Argentinien bei der Fußball WM 2018

Die argentinische Fußball Nationalmannschaft konnte sich als Dritter der WM-Qualifikation in Südamerika das Ticket für die Weltmeisterschaft in diesem Jahr in Russland sichern – allerdings ist das Endergebnis wesentlich knapper gewesen, als uns der Tabellenstand glauben machen will: Nur zwei Punkte weniger aus insgesamt 18 Spielen und wir hätte unter Umständen neben Italien und den Niederlanden auch Argentinien bei der diesjährigen WM nicht mit dabei gehabt. Was schade gewesen wäre, denn immerhin gehört Argentinien zu den „Lieblingsgegnern“ des amtierenden Titelträgers Deutschland (dreimal Finale, zweimal Viertelfinale) und wurde 2014 Vizeweltmeister. Zum Glück reichte es aber dann doch noch für Lionel Messi und Co. Wir werfen einen Blick auf Mannschaft, Qualifkation und das bevorstehende Turnier.

Foto: Paulo Dybala/Weltmeister.de

Die Qualifikation für die argentinische Nationalmannschaft

In Südamerika läuft die Qualifikation für die Weltmeisterschaft ein wenig einfacher ab, als in Europa beispielsweise. Denn es gibt nur eine Gruppe, in der alle 10 Nationalmannschaften des Verbandes versammelt sind. Die ersten vier Teams, die am Ende der dreijährigen Gruppenphase ganz oben stehen, sind automatisch mit dabei. Der fünftplatzierte darf noch in einer Playoffrunde versuchen, das große Ziel zu erreichen und die restlichen fünf, zu denen dieses Mal auch Chile gehört, fehlen in der Endrunde. Für Argentinien begann die Qualifikation gleich mit einer 0:2 Niederlage gegen Ecuador, danach folgen drei Unentschieden gegen Paraguay und gegen Brasilien. Allerdings gelangen vier Siege hintereinander, erst gegen Kolumbien, dann gegen Chile, Bolivien und Uruguay. Fast sah es so aus, als seit der schwierige Start nun abgehakt, doch mit einem 2:2 gegen Venezuela im September 2016 kamen wieder die ersten Zweifel auf. Daraufhin gab es ein 2:2 gegen Peru und zwei Niederlagen gegen Paraguay und Brasilien. Es wurde deutlich, dass es noch ein schwieriger Weg werden würde. Das Jahr 2016 endete mit einem versöhnlichen 3:0 gegen Kolumbien.
2017 begann mit einem 1:0 Sieg gegen Chile, doch das 0:2 gegen Bolivien nur vier Tage später zerrte an den Nerven der Spieler und Fans. Noch schlimmer wurde es im September, als erst ein 0:0 gegen Uruguay und schließlich ein 1:1 gegen Venezuela die sportliche Krise bei den Gauchos immer schlimmer werden ließ. Die entscheidenden beiden Spiele im Oktober sollten damit zu einem echten Finale werden. Den Erwartungen wurde die Mannschaft mit einem torlosen Remis gegen Peru im ersten Spiel schonmal nicht gerecht. Dann folgte das alles entscheidende Spiel gegen Ecuador. Die Außenseiter konnten gleich in der ersten Minute durch einen Treffer von Romario Ibarra in Führung gehen, doch dann schlug die Stunde von Lionel Messi, der Argentinien mit drei Treffern (12., 20., 62.) zur Weltmeisterschaft nach Russland schießen konnte.

Argentinien in der Gruppe D bei der Weltmeisterschaft

Bei der Gruppenauslosung für die Weltmeisterschaft hat der Vizeweltmeister eine, zumindest auf dem Papier, machbare Gruppe zugelost bekommen:

  • Island
  • Kroatien
  • Nigeria

Gleich das erste Spiel, am 16. Juni, ist gegen den Überraschungsaußenseiter Island. Gegen die Nordmänner, die ein so gutes Ergebnis bei der Europameisterschaft 2016 erreichen konnten, mussten die Argentinier bisher nicht antreten, so dass es auch für die Südamerikaner eine neue Erfahrung sein wird. Sicherlich eines der spannendsten Vorrunden Auftaktspiele bei dieser Weltmeisterschaft. Am 21. Juni geht es gegen die kroatische Auswahl. Mit den Superstars Ivan Rakitic (FC Barcelona), Ivan Perisic (Inter Mailand), Luka Modric (Real Madrid) und Mario Mandzukic (Juventus Turin) sicherlich ein Ernst zu nehmender Gegner, der es ins sich haben dürfte – auch, wenn sich während der Qualifikation gezeigt hat, dass individuelle Klasse nichts ist, wenn das Mannschaftsgefüge nicht stimmt. Der letzte Gruppengegner für Argentinien ist am 26. Juni Nigeria. Die Südamerikaner hatten im Laufe ihrer Geschichte schon sehr häufig mit den Afrikanern zu run, nicht immer lief es gut. Trainiert wird Nigeria von dem deutschen Trainer Gernot Rohr, die drei besten Spieler des Nationalteams, Ahmed Musa, Kelechi Iheanacho und Wilfred Ndidi spielen gemeinsam bei Leicester City. Auch Nigeria sollte nicht unterschätzt werden.

Der Kader Argentiniens – die Schlüsselspieler

Natürlich muss hierbei als erstes Superstar Lionel Messi erwähnt werden. Der 30-jährige ist Mannschaftskapitän und gleichzeitig Hoffnungsträger einer ganzen Nation. Fünffacher Weltfußballer, dreimaliger Europas Fußballer des Jahres, vierfacher Champions League Sieger, achtfacher spanischer Meister, fünffacher spanischer Pokalsieger und 16-facher Torschützenkönig in den unterschiedlichsten nationalen und internationalen Wettbewerben. Nur der Weltmeistertitel fehlt Messi noch. Aber auch andere Spieler sind mit dabei und sind für die Mannschaft sehr wichtig. Paulo Dybala zum Beispiel, von Juventus Turin oder Mittelstürmer Sergio Agüero, der bei Manchester City unter Vertrag steht. Doch Argentinien hat nicht nur eine großartige Offensive anzubieten, auch in der Defensive sind die Südamerikaner gut aufgestellt: Nicolás Otemendi von Manchester City ist da ebenso zu nennen, wie Federico Fazio von AS Rom oder Emanuel Mammana von Zenit St. Petersburg.

Die Chancen bei den Wettanbietern

Bei den Wettanbietern ist spätestens seit der Auslosung der Gruppenphase für die Weltmeisterschaft jede Menge zu diesem Thema zu finden. Natürlich auch, was die argentinische Nationalmannschaft angeht. Allerdings stehen die Chancen dieses Mal nicht so gut, wie von einem Vizeweltmeister erwartet werden könnte. Das hängt sicherlich mit der mittelprächtigen Qualifikation zu tun, die Argentinien beinahe verpasst hätte. So gibt der Buchmacher Bet365 der Mannschaft von Jorge Sampaoli nur eine Quote von 5,00 auf das Erreichen des Finales. Mannschaften wie Brasilien, Frankreich und Spanien stehen neben dem Weltmeister Deutschland noch vorher in der Liste. Was den Titel angeht, so steht die Quote für Argentinien derzeit bei 10,00. Es sieht also, zumindest was die Chance bei den Sportwetten Anbietern angeht, nicht sonderlich gut aus für die argentinische Nationalmannschaft.

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