Die Auslosung der WM-Gruppen: So wird es ablaufen

Die Auslosung der WM-Gruppen wird nicht ganz dem Zufall überlassen, dabei müssen einige Regeln beachtet werden. Doch sind es nicht mehr so viele, wie noch in den vorherigen Jahren. Denn die regionalen Gesichtspunkte spielen bei der Zuteilung der verschiedenen Lostöpfe keine Rolle mehr. Das wichtigste Kriterium bildet dieses Mal die Weltrangliste der Fifa. Russland wird als Gastgeber automatisch in den ersten Topf kommen – das ist der Topf, in dem sich alle Gruppenköpfe tummeln, also neben Russland (Rang 65) die ersten sieben Länder der Weltrangliste. Wer jetzt aber glaubt, dadurch würde der amtierende Weltmeister erst in der K.O.-Runde auf Gegner wie Spanien oder England treffen, der irrt – denn die Weltrangliste sieht an einigen Positionen anders aus, als von einigen vielleicht erwartet.

Spanien und England im zweiten Lostopf

Spanien, Weltmeister von 2010, konnte sich durch die gute Qualifikation zwar um drei Plätze in der Weltrangliste nach oben arbeiten, es reicht aber nur für Platz acht – und damit für den zweiten Lostopf. Und nicht nur das, auch ein Duell mit England könnte es bereits in der Gruppenphase geben. Denn die Engländer belegen in der Weltrangliste trotz eines überzeugenden Kaders nur den zwölften Rang – ebenfalls Topf zwei. Was allerdings nicht passieren wird: Nur zwei europäische Mannschaften dürfen in einer Gruppe sein, also ist eine Gruppe bestehend aus England, Spanien und Deutschland nicht möglich.

Die einzelnen Gruppenköpfe sind bereits bekannt

Die Gruppenköpfe werden neben Deutschland und Russland demnach von

  • Brasilien
  • Portugal
  • Argentinien
  • Belgien
  • Polen
  • Frankreich

gebildet, womit Gruppenduelle gegen diese Spitzenteams schonmal ausgeschlossen sind. Im zweiten Topf sind neben Spanien und England derzeit noch Kolumbien, Mexiko und Uruguay. Wenn sich Peru im Playoff gegen Neuseeland durchsetzen wird, dann kommt auch Peru in diesen zweiten Topf. Grundsätzlich kann die Zusammensetzung der einzelnen Töpfe natürlich erst dann bekanntgegeben werden, wenn auch das letzte Playoff Spiel erledigt ist. Die vier Töpfe sind vom Prinzip her wie folgt aufgeteilt:

  • 1. Lostopf: Die besten 7 Mannschaften der FIFA-Weltrangliste (Russland als A1 gesetzt)
  • 2. Lostopf: Afrika plus restliche Teams aus Südamerika plus ein Team aus Europa
  • 3. Lostopf: Mannschaften aus Asien und Nord- bzw. Mittelamerika
  • 4. Lostopf: Europäische Mannschaften

Die Zusammensetzung der Lostöpfe wurde deshalb so gewählt, weil während der Gruppenphase keine Duelle von Nationen aus der gleichen Konföderation möglich sein sollen – von Europa einmal abgesehen, hier kommt es zu maximal zwei Mannschaften in einer Gruppe.

Die Play Off Spiele: Italien gegen Schweden, Kroatien gegen Griechenland

In allen Kontinentalverbänden steht noch mindestens eine Mannschaft in den Startlöchern, die sich noch für die Endrunde qualifizieren kann. Das wird in den Play Off Spielen ermittelt – insgesamt wird es sechs dieser Spiele geben, durch Hin- und Rückspiel also sogar zwölf. Und das sind die Paarungen:

  • Nordirland gegen Schweiz: Hinspiel am 9. November, Rückspiel am 12. November
  • Kroatien gegen Griechenland: Hinspiel am 9. November, Rückspiel am 12. November
  • Schweden gegen Italien: Hinspiel am 10. November, Rückspiel am 13. November
  • Honduras gegen Australien: Hinspiel am 10. November, Rückspiel am 15. November
  • Neuseeland gegen Peru: Hinspiel am 11. November, Rückspiel am 15. November

Die ersten Reaktionen hat es bereits gegeben. Italiens Team-Manager Gabriele Oriali gibt sich hinsichtlich des schweren Gegners optimistisch: „Wir sind Italien und niemand darf uns Angst machen. Wir sind optimistisch und denken positiv, auch wenn der Gegner kompliziert ist. Eine Weltmeisterschaft ohne Italien ist unvorstellbar.“ Zufrieden mit der Gesamtsituation zeigte sich Griechenlands Trainer Michael Skibbe: „Wir sind sehr glücklich, dass wir diese Spiele erreicht haben“, sagte Skibbe: „Jetzt freuen wir uns auf Kroatien, das ist ein starkes Team. Dass wir erst auswärts spielen, kann ein kleiner Vorteil sein.“

Diese Mannschaften konnten sich bereits qualifizieren

Es stehen bereits die meisten Teilnehmer für die Weltmeisterschaft fest, 17 Mannschaften konnten sich bisher fest qualifizieren:

  • Europa: Russland, Belgien, Deutschland, Polen, England, Spanien, Serbien, Island, Portugal, Frankreich
  • Südamerika: Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Uruguay
  • Nord-/ Mittelamerika: Mexiko, Costa Rica, Panama
  • Asien: Iran, Japan, Südkorea, Saudi-Arabien
  • Afrika: Nigeria, Ägypten

So sehen wir die Auslosung auch im TV oder im Internet

Die Auslosung der einzelnen Gruppen wird am 1. Dezember stattfinden. Die Konzerthalle des Staatlichen Kremlpalastes in Moskau wird hierfür zur Verfügung gestellt, die genaue Uhrzeit ist jedoch noch nicht bekannt. Wer das Großereignis mitverfolgen möchte, hat entweder auf ARD oder mit dem ZDF diese Möglichkeit – auf jeden Fall aber wird die Auslosung im Free-TV, also im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen. Durch die Mediatheken der Sender ist somit auch ein frei zugänglicher Internet Stream gesichert.

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