Deutschland bei der Ski WM 2017

Vom 06. bis 19. Februar dürfen sich die Fans des alpinen Ski Rennsports auf ein echtes Highlight freuen: die Ski WM 2017 in Sankt Moritz. Insgesamt stehen in der Schweiz elf Wettbewerbe auf dem Programm. Das deutsche Team will dabei zwei bis drei Medaillen holen. Nachfolgend blicken wir im Detail auf die deutsche Mannschaft bei der Ski Alpin WM 2017 in St. Moritz.

Das deutsche Aufgebot bei der alpinen Ski WM 2017 im Überblick

Der Deutsche Skiverband (DSV) hat insgesamt elf Akteure fix nominiert, zwei weitere Skifahrerinnen sollen noch nachnominiert werden. Die elf bislang nominierten Fahrer sind:
Frauen:

  • Lena Dürr (Germering/25) – 1 Weltcupsieg, mögliche Disziplinen: Super-G, Riesenslalom, Slalom, Kombination, Team
  • Christina Geiger (Oberstdorf/26) – kein Weltcupsieg, Disziplin: Slalom
  • Viktoria Rebensburg (Kreuth/27) – Olympiasiegerin 2010, Olymiadritte 2014 und WM-Zweite 2015 im Riesenslalom, 13 Weltcupsiege, Disziplinen: Abfahrt, Super-G, Team, Riesenslalom
  • Marina Wallner (Inzell/22) – kein Weltcupsieg, Disziplinen: Slalom, Kombination

Männer:

  • Thomas Dreßen (Mittenwald/23) – kein Weltcupsieg, Disziplinen: Abfahrt, Super-G
  • Josef Ferstl (Hammer/28) – kein Weltcupsieg, Disziplinen: Abfahrt, Super-G, Kombination
  • Stefan Luitz (Bolsterlang/24) – kein Weltcupsieg, Disziplinen: Riesenslalom, Slalom, Team
  • Felix Neureuther (Partenkirchen/32) – WM-Zweiter 2013 und WM-Dritter 2015 im Slalom, Weltmeister 2005 und WM-Dritter 2013 Team, zwölf Weltcupsiege, Disziplinen: Riesenslalom, Slalom, Team
  • Andreas Sander (Ennepetal/27) – kein Weltcupsieg, Disziplinen: Abfahrt, Super-G, Kombination
  • Dominik Stehle (Obermaiselstein/30) – kein Weltcupsieg, Disziplinen: Riesenslalom, Slalom
  • Linus Strasser (München/24) – 1 Weltcupsieg, Disziplinen: Riesenslalom, Slalom, Team

Medaillenkandidatin Nummer 1 des DSV: Viktoria Rebensburg

Bei den Frauen dürfte im Normalfall maximal eine Starterin Chancen auf eine Medaille bei der Ski WM 2017 haben: Viktoria Rebensburg. Dies wird alleine schon aufgrund der Vita der 27-jährigen aus Kreuth deutlich. Denn Deutschlands derzeit beste alpine Skifahrerin konnte 2010 schon einen Olympiasieg erringen, zudem wurde sie bei der letzten WM Silbermedaillengewinnerin – beides jeweils in ihrer Paradedisziplin, dem Riesenslalom. Zudem stand sie schon 13 Mal im Weltcup ganz oben auf dem Siegerpodest. Die besten Chancen auf eine Medaille hat Viktoria Rebensburg auch in Sankt Moritz im Riesenslalom, wenngleich eine Überraschungsmedaille im Super-G oder der Abfahrt nicht ausgeschlossen ist, zudem könnte Deutschland auch wieder im Team-Wettbewerb eine wichtige Rolle spielen. In den aktuellen FIS-Ranglisten rangiert die Deutsche auf Position 4 im Riesenslalom, auf Platz 5 im Super-G und auf Rang 7 in der Abfahrt. Ihren letzten Weltcupsieg holte Viktoria Rebensburg zwar vor fast einem Jahr, im März 2016 – allerdings ausgerechnet in St. Moritz, wo nun die Weltmeisterschaft stattfindet. In dieser Saison landete die 27-jährige je einmal im Riesenslalom und in der Abfahrt auf dem dritten Rang. Im Kalenderjahr 2017 erreichte Rebensburg folgende Platzierungen im alpinen Ski-Weltcup:

  • 07.01.2017: Rang 5 im Riesenslalom in Maribor
  • 15.01.2017: ausgeschieden in der Abfahrt in Altenmarkt-Zauchensee
  • 21.01.2017: Dritte in der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen
  • 22.01.2017: ausgeschieden im Super-G in Garmisch
  • 24.01.2017: Zehnte im Riesenslalom in Kronplatz
  • 28.01.2017: Vierte in der Abfahrt in Cortina d’Ampezzo
  • 29.01.2017: Fünfte im Super-G in Cortina d’Ampezzo

Bei der alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2015 im US-amerikanischen Vail holte sich die Deutsche die Silbermedaille im Riesenslalom. Zudem wurde sie Fünfte im Super-G und Zehnte in der Abfahrt.

Die weiteren Erwartungen der deutschen Damen bei der Ski WM 2017

Die restlichen deutschen Damen im Aufgebot des DSV für die alpine Ski WM 2017 in St. Moritz spielen keine allzu große Rolle – zumindest mit Blick auf die Medaillen. Für die beiden im Weltcupzirkus erfahrenen Christina Geiger und Lena Dürr wäre eine Top-Ten-Platzierung bei der Weltmeisterschaft schon als Erfolg zu bezeichnen. Dürr erreichte dies in dieser Saison im Weltcup einmal bei ihrem sechsten Rang im Slalom von Killington im November 2016. Dies trifft auch auf Christina Geiger zu, die im Januar Position 8 im Slalom in Flachau erreichte und sich damit das Ticket zur WM endgültig sicherte. Marina Wallner überzeugte zuletzt im Europacup, konnte aber im Weltcup bislang keine vorderen Platzierungen erreichen.

Viel Last auf den Schultern von Felix Neureuther

Bei den Herren dreht sich natürlich das Meiste um Vorzeigeathlet Felix Neureuther. Der Oldie im deutschen Team konnte schließlich bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften im Slalom Silber und Bronze einfahren und geht auch bei dieser WM als Medaillenkandidat ins Rennen. Zudem soll er das deutsche Team im Teamwettbewerb anführen, wo er 2005 Weltmeister wurde und 2013 Bronze gewinnen konnte. Der 12-fache Weltcupsieger wird mit seinen 32 Jahren eine seiner letzten Weltmeisterschaften erleben und könnte erneut für Medaillen sorgen. In den aktuellen FIS-Ranglisten findet sich der Name Felix Neureuther im Slalom auf Platz 4 und im Riesenslalom an 5. Stelle. Sein letzter Sieg stammt vom 14.02.2016 im japanischen Yuzawa Naeba im Slalom. Vielleicht ist das ja ein gutes Omen für den Team-Event bei der Ski WM 2017 in St. Moritz, findet dieser doch am 14.02. statt. In seinen letzten sieben Weltcuprennen allerdings landete der deutsche Routinier nur zwei Mal auf dem Podest, beim zweiten Rang in Zagreb am 05.01. und beim dritten Rang in Wengen am 15.01. Zuletzt schied er im zweiten Durchgang des Slaloms in Schladming aus und wurde Sechster beim letzten Riesenslalom in seiner Heimat Garmisch-Partenkirchen.

Überraschungsmedaillen durch deutsche Herren bei der Ski WM 2017 möglich

Auch wenn mit Fritz Dopfer verletzungsbedingt der zweitbeste deutsche Skifahrer nicht mit dabei ist bei der Ski WM 2017, so scheint eine Überraschungsmedaille für Deutschland bei den Herren-Wettbewerben nicht ganz ausgeschlossen zu sein. Dies zeigte nicht zuletzt der Erfolg von Linus Strasser beim Parallel-Wettbewerb in Stockholm, dem letzten Rennen vor der Ski Alpin Weltmeisterschaft 2017. Somit sollte beispielsweise Strasser durchaus beachtet werden. Dies gilt auch für Stefan Luitz, auch wenn dieser nur auf Position 11 in der Fis-Rangliste im Riesenslalom und auf Platz 43 im Slalom zu finden ist. Doch zuletzt landete der 24-jährige beim Riesenslalom in Garmisch-Partenkirchen auf dem dritten Rang und damit auf dem Podest. Zudem fuhr er im letzten Slalom auf einen starken 14. Platz in Schladming, nachdem er zwei Rennen zuvor beim Klassiker in Wengen sogar Zehnter wurde. Wenn Strasser oder Luitz in den technischen Disziplinen einen starken Tag erwischen, scheint ihnen alles zuzutrauen zu sein. Dies gilt wiederum auch für die deutschen Athleten in den Speed-Disziplinen. So beispielsweise wurden Andreas Sander in der laufenden Weltcup-Saison bereits Fünfter im Super-G von Val Gardena und Josef Ferstl ebenfalls Fünfter im Super-G von Santa Caterina – genau dieser fünfte Platz war auch das beste Weltcupergebnis des Deutschen Hansjörg Tauscher, der anschließend Weltmeister in der Abfahrt 1989 in Vail wurde…

Fotos: Mitch Gunn / Shutterstock, Inc.

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Bewerten!

Durchschnittliche Bewertung / 5. Gesamtbewertungen:

Scroll to Top