Biathlon-WM 2021 findet nicht in Tjumen statt

Aus dem Skandal um das mutmaßliche russische Staatsdoping hat die IBU weitere Konsequenzen gezogen, die Biathlon-Weltmeisterschaft 2021 findet nicht in Russland statt. Im österreichischen Fieberbrunn entschied der Weltverbund IBU am Mittwoch, dass der russische Verband bis zum 24. Februar die Weltmeisterschaft zurückgeben soll, da ihm sonst die WM entzogen wird. Im Jahr 2018 wird über eine Neuvergabe entschieden.

Druck der Biathleten

Vor dem ersten WM-Rennen im österreichischen Hochfilzen machten die Biathleten um Spitzenmann Martin Fourcade Druck auf die IBU. In einem Brief forderten 154 Biathleten

  • härtere Anti-Doping-Regeln
  • Verlängerung der Sperren auf bis zu acht Jahren
  • Erhöhung des Bußgelds auf bis zu eine Million Euro
  • Entzug der Startplätze für die betroffenen Nationen

Mit den Forderungen soll sich eine sechsköpfige Arbeitsgruppe beschäftigen; neue Vorschläge für härtere Sanktionen sollen erarbeitet werden. Nicht jeder Spitzenverband kann eigene Strafen festlegen, es geht um einheitliche Strafen. Die finanzielle Maximalstrafe für Verbände soll auf bis zu eine Million Euro erhöht werden, Geplant ist die Erarbeitung eines Strafenkatalogs mit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

Keine Langzeitsperre möglich

Die Langzeitsperre von acht Jahren, die von den Biathleten vorgeschlagen wurde, ist nicht vereinbar mit dem Code der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Die Initiative wird von der IBU unterstützt, doch eigene Regeln, die dem WADA-Code nicht entsprechen, können nicht aufgestellt werden, da die IBU sonst von der WADA als non-compliant erklärt wird.

Entscheidung wird im Juni erwartet

Eine Entscheidung über die neuen Vorschläge wird im Juni erwartet; bereits in der kommenden Saison können die neuen Regeln gelten. Eine Bestätigung könnte beim nächsten IBU-Kongress erfolgen. Chefermittler Richard McLaren stellte in seinem Bericht fest, dass 31 russische Biathleten verdächtig sind und nur zwei Sportler bislang von der IBU gesperrt wurden. Die anderen 29 Sportler untersucht, 22 von ihnen wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Wladimir Jakuschew, Gouverneur von Tjumen, will die Weltmeisterschaft 2021 im Biathlon nicht abgeben.

Foto:Petr Toman / Shutterstock, Inc.

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