Australien bei der Fußball WM 2018

Die WM-Geschichte der australischen Nationalmannschaft ist keine sonderlich erfolgreiche. Insgesamt viermal konnte sich das Team für eine WM qualifizieren, zum ersten Mal 1974 in Deutschland, wo Australien als Gruppenletzter ausschied. 2006, wieder in Deutschland, erreichte die Mannschaft immerhin das Achtelfinale, doch 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien war wieder in der Vorrunde Schluss. Ursprünglich war Australien Mitglied im ozeanischen Kontinentalverband, der australische Dachverband allerdings trat 2005 dem asiatischen Fußballverband bei. Die Begründung: Weil es in Asien mehr Plätze für die Weltmeisterschaft zu vergeben gibt, ist die Chance, sich dadurch ein WM-Ticket zu sichern, größer. Eine Rechnung, die bislang aufgegangen ist. 2015 wurde Australien zum ersten Mal Asienmeister, nachdem 2011 der zweite Platz errungen werden konnte. Das letzte große Turnier, an dem Australien teilgenommen hat, war der Konföderationen Pokal 2017 in Russland. Hier erreichte die Mannschaft nicht die K.O.-Runde. Nun also wird Australien bei der Fußball Weltmeisterschaft 2018 dabei sein.

So lief für Australien die Zeit der WM-Qualifikationen

Die Qualifikationsphase in Asien ist langwierig und fordernd. Anders als in Europa, wo es pro Mannschaft eine überschaubare Anzahl an Spielen gegeben hat, mussten die Mannschaft in Asien insgesamt 20-mal antreten, wenn sie bis zum Ende mit dabei waren. In der ersten Runde waren die kleinen Fußballländer, wie Osttimor, die Mongolei oder Macao dran, ab der zweiten Runde kamen dann alle anderen dazu. In acht Gruppen zu je fünf Mannschaften konnten sich die jeweils Ersten in der Tabelle ein Weiterkommen sichern, die zweitplatzieren mussten ums Weiterkommen zittern. Australien setzte sich in der Gruppe B erfolgreich gegen die Konkurrenz aus Jordanien, Kirgistan, Tadschikistan und Bangladesch mit sieben Siegen und einer Niederlage durch. Danach ging es in der dritten Runde in der Gruppe B gegen Japan, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, den Irak und Thailand. Allerdings reichte es dieses Mal nicht für das direkte Weiterkommen: Als drittplatzierte Mannschaft musste die Entscheidung in einer Playoff Runde her. Es ging gegen Syrien und der Mannschaft aus dem Bürgerkriegsland wäre beinahe die große Überraschung gelungen. Nach einem 1:1 im Hinspiel gelang aber den Australiern im Rückspiel nach der Verlängerung ein 2:1 Sieg – äußert knapp.

Australien in der Gruppe C der Vorrunde bei der Fußball Weltmeisterschaft 2018

Die Chancen für die australische Nationalmannschaft, in Russland die Gruppenphase zu überstehen, werden als eher gering eingestuft. Gelost wurde die Mannschaft am 1. Dezember des vergangenen Jahres im Kreml in die Gruppe C mit diesen Gegnern:

  • Dänemark
  • Frankreich
  • Peru

Gleich das erste Spiel wird für die Australier wohl das schwerste, denn Gegner Frankreich gehört zu den Top 4 Favoriten auf den Titel, ein Sieg erscheint daher sehr unwahrscheinlich. Die letzte Begegnung mit der Equipe Tricolore endete bei einem Freundschaftsspiel im Oktober 2013 mit einer 0:6 Niederlage. Einmal gab es jedoch auch einen Sieg für Australien: Beim Confed Cup 2001 gelang in der Gruppenphase ein 1:0 Erfolg. Als nächstes geht es gegen Dänemark, gegen die Skandinavier standen die Australier bisher zweimal auf dem Platz. Das letzte Mal im Zuge eines Freundschaftsspiels im Juni 2012, welches die Dänen mit 2:0 für sich entschieden haben. Der dritte und letzte Gegner in der Gruppenphase wird Peru sein. Ein Novum in der Fußballgeschichte, die Nationalmannschaften der beiden Länder standen sich bislang noch nicht gegenüber. Insgesamt stehen die Chancen der australischen Mannschaft wahrlich schlecht. Die Buchmacher trauen dem Team keinen Sieg zu, egal gegen welchen Gegner. Das erste Spiel, gegen Frankreich, wird am 16. Juni stattfinden, am 21. Juni geht es gegen Dänemark. Das Spiel gegen Peru findet am 26. Juni statt.

Der Kader Australiens bei der Fußball WM 2018: Keine Weltklassespieler in Aussicht

Die australische Mannschaft besteht aus einigen vielversprechenden Talenten und auch aus einigen Spielern, die einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangen konnten. An erster Stelle steht der Mittelfeldspieler Aaron Mooy. Der 27-jährige spielt seit 2016 in der Premier League in England, kam 2016 zu Manchester City, wo er sich allerdings nicht durchsetzen konnte. Inzwischen steht er bei Huddersfield Town unter Vertrag und ist dort Stammspieler. Vor allem in Deutschland bekannt ist Rechtsaußen Mathew Leckie. Der 25-jährige kam 2011 zu Borussia Mönchengladbach, wurde an den FSV Frankfurt ausgeliehen und schaffte 2014 mit dem FC Ingolstadt den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Im Sommer des vergangenen Jahres kam er für 3 Millionen Euro zu Hertha BSC. In der laufenden Saison kommt der Stürmer auf 14 Ligaeinsätze und vier Tore. Auch Keeper Mitchell Langerak ist in Deutschland ein Begriff. Er spielte ab 2010 bei Borussia Dortmund als Nummer zwei hinter Roman Weidenfeller, konnte schließlich beim VfB Stuttgart in der vergangenen Saison den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga feiern. Am Ende der vergangenen Saison wechselte er zunächst nach Spanien zur UD Levante, wurde ein halbes Jahr später aber an Nagoy Grampus, einem japanischen Erstligisten, weitergereicht. Eine Sonderrolle nimmt derzeit der Trainerposten ein – denn der ist noch immer nicht besetzt, nachdem Ange Postecoglu im November 2017, trotz erfolgreicher Qualifikation, zurückgetreten ist. Als Nachfolger war auch schon Jürgen Klinsmann im Gespräch. Letztendlich fiel die Wahl auf den Niederländer Bert van Marwijk. Dieser berief bereits Anfang Mai einen vorläufigen WM-Kader mit 32 Spielern, der wie selbst aussieht:
Tor: Brad Jones (Feyenoord), Mitchell Langerak (Nagoya Grampus), Mathew Ryan (Brighton and Hove Albion), Danny Vukovic (Genk)

Verteidiger: Aziz Behich (Bursaspor), Milos Degenek (Yokohama F Marinos), Alex Gersbach (Rosenborg), Matthew Jurman (Suwon), Fran Karacic (NK Lokomotiva), James Meredith (Millwall), Josh Risdon (Western Sydney Wanderers), Trent Sainsbury (Grasshopper), Aleksandar Susnjar (Mlada Boleslav), Bailey Wright (Bristol City)

Mittelfeld: Joshua Brillante (Sydney FC), Jackson Irvine (Hull City), Mile Jedinak (Aston Villa), Robbie Kruse (Bochum), Massimo Luongo (QPR), Mark Milligan (Al Ahli), Aaron Mooy (Huddersfield Town), Tom Rogic (Celtic), James Troisi (Melbourne Victory)

Stürmer: Daniel Arzani (Melbourne City), Tim Cahill (Millwall), Apostolos Giannou (Guangzhou R&F), Tomi Juric (Luzern), Mathew Leckie (Hertha Berlin), Jamie Maclaren (Hibernian), Andrew Nabbout (Urawa Reds), Dimi Petratos (Newcastle Jets), Nikita Rukavytsya (Maccabi Haifa).

Die Quoten für einen eventuellen Titelgewinn von Australien bei der Fußball WM 2018

Australien steht in der Liste der potentiellen Titelkandidaten ganz weit hintern. Bei Tipico bekommen wir eine Quote von 250,00 wenn wir denn so verrückt sind, auf den WM-Titel der socceroos zu wetten. Aber auch, was die Gruppenwetten angeht, sieht es für Australien schlecht aus. Dass die Mannschaft Gruppensieger wird, gilt mit einer Quote von 15,00 als ausgeschlossen, auch ein Weiterkommen in die K.O.-Runde ist mit einer Quote von 4,00 nicht sonderlich wahrscheinlich. Der Überblick zeigt, dass Australien bei der Fußball WM 2018 in der Gruppe C als das schwächste Glied angesehen wird.

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