F punkt- und torgleich, sodass der Losentscheid über Rang 2 und 3 in der Tabelle entscheiden musste. Irland hatte hier das bessere Ende für sich, weshalb die Niederlande gegen Deutschland im Achtelfinale antreten mussten – und mit 1:2 ausschieden.

Was in den Kriterien nach den zwei Punkten so verschwurbelt klingt, kann man übrigens auch in einer einfachen Formulierung zusammenfassen: Bei Punktgleichheit zählt der direkte Vergleich.

Anschließend spielen die 16 für das Achtelfinale qualifizierten Teams, in denen sie im KO-Modus gegeneinander antreten. Heißt: innerhalb dieser Partie wird auf jeden Fall ein Sieger ermittelt, das unterlegene Team scheidet aus. Steht es nach 90 Minuten noch Unentschieden, kommt es zu einer Verlängerung von 2×15 Minuten. Ein Golden Goald oder Silver Goal wie bei früheren WM-Turnieren gibt es nicht. Endet die Verlängerung ebenfalls ohne Entscheidung, kommt es zu einem Elfmeterschießen, bei dem zunächst 5 Schützen jeder Mannschaft antreten. Steht es danach immer noch Unentschieden, tritt paarweise von jeder Mannschaft jeweils ein Spieler so lange zu einem Elfmeter an, bis eine Entscheidung gefunden wurde. Dies gilt für alle Playoff-Spiel inklusive des Finales am 15. Juli 2018 im Olympiastadion in Luschniki.

Insofern ist der Modus also nicht schwer zu verstehen – gegenüber früheren Turnieren gibt es hier keinerlei Änderungen. Dass man in der Gruppenphase für einen Sieg drei statt wie früher zwei Punkte erhält, ist auch schon seit inzwischen Jahrzehnten so, bedarf also keiner sonderlichen Erwähnung mehr.

Quartiere der 32 teilnehmenden Mannschaften in Russland

Oliver Bierhoff, der Manager der deutschen Nationalmannschaft, hatte sich schon früh auf die Suche nach geeigneten Quartieren in Russland begeben, als die Qualifikation der Deutschen noch gar nicht feststand. Da davon aber ohnehin auszugehen war, war es nur clever, dies so zu tun. So hatte man, als die Auslosung schließlich erfolgt war, jeweils mehrere Quartiere in verschiedenen Städten zur Auswahl und konnte das für die Konstellation der Spielorte beste sofort buchen. Die Wahl fiel schließlich auf das Örtchen Vatutinki, das 40 km südwestlich von Moskau gelegen ist, aber deutlich näher an einem der Flughäfen von Moskau liegt. Dort gibt es auch eine passende Trainingsanlage und einen Fitnessbereich, wobei die Anlage zurzeit noch nach den Wünschen der Deutschen umgebaut wird.

Wo sind die Quartiere der übrigen 31 teilnehmenden Teams?

Hier die Übersicht, wer sich für welchen Standort entschieden hat, um eine möglichst erfolgreiche WM 2018 zu spielen:

  • TeamStadt
  • Russland – Moskau
  • Saudi-Arabien – Sankt Petersburg
  • Ägypten – Grosny
  • Uruguay – Nischni Nowgorod
  • Portugal – Moskau
  • Spanien – Krasnodar
  • Marokko – Woronesch
  • Iran – Moskau
  • Frankreich – Moskau
  • Australien – Kasan
  • Peru – Moskau
  • Dänemark – Amapa
  • Argentinien – Moskau
  • Island – Gelendschik
  • Kroatien – Sankt Petersburg
  • Nigeria – Jessentuki
  • Brasilien – Sotschi
  • Schweiz – Toliatti
  • Costa Rica – Sankt Petersburg
  • Serbien – Kaliningrad
  • Deutschland – Moskau
  • Mexiko – Moskau
  • Schweden – Gelendschik
  • Südkorea – Sankt Petersburg
  • Belgien – Moskau
  • Panama – Saransk
  • Tunesien – Moskau
  • England – Sankt Petersburg
  • Polen – Sotschi
  • Senegal – Kaluga
  • Kolumbien – Tatarstan
  • Japan – Kasan

Ein durchaus beträchtlicher Teil der Teams hat sich also für ein Quartier im Großraum Moskau entschieden, was angesichts des Umstands, dass nur in Moskau zwei WM-Stadien in einer Stadt zu finden sind, ohnehin schon recht wahrscheinlich war.

Die Ausrüster der 32 WM-Teams

Größter Fisch im Teich der Ausrüster der 32 WM-Teilnehmer ist jenes Unternehmen, welches ohnehin auch der Partner der FIFA ist und den WM-Ball “Telstar 18” stellt. 12 der 32 Teilnehmer werden von Adidas ausgerüstet, darunter nicht zuletzt Weltmeister Deutschland. Die zweitmeisten Mannschaften rüstet das US-Unternehmen Nike aus. Alle anderen Ausrüster wie Puma, Hummel und weitere statten jeweils maximal zwei Nationen mit ihrer Sportkleidung aus.

Hier alle Teams und ihre Ausrüster in der Übersicht:

AusrüsterTeams
AdidasÄgypten, Argentinien, Deutschland, Iran, Japan, Kolumbien, Marokko, Mexiko, Russland, Schweden, Spanien
NikeAustralien, Brasilien, England, Frankreich, Kroatien, Nigeria, Polen, Portugal, Saudi Arabien, Südkorea
PumaSchweiz, Senegal, Serbien, Uruguay
HummelDänemark
UmbroPeru
UhlsportTunesien
ErreaIsland
New BalancePanama, Costa Rica

Somit sieht die Verteilung der Ausrüster bei dieser WM 2018 wie folgt aus:

AusrüsterTeams
Adidas12
Nike10
Puma4
New Balanca2
Hummel1
Uhlsport1
Umbro1
Errea1

Zum Leidwesen von Puma ist deren größtes Zugpferd, die Nationalmannschaft von Italien nicht dabei. Für Nike rächt sich das Scheitern der USA in geringeren Umsatzzahlen. Und auch wenn die Niederlande nur vergleichsweise wenige Einwohner hat, wird man bei Nike über das Ausscheiden dieser doch an vielen Orten in der Welt beliebten Nationalmannschaft ebenfalls nicht glücklich sein.

Gastgeber Russland wird ebenso wie Titelverteidiger Deutschland von Adidas ausgerüstet, das damit dem Turnier sicher noch mehr seinen Stempel wird aufdrücken können, als dies als offizieller Partner der FIFA ohnehin schon der Fall gewesen wäre.

Die Favoriten bei der WM 2018

Keine Frage, es handelt sich wie immer um die üblichen Verdächtigen sowie einen Rückkehrer und eine etwas kleinere Nation, die man zum Kreis der Favoriten auf den Gewinn der Weltmeisterschaft 2018 in Russland zählen muss. Da wären die beiden stärksten Südamerikaner: Rekordweltmeister Brasilien scheint seine Krise von 2014 überwunden zu haben. Doppelweltmeister und nicht zu vergessen aktueller Vize-Weltmeister Argentinien ist ohnehin immer Mit-Favorit. Mit Lionel Messi, der wieder mal eine glänzende Saison beim FC Barcelona spielt, muss man die Gauchos auch zum engeren Kreis der Titelfavoriten zählen, obwohl Messi in der Nationalmannschaft selten so zur Entfaltung kommt wie im Verein.

Aus Europa ist es natürlich der amtierende Weltmeister Deutschland, der auch eine überzeugende und ungefährdete Qualifikation gespielt hat. Von Müdigkeit ist diesmal wie direkt nach dem Titelgewinn 2014 diesmal keine Spur, zumal das Team auch ständig erneuert wird. Spieler wie Leroy Sané, Leon Goretzka oder nicht zuletzt ein fitter und nicht verletzter Marco Reus geben dem Spiel der deutschen Mannschaft auch einen anderen, vielleicht noch besseren Charakter als es noch bei der letzten WM der Fall war.

Nicht dahinter, eher daneben ist auch Frankreich bei der Frage nach den Favoriten für die WM einzusortieren. Mit einer Fülle an jungen Spielern und endlich einmal ohne (größere) Querelen innerhalb des Teams ist den Franzosen durchaus ihr zweiter WM-Title zuzutrauen, zumindest aber sind sie in jedem Fall ein heißer Kandidat fürs Halbfinale. Das gilt im Normalfall auch für einen weiteren Favoriten, Spanien nämlich. Hier hat man aber Sorge, dass das Team doch in die Jahre gekommen ist, auch wenn man zumindest in der Nationalmannschaft weg vom barcelonesken Guardiola-Fußball des Ballzirkulierens ist. In der Qualifikation war man für Italien zu stark, ob es diesmal für ganz oben reicht, ist offen, aber durchaus nicht unwahrscheinlich.

Hinzu kommt in Belgien eine Mannschat, die in Kevin de Bruyne einen der kommenden Superstars dieser WM in ihren Reihen hat. Der Rotblondschopf spielt bei Manchester City unter eben jenem Pep Guardiola noch besser als zuvor schon, scheint überall seine Augen zu haben und zeichnet sich durch eine enorme Spielübersicht, aber auch Effektivität aus. Da er über genügend Mitspieler von guter bis sehr guter Qualität in der Nationalmannschaft von Belgien verfügt, könnte es für das Team von der Nordseeküste diesmal ganz hoch hinaus gehen. Wenn da nicht der Umstand wäre, dass Belgien zuletzt bei allen Turnieren dann doch immer wieder enttäuschte. Allerdings nähert sich de Bruyne seinem Zenit und vielleicht erreicht er diesen ja mit einer überragenden Leistung bei dieser WM.

Mit einigem Abstand zählt so mancher auch noch England zum Kreis der Favoriten. Das einst so oft stolpernde Team hat seine notorische Starrheit abgelegt, zudem in Harry Kane einen Stürmer, der zuletzt sogar öfter traf als Messi und Ronaldo, dazu gelang eine problemlose, souveräne Qualifikation. Dennoch könnt es für England nicht für weit oben reichen. Früher mal ein “typisches Viertelfinalteam” bei großen Turnieren, soll es diesmal aber möglichst mehr werden.

Favoriten auf den Gewinn des WM-Titels aus anderen Konföderationen als Europa und Südamerika sind auch bei dieser WM wieder nicht in Sicht. Afrikas Vertreter könnten zwar allesamt die Vorrunde überstehen – aber auch allesamt schon in der Vorrunde scheitern. Selbiges gilt für die Teams aus Asien, wo vor allem Südkorea und Japan zuletzt stark abgebaut haben und zwar in Asien immer noch dominieren, im Weltfußball aber nicht mehr an das Topniveau heranreichen. In beiden Fällen ist eher mit einem Aus nach der Vorrunde zu rechnen. Australien ist da noch der Kandidat, der am wahrscheinlichsten die Vorrunde übersteht. Zu viel mehr wird es aber auch bei den Socceroos nicht reichen.

Die großen Stars und die vielleicht kommenden Stars bei der WM 2018

Viele Stars sind wieder mit dabei, wobei es aus deutscher Sicht immer schwierig ist zu entscheiden, ob deutsche Spieler in der Bundesliga im Ausland überhaupt als Stars wahrgenommen werden. Für Manuel Neuer dürfte das sicher gelten, allerdings ist seine Teilnahme bislang alles andere als sicher. Ansonsten wären da noch Marco Reus, der endlich seine erste WM spielen will, in jedem Fall Mats Hummels, der auch abseits des Platzes zum Star taugt und Timo Werner, der in der Nationalmannschaft zuletzt häufig überzeugte, im Verein dagegen zuletzt schwächelte. Vielleicht schont er sich für kommende große Auftritte bei der WM, um dann zu einem ganz großen Club zu wechseln.

Toni Kroos, in Diensten von Real Madrid, hat sich im Prinzip schon zum Star gekrönt, als er 2014 Weltmeister wurde. Das würde er nun gerne noch einmal wiederholen. So farblos er in Deutschland wirken mag – im Ausland wird Toni Kroos durchaus als Star gesehen. Doch da sind ja noch die vielen anderen internationalen Stars, die an dieser WM teilnehmen.

Da wäre natürlich das Duo zu nennen, das den Weltfußball seit knapp 10 Jahren völlig beherrscht: Lionel Messi mit Argentinien und Cristiano Ronaldo mit Portugal. Sollte einer von beiden 2018 Weltmeister werden, wäre das jeweils die endgültige Krönung ihrer Karrieren. Allerdings dürften die Chancen dafür für Messi deutlich besser stehen als für Ronaldo, der mit einem eher schwächeren Portugal wohl kaum den Erfolg vom Sommer 2016 wiederholen dürfte, als man das Finale eines großen Turniers gewann.

Aus England drängt unbedingt Harry Kane in die Gazetten und auch in die Aufmerksamkeit der Fußball-Weltöffentlichkeit. Das Eigengewächs von Tottenham Hotspur trifft fast nach Belieben und ist ein Garant dafür, dass England wieder stark aufspielt. Weltmeister wird er vielleicht nicht werden, dann wird es aber eventuell etwas damit, Torschützenkönig der WM zu werden und damit Gary Lineker als bislang einzigem Engländer, dem dies gelang, nachzufolgen.

Beim belgischen Team blickt alles gebannt auf Kevin de Bruyne, der immer noch immer besser wird. Was 2014 in keinem guten Turnier endete, hat diesmal gute Chancen, für de Bruyne für den Aufstieg in die absolute Weltspitze zu sorgen – sofern de Bruyne dort nicht ohnehin bereits angelangt ist.

Dazu kommt mit Neymar ein Spieler aus einer Mannschaft, die sonst ständig für die ganz großen Stars einer WM sorgte, was zumindest seit 2006 doch ziemlich versiegt ist: aus Brasilien. Neymar dominiert die französische Ligue 1 beinahe nach Belieben. Nachdem seine Mitspieler in der brasilianischen Nationalmannschaft insgesamt auch wieder besseres Niveau erreicht haben, darf die Fußballwelt sich womöglich auf ein glänzendes Turnier von Neymar freuen, womit er vielleicht Ex-Teamkollege Messi in den Schatten stellen könnte.

Und dann sind da natürlich noch die vielen Spieler, deren Stern vielleicht nur für einen Sommer glühen wird, vielleicht nur für dieses Turnier. Ob das ein Spieler aus Island, ein Torhüter von Peru oder ein Dribbelkünstler aus dem Senegal sein wird, wird man sehen. In jedem Fall werden sich neue Namen auf die Landkarte des Fußballs spielen, die man danach vielleicht bei größeren Vereinen wiederfindet.

Einreise nach Russland für die Fans

Normalerweise benötigen alle EU-Bürger ein Visum vor der Einreise nach Russland. Für die Dauer der WM (vom 14. Juni bis 15. Juli 2018) hat die russische Regierung diese Visumspflicht allerdings ausgesetzt, sofern man im Besitz eines gültigen Tickets für eines der Spiele der WM ist. Außerdem benötigt man einen sogenannten Fanpass oder Fan-Ausweis. Der Fan-Ausweis sowie sogar dessen Zusendung ist kostenlos, allerdings muss man ihn eben auf einer extra dafür von der russischen Regierung eingerichteten Webseite beantragen. Dies wiederum ist nur mit Nachweis eines WM-Tickets möglich, wobei dafür schon der Erhalt der offiziellen Email über die Zusage des Erhalts einer Webseite ausreicht.

Natürlich muss man dafür seine postalische Adresse angeben, weitere vertrauliche Daten werden aber nicht benötigt. Mit diesem Fan-Ausweis kann man sogar 10 Tage vor Beginn bis 10 Tage nach Ende der WM noch nach Russland visumsfrei ein- und ausreisen. Weiterhin muss man aber nachweisen, dass man krankenversichert ist.

Wer als Volunteer oder als Journalist zur WM reist, benötigt diesen Fanausweis gar nicht, beide Gruppen haben sogar bis zu einem Monat nach der Veranstaltung und 5 Monate vor Beginn des Turniers die Möglichkeit, ohne Visum nach Russland einzureisen.

Ticket-Vergabe innerhalb Russlands und für den Rest der Welt

Luxustickets für die WM in Russland – sogenannte Hospitality Packages – können schon seit Juni 2016 erworben werden. Allerdings richtet sich dieses Angebot eher an Unternehmen denn an Einzelpersonen.

Für den Normalsterblichen begann der Verkauf der Tickets am 17. Juni 2017 und läuft immer noch. Die ersten beiden Verkaufsphasen sind allerdings abgeschlossen, eine dritte und letzte beginnt jetzt kurz vor der WM ab dem 18. April und wird bis zum Ende des Turniers fortgeführt werden. Hier können sich Kurzentschlossene noch mit Karten versorgen, sofern sie das Glück haben, welche zu erhalten. Da die Spiele des Confed-Cups 2017 aber auch nur schwach besucht waren, ist insbesondere bei Paarungen weniger attraktiver Nationen durchaus davon auszugehen, dass man noch Tickets erhalten wird.

Die Preise variieren dabei zwischen 105 US-Dollar und 1.100 US-Dollar, je nach Kategorie. Die Kategorie 4 hingegen, die wesentlich günstigere Tickets beinhaltet, ist ausschließlich russischen Staatsbürgern vorgesehen, die so trotz geringerem Einkommen ebenfalls in die Lage versetzt werden sollen, sich den Besuch eines WM-Spiels leisten zu können.

Die Hooligan-Problematik im russischen Fußball

Ein Thema, an dem man bei einer WM in Russland nicht vorbeikommt, ist die große Problematik mit Hooligans in diesem Land. Mag es Hooligans in vielen fußballaffinen Ländern geben, so ist der Fall Russland anders gelagert, weil viele Schlägertrupps direkte Unterstützung von staatlichen Stellen erhalten. Als russische Hooligans während der EM 2016 in Marseille englische Fans und unbeteiligte Passanten verprügelten sowie die Innenstadt kurz und klein schlugen, war einer ihrer Anführer sogar in der Maschine des damaligen russischen Sportministers Mutko nach Frankreich angereist. Danach äußerte sich ein Verbandsoffizieller der Russen sogar mit “Stolz” darüber, dass sich die Russen von den englischen – vermeintlichen oder nicht – Hooligans haben bezwingen lassen.

Schon jetzt warnen deutsche Stellen vor Aktionen russischer Hooligans während der WM 2018, die in ihren Ausmaßen jene in Frankreich noch übertreffen könnten. 35 Menschen waren damals verletzt worden, viele von ihnen schwer, einer schwebte längere Zeit in Lebensgefahr. Es ist durchaus nicht auszuschließen. dass es zu regelrechten Hetzjagden auf Gruppen ausländischer Fans während des Turniers kommen könnte.

Da Russland als Reiseziel aber als eher schwierig gilt und die Auslosung aus Sicht deutscher Hooligans keine attraktiven Gegner brachte, ist zumindest nicht mit einem größere Kontingent deutscher Hooligans zu rechnen. Umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die russischen Schläger harmlose Durchschnittsbesucher als Ziel ihrer Aggression suchen.

Die russische Regierung zeigt sich bereits seit Jahren unfähig oder – schlimmer noch – nicht willens, dieser Hooligan-Gruppen Einhalt zu gebieten. Das lässt die Ängste vor derartigen Ausschreitungen bei vielen Fans aus dem Ausland zu Recht anwachsen, hält viele auch von einer Reise zur WM 2018 in Russland ab, wie am vergleichsweise geringen Interesse.

IS-Terrorgefahr während der WM 2018

Doch auch von anderer Seite droht Ungemacht. Wie das BKA mitteilte, gebe es ein erhöhtes Einströmen von IS-Kämpfern Die radikalen Islamisten hätte eine bedeutende Zahl an russischstämmigen Kämpfern in ihren Reihen, die auch während der WM 2018 aktiv werden könnten oder wollen. Im Internet kursieren bereits Darstellungen, auf denen bekannte Fußballspieler wie Neymar, Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo hingerichtet werden. Wegen der Beteiligung am Krieg in Syrien steht Russland ganz besonders im Fadenkreuz der IS-Kämpfer. Zudem sind einige Teilrepubliken Russlands im Süden eher islamisch geprägt. Auch hier herrschen stetige Konflikte mit der zentralen Regierung in Russland. Inwieweit die Organisatoren der WM auf mögliche Terrorattacken bzw. deren Abwehr vorbereitet sind, ist unbekannt, zumal ein Turnier, das in einem Raum mit derart großen Ausmaßen stattfindet, kaum flächendeckend zu überwachen ist.

Drei wichtige Regeländerungen für die WM in Russland

Die alten Herren der FIFA mögen alt sein und oft unbeweglich wirken. Tatsächlich gibt es aber gleich drei Regeländerungen schon im Vorfeld der WM zu berichten, die den Charakter des Spiels durchaus ein wenig verändern könnten. In jedem Fall demonstriert die FIFA, dass sie sich technischen Ändernungen keineswegs entzieht.

Da wäre zunächst der – zumindest in Deutschland noch – umstrittene Videobeweis. Diesen will die FIFA nun erstmals bei einer WM einführen, nachdem die Generalprobe beim Confed-Cup 2017 ebenfalls in Russland einigermaßen zufriedenstellend verlaufen war. Anders als der Beginn der Einführung des Videobeweises, der ja im Wortsinne kein “Beweis” ist, sondern nur eine neuerliche Überprüfung einer Situation per Videobildern möglich macht. Das soll nun also auch in Russland möglich sein, sofern das altehrwürdige FIFA-Council zustimmt, wovon allerdings wohl auszugehen ist. Anderenfalls hätte die FIFA diesen Vorstoß wohl nicht gewagt.

Man darf sich also darauf freuen, dass so manche Schwalbe, ob nun von Cristiano Ronaldo oder Neymar, entdeckt werden wird und eben nicht zu einer möglicherweise spielentscheidenden Fehlentscheidung führen wird. Nur Schwalben von Arjen Robben kann auch der Videobeweis bei der WM 2018 in Russland nicht entlarven — denn die Niederlande scheiterten bekanntlich schon in der Qualifikation.

Zweite Änderung bei dieser WM 2018 wird sein, dass es den Trainern und Betreuern der 32 teilnehmenden Teams jetzt auch offiziell erlaubt sein wird, per Handy, Smartphone, Tablet oder sonstwie, jedenfalls per moderner Kommunikationstechnik miteinander Informationen auszutauschen und diese auch zu erhalten. Einzig die Spieler bleiben weiterhin ohne “Funkverkehr”, für die Trainer gilt das ab jetzt nicht mehr. Zwar wird der Inhalt der Kommunikation der Trainer mit ihren möglicherweise an anderen Orten im Stadion befindlichen Assistenten formal auf “rein taktische Anweisungen” und “Kommunikation zum Wohl der Spieler” beschränkt. Dass die FIFA dies aber tatsächlich überprüfen wird, davon ist eher nicht auszugehen.

Insofern könnte man zwar einerseits erwarten, Jogi Löw statt mit dem einen oder anderen Körperprodukt demnächst mit einem Smartphone am Ohr an der Seitenlinie zu sehen. Andererseits dürfte die direkte Kommunikation vielleicht doch jemand anders übernehmen. Allerdings ist von der deutschen Nationalmannschaft bekannt, dass es bei ihr Usus ist, dass Co-Trainer Marcus Sorg die erste Halbzeit weit oben auf der Tribüne verbringt, während die übrigen Trainer natürlich an der Bank stehen. Ab sofort wäre es jedem Assistenten erlaubt, auch Bilder oder andere Formen von Informationen zu übermitteln. Man darf jedoch nicht davon ausgehen, dass man diese als Zuschauer zu Gesicht bekommt. Dennoch eine interessante Änderung, die sicher einen gewissen Einfluss auf den Verlauf der Spiele haben wird.

Die dritte Änderung vor der WM 2018 ist jene, welche in Deutschland im DFB-Pokal schon praktiziert wird. Sollte es in einem der Spiele in der KO-Runde zu einer Verlängerung kommen, so kann jede Mannschaft noch einen vierten Wechsel vornehmen. Dies dient einerseits zur physischen Entlastung der geplagten Spieler – in Russland kann es im Sommer durchaus sehr heiß werden – andererseits aber auch dazu, den Trainern noch mehr taktische und personelle Flexibilität zu ermöglichen. Außerdem will man so verhindern, dass die 2×15 Minuten einer Verlängerung nur noch so dahinplätschern, weil beide Teams physisch erschöpft sind und nur noch aufs Elfmeterschießen hoffen.

TV-Rechte der WM 2018

Für Deutschland haben sich wieder die Öffentlich-Rechtlichen Sender ARD und ZDF die Rechte an der Übertragung der Spiele der WM 2018 gesichert. Es gibt auch keine Sublizenzierung oder Auslagerung an andere Kanäle. Alle Spiele werden bei ARD und ZDF gezeigt werden. Das Eröffnungsspiel ist Sache der ARD, dafür darf das ZDF das Finale am 15. Juli 2018 in Moskau senden und begleiten.

Einzige Ausnahme stellt der jeweils letzte Spieltag in einer Gruppe dar, an dem bekanntermaßen die beiden Gruppenspiele jeweils gleichzeitig angepfiffen werden. Möglicherweise werden hier die Rechte für das als weniger attraktiv empfundene Spiel dieser beiden doch an einen Privatsender in Deutschland abgetreten. Dies entscheidet sich aber meist kurzfristig, sodass hier noch keine Aussage dazu zu treffen ist.

In jedem Fall ist klar, dass alle Gebührenzahler in Deutschland – und das sind seit geraumer Zeit alle Haushalte im Lande, egal, ob sie einen TV oder Radio besitzen oder nicht – ohne weitere Kosten in den Genuss aller WM-Spiele kommen werden. Da die Anstoßzeiten meist um 14 Uhr, 16 Uhr, 17 Uhr und 20 Uhr liegen, steht einer kompletten Begleitung dieser WM 2018 als Zuschauer nur eines im Wege: die eigenen Arbeitszeiten. Nicht aber die Verfügbarkeit der Spiele im Fernsehen noch der Umstand, dass WM-Spiele wie noch in Brasilien hierzulande mitten in der Nacht stattfinden.

Für die Schweiz besitzt der SRF die Übertragungsrechte und zeigt alle Partien, in Österreich ist das beim ORF der Fall. Auch in diesen beiden deutschsprachigen Ländern sind die insgesamt 64 WM-Spiele also allesamt kostenlos im Free-TV zu empfangen.

Mourinho wird Experte für russischen Sender Russia Today

Schon weit vor der WM wurde bekannt, dass der portugiesische Starcoach Jose Mourinho, zurzeit bei Manchester United in Dienst, während der WM 2018 in Russland weilen wird. Dort wird er für den staatlichen Sender Russia Today den TV-Experten geben. Mourinho bekannte, dass er “sehr glücklich” sei und sich darauf freue, die WM in Sommer in Russland nicht nur zu besuchen, sondern auch fachlich begleiten zu dürfen. Das etwas Seltsame an dieser Konstellation ist, dass der Sender Russia Today gar keine Rechte für die Live-Übertragungen an den Spielen der WM 2018 besitzt. Da darf man gespannt sein, wie die Parteien sich zu helfen werden wissen und in welcher Form Spiele taktisch analysiert werden, die man selbst gar nicht zeigen darf. Aber aus Erfahrungen mit deutschen Sendern, die Partien nur besprechen, ohne diese selbst zu zeigen, weiß man, dass das in Zeiten von Second Screen und vielerorts sogar auch Third Screen durchaus funktionieren kann. Kritik erhielt Jose Mourinho für diese Entscheidung allerdings auch, ist der staatliche Sender Russia Today doch nicht gerade dafür bekannt, frei von Propaganda zu sein und sich stets an die Fakten zu halten.

Neben Jose Mourinho sicherten sich die Russen noch die Dienste weiterer Stars oder vielleicht Ex-Stars aus dem Fußball. Peter Schmeichel, dänischer Europameister-Torhüter von 1992, und Stan Collymore, langjähriger Stürmer in der Premier League, werden die Spiele der WM 2018 für Russia Today präsentieren.

Politische Reaktionen in Deutschland: Boykott-Aufrufe

Es ist bei jeder größeren Sportveranstaltung, die in einem nicht-demokratischen oder nur bedingt freiheitlichen Land ausgetragen wird, dasselbe Spiel. Deutsche Politiker rufen dazu auf, diese Veranstaltung zu boykottieren. Im Falle von Russland hätte es gar nicht erst der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim kurz nach den Olympischen Spielen von Sotschi 2014 bedurft, um eine solche Boykottforderung auch für die WM 2018 entstehen zu lassen. Kritiker des Regimes von Wladimir Putin werden eingesperrt, so manch kritischer Journalist wurde schon ermordet und sowohl mit der Pressefreiheit als auch der Meinungsfreiheit ist es in diesem Russland von Präsident Putin nicht weit her. Von Rechten oder auch nur Respekt für Homosexuelle ganz zu schweigen.

Zuletzt war es die Grünen-Politikerin Rebecca Harms, die zum Boykott der WM 2018 aufrief. Die Abgeordnete des EU-Parlaments fände ein Fernbleiben von Fans, aber auch Politikern eine gute Idee. Ex-Bundespräsident Joachim Gauck habe es vorgemacht, wie man mit Russland umgehen solle. Er war nicht zu de Olympische Winterspielen 2014 in Sotschi gereist. Die Opposition werde in Russland ebenso unterdrückt wie Minderheiten. Außerdem sei auch das Verhalten der FIFA nicht zu unterstützen. Diese hatte immer wieder durch Korruptionsfälle von sich Reden gemacht, dazu verfolgt der Weltverband die auf dem Tisch liegenden Dopingvorwürfe gegen die russische Nationalmannschaft nut mir angezogener Handbremse, wenn er diese Ermittlungen nicht ganz verschleppt.

Was deutsche Fans betrifft, ist ein Aufruf zum Boykott aber ohnehin nahezu überflüssig. Anders als sonst, selbst in Brasilien, hat sich bislang nur ein ganz kleiner Anteil der Bundesbürger Tickets für die WM 2018 in Russland besorgt. Das mag mit den widrigen Reisebedingungen von Spielort zu Spielort zu tun haben, mit der dräuenden Hooligan-Problematik, aber nicht zuletzt auch mit den generellen Verhältnissen in Russland, die viele als wenig einladend empfinden.

Ob der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier oder die alte und neue Bundeskanzlerin Angela Merkel dem WM-Turnier auch fernbleiben werden, ist offen. Allzu wahrscheinlich ist das nicht, sollte die deutsche Nationalmannschaft Erfolge bei diesem Turnier feiern wie erhofft. Und dass der gemeine Fans zu Hause in Deutschland den Fernseher nicht einschaltet, wenn eine WM läuft, nur weil sie in einem autokratischen Staat durchgeführt wird, ist auch schwer vorstellbar.

Zeitzonen in und Zeitunterschied zu Russland

Russland ist das größte Land der Erde, mit einer Ausdehnung von nur wenigen Hundert Kilometer von Berlin entfernt (Kaliningrad) bis nach Wladiwostok, von wo aus man fast nach Japan hinübersehen kann. Natürlich macht sich das auch in einer enormen Anzahl an unterschiedlichen Zeitzonen innerhalb des Landes bemerkbar. Mit gleich elf verschiedenen Zeitzonen hält Russland den Weltrekord für unterschiedliche Zeitzonen in einem Land. Auf die WM 2018 hat das dennoch nicht solch riesige Auswirkungen, wie man vermuten würde, findet diese doch mit Ausnahme des ebenfalls fast noch in Europa gelegenen Jekaterinburg komplett im europäischen Teil Russlands statt.

In insgesamt vier verschiedenen Zeitzonen wird ab dem 14. Juni 2018 um den Weltmeistertitel im Fußball gekämpft. Die westlichste ist naturgemäß jene, in der Kaliningrad liegt – eigentlich nur eine Stunde Zeitunterschied nach Deutschland. Da Russland aber keine Sommerzeit anwendet, gibt es während der WM 2018 gar keinen Zeitunterschied zwischen der deutschen Zeit und jener in Kaliningrad.

Eine Zeitzone weiter liegen die meisten und vor allem größten Stadien der WM, also beispielsweise in Sankt Petersburg oder auch die beiden Stadien in Moskau. Hier gibt es während die WM läuft eine Stunde Zeitunterschied zu Deutschland, also eine Stunde Plus in Richtung Russland gedacht. Heißt: Wenn dort die Spiele um 21 Uhr angestoßen werden, beginnen sie nach deutscher Zeit um 20 Uhr. Analog gilt natürlich dasselbe für die übrigen genutzten Anstoßzeiten.

Die einzigen beiden Ausnahmen von dieser Regelung, dass die WM-Spiele eine Stunde in der Zeit vorausliegen, sind die Arena in Samara, die zwei Stunden Zeitunterschied aufweist sowie das östlichste Stadion der WM, das Zentralstadion in Jekaterinburg. Hier muss man drei Stunden von der Ortszeit in Jekaterinburg abziehen, um zur korrekten deutschen Zeit zu gelangen. Anstoß vor Ort im Ural um 20 Uhr hieße, dass die Übertragung hier in ARD oder ZDF um 17 Uhr beginnt, bzw. den Anstoß der Partie zeigt.

Klima in Russland

Weite Teile des Landes sind von Kontinentalklima geprägt. Im Sommer sehr heiß, im Winter sehr kalt und in manchen Teilen Russlands auch extrem kalt. Allerdings liegen mit Sankt Petersburg, Kaliningrad, Rostow am Don und Sotschi gleich vier Austragungsorte in relativer Küstennähe und sind nicht von diesen Extremen betroffen.

Auch Moskau liegt zwar weit von jeglicher Küste entfernt, befindet sich aber noch in einer Zone des kühlgemäßitgen Klimas. Die durchschnittliche Jahrestemperatur von 5,4° C sagt natürlich wenig darüber aus, wie es denn während der WM in Moskau – und im Rest Russlands – klimatisch aussehen wird. Die durchschnittliche Höchsttemperatur erreicht in Russland aber lediglich 22,4° C im Sommer, Ausreißer nach oben natürlich nicht ausgeschlossen.

Fürs gesamte Land ist zu sagen, dass es sich über etliche verschiedene Klimazonen verteilt, von winterlichen Durchschnittstemperaturen bis zu -60° C, dies allerdings in Sibirien, wo die WM gar nicht stattfindet, bis zu +25° C in den Steppen des Südens.

Am sinnvollsten ist es, sich für seine Reise zu einem bestimmten Spielort konkret zu informieren, welches Klima dort im Sommer zu erwarten ist. Entgegen der landläufigen Meinung gibt es nur wenige Gebiete, in denen die WM 2018 stattfindet, in denen es im Sommer regelmäßig zu enormer Hitze kommt. Lediglich am Schwarzen Meer könnte es richtig heiß sein während der WM, wo Spiele im Olympiastadion von Sotschi stattfinden werden. Insofern dürfte man als gemeiner Mitteleuropäer keine Probleme mit dem Klima in Russland bekommen.

Infrastruktur in Russland im Rahmen der WM 2018

Die Investitionen in die Infrastruktur in Russland umfassen ein Volumen von 7 Milliarden Euro. Allerdings ist angesichts der schieren Größe des Landes und der zurückzulegenden Entfernungen zwischen den Spielorten kaum zu fassen, was das für die Infrastrktur in einem Land wie Russland bedeutet. In jedem Fall wird die WM 2018 in Russland damit das teuerste Turnier der Geschichte werden, zumal die tatsächlichen Kosten am Ende meist noch weit höher liegen als zunächst geplant.

Viel wird vor allem in die Stadien und deren direktes Umfeld sowie die Verkehrsanschlüsse der Stadien investiert. Doch auch das überregionale Bahnnetz, insbesondere zwischen den WM-Spielorten, soll einiges an Aufbesserung erfahren und auch schon erfahren haben.

Dass es noch viele Probleme zu lösen gab bzw. gibt, zeigte ein Test im November von Russlands Nationalmannschaft gegen Argentinien. Auf dem Platz lief es zwar mit einer 0:1-Niederlage besser als erwartet, doch die 80.000 Zuschauer im Luschniki Olympiastadion von Moskau sorgten bei An- und Abreise für stundenlang verstopfte Straßen und U-Bahnen. Manche Familien mussten in der Moskauer November-Kälte zwei Stunden warten, ehe sie endlich den Großraum des Stadions verlassen hatten. Ob bis zum Beginn des Turniers da noch Abhilfe geschaffen werden kann, ist angesichts der Kürze der Zeit fraglich.

Ebenso bereitet das neue Stadion in Sankt Petersburg Sorgen. Hier läuft zwar alles einigermaßen nach Plan. Dafür sind die Kosten für den Bau – wohl auch aufgrund von Korruption – mit jetzt schon 800 Millionen Euro in schwindelerregende und vor allem nicht geplante Höhen gestiegen.

Die fehlenden großen Teams bei der Weltmeisterschaft 2018

Anders als für eine EM ist die Qualifikation für eine WM immer noch eine echte Auslese, nicht zuletzt in Europa, wo sich viele starke Teams tummeln, von denen bei nur 13 freien Plätzen zwangsläufig einige auf der Strecke bleiben müssen. Dass es die Niederlande erwischte, kam nicht ganz so überraschend, schließlich waren sie schon an der wesentlich einfacheren Qualifikation zur EM 2016 gescheitert und befinden sich seit Längerem in einer Krise. Dass aber auch der vierfache Weltmeister (1934, 1938, 1982, 2006) Italien in der Qualifikation ausschied, war dann schon eine echte Sensation. In Schweden verlor man 0:1, kam zu Hause in den Playoffs nicht über ein 0:0 hinaus – und ist somit zum ersten Mal seit 1958 nicht für ein Endturnier qualifiziert. Das wird viele Fans freuen, genauso viele werden die immer für Erfolge gute Squadra Azzura aber auch vermissen.

Aus Südamerika verpasst mit Chile eine zuletzt ziemlich erfolgreiche Nation die WM 2018 in Russland. 2015 und 2016 waren sie noch Sieger der Copa America, nun war die Qualifikation für ein offenbar alterndes Team nicht zu bewerkstelligen. Dort scheiterte man, wenn auch denkbar knapp, letztlich an Peru, Kolumbien und Argentinien. Punktgleich mit Peru, das den Playoff-Platz erreichte, hatte man eine um 2 Tore schlechtere Tordifferenz als Peru – und kann sich die WM 2018 in Russland vom Fernseher aus ansehen.

Aus Afrika ist mit der Elfenbeinküste ein Dauergast der letzten WM nicht mit am Start. Von 2006 bis 2014 hatte die Elfenbeinküste an drei WM in Folge teilgenommen, 2015 war man noch Afrikameister geworden, 2012 Finalist gewesen. Doch auch hier scheint die große Zeit des Teams vorbei zu sein. Außerdem nicht qualifiziert, obwohl auch mit viel WM-Erfahrung ausgestattet: Ghana. In einer Gruppe mit Ägypten und Uganda musste Ghana Ersteren den Vortritt lassen.

Eher kleinere Teams aus Europa, die nicht dabei sind, obwohl sie zuletzt häufig zu großen Turnieren fuhren, sind Irland und Griechenland. Irland spielte zwar eine gute Runde in seiner Gruppe, hatte nach einem 0:0 im Hinspiel den Dänen im Rückspiel der Playoffs beim 1:5 aber nichts mehr entgegenzusetzen. Griechenland erreichte ebenfalls die Playoffs, hier war nach dem 1:4 im Hinspiel in Kroatien aber rasch klar, dass es diesmal für den vom Deutschen Michael Skibbe trainierten Europameister von 2004 nicht reichen würde.

Ebenso fehlen Österreich und die Türkei, zwei Fußballnationen, die zuletzt hofften, wieder im Aufwind zu sein. Beide scheiterten aber in ihren Gruppen recht früh und deutlich, wobei die Türkei sogar lediglich Finnland und das Kosovo hinter sich lassen konnte.

Eine ähnliche Sensation wie die Nichtteilnahme Italiens und der Niederlande ist aber das Ausscheiden eines anderen Landes: der USA. Deren Nationalmannschaft blamierte sich mit einem 1:2 am letzten Spieltag der Gruppe auf Trinidad & Tobago – dem Letzten der Gruppe. Zuletzt stand man zweimal in Folge sogar im Achtelfinale der WM, war seit 1990 immer qualifiziert und nun dieses peinliche Aus. Knapp 350 Millionen Amerikaner werden jetzt mit deutlich geringer Wahrscheinlichkeit den Fernseher einschalten, wenn der Ball bei der WM 2018 in Russland rollt.

Eine Auswahl weiterer, nicht qualifizierter Teams, die aber schon mal etwas bei einer WM erreicht haben, zeigt die folgende Liste:

  • Schottland
  • Ungarn
  • Kamerun
  • Algerien
  • Tschechien
  • Rumänien
  • Bulgarien

Dafür sind mit Ausnahme von Italien alle bisherigen Weltmeister qualifiziert. Das sind in der Reihenfolge der Zahl ihrer Titel:

  • Brasilien (5)
  • Deutschland (4)
  • Argentinien (2)
  • Uruguay (2)
  • England (1)
  • Spanien (1)
  • Frankreich (1)

Deutschland könnte also mit einem Titelgewinn mit Rekordweltmeister Brasilien gleichziehen, ein Einholen nach Titeln durch Argentinien oder Uruguay ist nicht zu befürchten, lediglich ein Verkürzen des Abstands.

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