Deutschland bei der Eishockey WM 2017 – Update: Jetzt mit aktuellem WM-Kader

Die diesjährige Eishockey-Weltmeisterschaft der Top-Division der Herren findet vom 05. bis 21. Mai statt, Gastgeber sind Deutschland und Frankreich. An der Weltmeisterschaft nehmen 16 Mannschaften teil, das bedeutet, dass 64 Spiele ausgetragen werden. Die Gruppenphase der Weltmeisterschaft wird mit zwei Gruppen ausgetragen, in jeder Gruppe spielen acht Mannschaften. Deutschland spielt in der Gruppe A, in jeder Gruppe werden in der Gruppenphase 28 Spiele ausgetragen. Jede Mannschaft einer Gruppe spielt einmal gegen jede andere Mannschaft dieser Gruppe; jede Mannschaft muss also sieben Spiele in der Gruppenphase absolvieren. Deutschland hat nur durchschnittliche Chancen, ins Viertelfinale einzuziehen, der schwierigste Gegner in der Gruppenphase ist Russland als Weltranglistenzweiter.

Deutschland und sein Status beim internationalen Eishockey

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat es in die Top-Division, die weltweit höchste Spielklasse, geschafft, steht allerdings nur auf dem zehnten von insgesamt 16 Plätzen. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bereits eine lange Tradition, doch ist es schon sehr lange her, dass sie große Erfolge bei einer Europameisterschaft oder einer Weltmeisterschaft erzielen konnte. Die besten Ergebnisse liegen lange zurück:

  • 1910: erste Teilnahme an einer Europameisterschaft, Platz 2
  • 1911: Platz 2 bei der Europameisterschaft
  • 1913: Platz 3 bei der Europameisterschaft
  • 1914: Platz 2 bei der Europameisterschaft
  • 1927: Platz 3 bei der Europameisterschaft
  • 1930: Platz 2 bei der Weltmeisterschaft und Europameister
  • 1932: Platz 3 bei den Olympischen Spielen
  • 1933: Platz 3 bei der Europameisterschaft, gemeinsam mit der Schweiz
  • 1934: Platz 3 bei der Weltmeisterschaft, Europameister
  • 1936: Platz 3 bei der Europameisterschaft
  • 1937: Platz 3 bei der Europameisterschaft
  • 1938: Platz 3 bei der Europameisterschaft
  • 1939: Platz 3 bei der Europameisterschaft
  • 1953: Platz 2 bei der Weltmeisterschaft und bei der Europameisterschaft
  • 1976: Platz 3 bei den Olympischen Spielen

Ihre besten Ergebnisse erzielte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft also vor dem Zweiten Weltkrieg, während danach nur noch zwei gute Ergebnisse erzielt wurden. Nach 1976 kam die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft nicht über einen vierten Platz bei einer Europameisterschaft hinaus, den sie in den Jahren 1978, 1983 und 1986 erreichte. Bei der Weltmeisterschaft kam die deutsche Nationalmannschaft im Jahr 2010 auf den vierten Platz. Die Ergebnisse der folgenden Weltmeisterschaften waren nur durchschnittlich, im Jahr 2011 kam sie auf den siebten, im Jahr 2012 auf den zwölften, im Jahr 2013 auf den neunten, im Jahr 2014 auf den 14., im Jahr 2015 auf den zehnten und im Jahr 2016 auf den siebten Platz. Die großen Erfolge sind also lange her, daher sind die Chancen für Deutschland, es bei der diesjährigen Weltmeisterschaft wenigstens ins Viertelfinale zu schaffen, nur durchschnittlich. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist seit 1987 Gastgeber des Deutschland-Cups, bislang konnte sie diesen Pokal sieben Mal gewinnen, zuletzt gewann sie ihn in den Jahren 2014 und 2015. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hatte als A-Team bis zum Juni 2011 insgesamt 1.233 Spiele bestritten, von denen sie 454 gewann, aber 120 im Remis spielte und immerhin 659 verlor. In der IHF-Weltrangliste stand die Eishockey-Nationalmannschaft nach der Weltmeisterschaft auf Platz 13, inzwischen konnte sie sich auf Platz 10 verbessern.

Deutschland und seine Gegner in der Gruppe A

Bei der diesjährigen Eishockey-Weltmeisterschaft spielt Deutschland in der Gruppe A und bekommt es mit schwierigen Gegnern zu tun. Gegner in der Gruppenphase sind

  • Russland
  • USA
  • Schweden
  • Slowakei
  • Lettland
  • Dänemark
  • Italien

Der schwierigste Gegner in der Gruppenphase ist Russland, es ist neben dem Titelverteidiger und Weltranglistenersten Kanada, das in der Gruppe B spielt, der Favorit der diesjährigen Weltmeisterschaft. Russland ist eine Eishockey-Nation und ist international sehr erfolgreich, in der Weltrangliste steht Russland auf Platz 2. Als Rechtsnachfolger der sowjetischen Nationalmannschaft ist die russische Nationalmannschaft mit 27 Titeln Rekordweltmeister; von diesen Titeln wurden allerdings 22 in der damaligen Sowjetunion erzielt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion konnte Russland in den Jahren 1993, 2008, 2009, 2012 und 2014 den Titel holen, während es im Jahr 2015 Zweiter und im Jahr 2016 Dritter bei den Weltmeisterschaften wurde. Auch bei anderen internationalen Turnieren konnte Russland Erfolge verzeichnen, bei den Olympischen Spielen 1998 holte es Silber, bei den Olympischen Spielen 2002 gewann es Gold.

Nicht zu vergessen ist auch Schweden als Gegner, das in der Weltrangliste auf dem fünften Platz steht. Die schwedische Nationalmannschaft nahm bereits 63 Mal an Weltmeisterschaften teil und wurde neunmal Weltmeister, zuletzt holte Schweden 2013 den Titel. An den Olympischen Spielen nahm Schweden 21 Mal teil, die Goldmedaille gewann es 1994 und 2006 – es ist für Deutschland durchaus ein schwieriger Gegner.

Die Slowakei steht in der Weltrangliste auf Platz 8 und ist damit besser als Deutschland. Seit 1994 nahm die slowakische Nationalmannschaft 16 Mal an Weltmeisterschaften teil, sie wurde einmal, im Jahr 2002, Weltmeister. Weitere gute Ergebnisse bei Weltmeisterschaften erzielte die slowakische Nationalmannschaft mit dem zweiten Platz in den Jahren 2000 und 2012 sowie mit dem dritten Platz im Jahr 2003. Bei der Weltmeisterschaft 2016 belegte die Slowakei nur den neunten Platz. An Olympischen Spielen nahm die Slowakei bereits sechsmal seit 1994 teil, doch kam sie noch nie über einen vierten Platz hinaus, den sie 2010 erreichte. Für Deutschland wird die Slowakei als Gegner nicht gerade einfach.
Lettland steht mit dem zwölften Platz in der Weltrangliste schlechter da als Deutschland, es nahm seit 1933 insgesamt 27 Mal an Weltmeisterschaften teil, doch konnte es noch nie ein besseres Ergebnis als den siebten Platz erzielen. In den Jahren 1997, 2004 und 2009 wurde Lettland Siebter bei den Weltmeisterschaften. Bei der Weltmeisterschaft 2015 belegte Lettland Platz 13. An Olympischen Spielen nahm Lettland seit 1936 fünfmal teil, mit dem achten Platz im Jahr 2014 erzielte es sein bislang bestes Ergebnis. Lettland stellt für Deutschland in der Gruppenphase keinen gefährlichen Gegner dar.

Ein ziemlich einfacher Gegner für Deutschland in der Gruppenphase wird Dänemark, es belegt in der Weltrangliste den 13. Platz. Das beste Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft erzielte Dänemark im Jahr 2010 mit dem achten Platz. Im Jahr 2015 belegte Dänemark den 14. Platz bei der Weltmeisterschaft; an Olympischen Spielen konnte Dänemark bislang noch nie teilnehmen.

Italien ist für Deutschland in der Gruppenphase der einfachste Gegner, es stieg nach der Weltmeisterschaft 2016 aaus der Division IA in die Top-Division auf und belegt in der Weltrangliste den 16. Platz. Italien spielte allerdings schon mehrmals in der Top-Division und konnte schon dreimal den siebten Platz bei Weltmeisterschaften erzielen, zuletzt im Jahr 1996. In den letzten Jahren bewegte sich Italien vorrangig in der Division I. An Olympischen Spielen nahm Italien seit 1936 neunmal teil, das beste Ergebnis war der siebte Platz im Jahr 1956.

Deutschland und die Termine in der Gruppenphase

Alle Spiele der Gruppe A finden in der Kölner Lanxess Arena statt, insgesamt werden in der Gruppenphase innerhalb einer Gruppe 28 Spiele ausgetragen, jede Mannschaft muss sieben Spiele in der Gruppenphase absolvieren. Für Deutschland sehen die Termine in der Gruppenphase folgendermaßen aus:

  • 05. Mai 2017, 20:15 Uhr: USA – Deutschland
  • 06. Mai 2017, 20:15 Uhr: Deutschland – Schweden
  • 08. Mai 2017, 16:15 Uhr: Deutschland – Russland
  • 10. Mai 2017, 20:15 Uhr: Slowakei – Deutschland
  • 12. Mai 2017, 20:15 Uhr: Dänemark – Deutschland
  • 13. Mai 2017, 20:15 Uhr: Italien – Deutschland
  • 16. Mai 2017, 20:15 Uhr: Deutschland – Lettland

Gleich die erste harte Nuss muss Deutschland bei seinem ersten Spiel knacken, da es auf die USA trifft, die einen äußerst schwierigen Gegner darstellen. Sein schwierigstes Spiel muss Deutschland bei seinem dritten Termin absolvieren, es muss dann gegen Russland, einen Favoriten bei der Weltmeisterschaft, antreten.

Wenn es Deutschland ins Viertelfinale schafft

Die ersten vier Mannschaften aus der Gruppenphase ziehen ins Viertelfinale ein. Es ist unrealistisch, dass Deutschland in der Gruppenphase Erster oder Zweiter in der Gruppe A wird; wahrscheinlicher ist schon der dritte oder vierte Platz in der Gruppe. Schafft es Deutschland ins Viertelfinale, muss es am 18. Mai spielen. Sollte es wider Erwarten Erster in der Gruppe werden, muss es um 16:15 Uhr in der Kölner Lanxess Arena gegen den Vierten der Gruppe B spielen. Erreicht Deutschland den zweiten Platz in der Gruppe A, muss es am 18. Mai um 16:15 Uhr in der Accor Hotels Arena in Paris gegen den Dritten in der Gruppe B spielen. Wird Deutschland Dritter in der Gruppe A, spielt es am 18. Mai um 20:15 Uhr in der Lanxess Arena in Köln gegen den Zweiten in der Gruppe B, während es dann, wenn es den vierten Platz in der Gruppe A erreichen sollte, am 18. Mai um 20:15 Uhr in der Accor Hotels Arena in Paris gegen den Sieger der Gruppe B spielen muss. Gegner für Deutschland im Viertelfinale könnten Kanada als absoluter Favorit, Finnland als Dritter der Weltrangliste, Tschechien als Sechster der Weltrangliste, die Schweiz als Siebter der Weltrangliste oder Weißrussland als Neunter der Weltrangliste sein. In der Gruppe B spielen auch Norwegen, Frankreich und Slowenien, doch ist es eher unwahrscheinlich, dass sie es ins Viertelfinale schaffen. Ein Erreichen des Viertelfinales wäre für Deutschland möglich, doch sieht es nicht so aus, dass es Deutschland auch ins Halbfinale schaffen könnte.

Der Kader der deutschen Nationalmannschaft

Trainer der deutschen Nationalmannschaft ist seit 2015 Marco Sturm. Bis auf Felix Schütz, der beim schwedischen Verein Rögle BK unter Vertrag steht, spielen alle anderen Spieler bei deutschen Vereinen. Die meisten Spieler in der deutschen Nationalmannschaft stehen bei Adler Mannheim unter Vertrag. Dies ist der vorläufige Kader Deutschlands für die Eishockey WM 2017:

Tor: Thomas Greiss (New York Islanders), Felix Brückmann (Grizzlys Wolfsburg), Danny aus den Birken (EHC Red Bull München)

Verteidigung: Dennis Reul, Sinan Akdag (beide Adler Mannheim), Justin Krueger (SC Bern/Schweiz), Christian Ehrhoff, Moritz Müller (beide Kölner Haie), Konrad Abeltshauser (EHC Red Bull München), Dennis Seidenberg (New York Islanders), Frank Hördler (Eisbären Berlin),

Sturm: Tobias Rieder (Arizona Coyotes), Brooks Macek, Yannic Seidenberg, Dominik Kahun (alle EHC Red Bull München), Marcus Kink, Matthias Plachta, David Wolf (alle Adler Mannheim), Patrick Reimer, Yasin Ehliz (beide Nürnberg Ice Tigers), Gerrit Fauser (grizzlys Wolfsburg), Patrick Hager, Philip Gogulla (beide Kölner Haie), Felix Schütz (Rögle BK/Schweden), Frederik Tiffels (Western Michigan University/USA)

Fotos: ER_09 / Shutterstock.com

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