Ägypten bei der Fußball WM 2018

Die ägyptische Fußball Nationalmannschaft war bisher erst zweimal bei einer Weltmeisterschaft mit dabei: 1934 in Italien, damals schafften es die Nordafrikaner bis ins Achtelfinale und scheiterten an Ungarn und 1990 in Italien. Damals kam die Mannschaft allerdings nicht über die Vorrunde hinaus. Das soll dieses Mal anderes werden, denn Ägypten steht im Sommer vor der nächsten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft und konnte das Ticket für die WM in Russland erfolgreich lösen. Im vergangenen Jahr wurde Ägypten in Gabun Vizemeister in Afrika, nachdem es drei Afrikameisterschaften in Folge nichts mit der Qualifikation wurde. Das Team, dass sich für Russland qualifizieren konnte, gilt grundsätzlich nicht als chancenlos, doch für ein Weiterkommen in die K.O.-Runde muss einiges zusammenkommen. Wir haben die Mannschaft unter die Lupe genommen, die Qualifikation analysiert, und präsentieren die Gruppengegner sowie den Kader.

So lief für Ägypten die Zeit der WM-Qualifikationen

Die ägyptische Nationalmannschaft stieß in der letzten Runde der Qualifikation in der Gruppenphase hinzu und spielte in der Gruppe E gegen Uganda, Ghana und den Kongo, wobei Ghana zum Beginn des Wettbewerbs als größter Konkurrent wahrgenommen wurde. Die Mannschaft startete erfolgreich mit einem 2:1 Sieg gegen Kongo und legte im zweiten Spiel gegen Ghana überraschend deutlich mit 2:0 nach. Die 0:1 Niederlage gegen Uganda warf die Mannschaft dann aber wieder etwas zurück. Schließlich gab es im Rückspiel die Revanche – Ägypten gewann ebenfalls mit 1:0 und mit dem vorletzten Gruppenspiel und einem 2:1 gegen Kongo war die direkte Qualifikation für die WM in Russland erledigt. Das letzte Spiel der Qualifikation gegen Ghana endete mit 1:1 – für beide Teams war dies ein eher unbedeutendes Spiel, denn Ägypten hätte vom ersten Platz nicht mehr verdrängt werden können, während für Ghana die Qualifikation bereits gelaufen war. Somit konnte Ägypten die Gruppenphase der Qualifikation mit vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage erfolgreich beenden. Gemeinsam mit Tunesien, Nigeria, Marokko und Senegal repräsentiert Ägypten damit den afrikanischen Kontinent bei der Weltmeisterschaft in Russland.

Foto: Mohamed Elneny/Imago/UK Sports Pics Ltd

Ägypten in der Gruppe A der Vorrunde bei der WM 2018

Ägypten hat bei der Auslosung am 1. Januar in Moskau ein mehr oder weniger glückliches Los gezogen. Denn grundsätzlich erscheint es dadurch machbar, ins Achtelfinale einzuziehen, wenn mindestens zwei der drei Spiele gewonnen werden können. Dies sind die Gegner in der Gruppe A:

  • Uruguay
  • Russland
  • Saudi-Arabien

Beim ersten Gruppenspiel gegen Uruguay machen sich die Fans wohl keine großen Hoffnungen, dass dich Mannschaft das Spielfeld nach 90 Minuten als Sieger verlässt, dafür haben die Südamerikaner zu große Namen im Kader, der Qualitätsunterschied ist riesengroß. Einmal standen sich die beiden Mannschaften bisher gegenüber: Im August 2006 gab es ein Freundschaftsspiel, das Uruguay standesgemäß mit 2:0 gewinnen konnte. Im zweiten Gruppenspiel geht es gegen Gastgeber Russland. Hier könnte es passieren, dass es den ersten Sieg für die Nordafrikaner geben wird, denn die Russen verfügen nicht gerade über ein Spitzenteam. Es wird das erste Länderspiel zwischen diesen beiden Nationen sein, denn noch nie standen sich Russland und Ägypten in einem Spiel gegenüber. Das dritte und eventuell entscheidende Spiel geht gegen Saudi-Arabien, einer der krassen Außenseiter bei diesem Turnier. Bisher hat es zwei Spiele der beiden Mannschaften gegeneinander gegeben. Das Freundschaftsspiel im Jahr 2007 konnte Ägypten mit 2:1 für sich entscheiden, beim Confed-Cup 1999 allerdings konnte sich Saudi-Arabien in der Gruppenphase mit einem deutlichen 5:1 gegen Ägypten durchsetzen. Das erste Gruppenspiel für Ägypten gegen Uruguay ist für den 15. Juni angesetzt. Das zweite Spiel, gegen die Gastgeber, wird am 19. Juni stattfinden und schließlich, gegen Saudi-Arabien, wird am 25. Juni gespielt.

Der Kader Ägyptens: Mohamed Salah und dann lange nichts

Ägypten stellt in diesem Jahr den Fußballer des Jahres in Afrika: Mohamed Salah vom englischen Premier League Klub FC Liverpool. Der 25-jährige ist der absolute Superstar des Teams, was auch kein Wunder sein sollte: Er kam im Sommer des vergangenen Jahres von der AS Rom nach England zur Mannschaft von Jürgen Klopp und hat bereits 17 Treffer in der Premier League erzielt, sechs Vorlage steuerte der Rechtsaußen bei. Damit ist er mit großem Abstand der beste und erfolgreichste Spieler des Landes auf internationalem Weltklasse Niveau. Doch es gibt noch mehr Ägypter, die den Sprung nach England geschafft haben: Der defensive Mittelfeldspieler Mohamed Elneny ist beim FC Arsenal unter Vertrag, kommt dort allerdings nicht regelmäßig zum Einsatz. Trainer Arsène Wenger nutzt den Ägypter für Spiele, in denen er viel rotieren muss – fünfmal spielte er in der laufenden Saison in der Premier League. Ramadan Sobhi ist der nächste in der Runde: Der 20-jährige Linksaußen gilt als vielversprechendes Talent und spielt derzeit bei Stoke City. Bei West Bromwich Albion spielt Ahmed Hegazy als Innenverteidiger und Ahmed Elmohamady steht beim Zweitligisten Aston Villa in Birmingham unter Vertrag. Als Torhüter haben die Ägypter den 26-jährigen Ahmed El Shenawy von Zamalek SC zur Verfügung, sein Ersatzmann könnte Sherif Ekramy von El Ahly Kairo sein.

Die Quoten für einen eventuellen Titelgewinn

Was den Gewinn der Weltmeisterschaft angeht, haben die Ägypter natürlich keine großen Chancen. Ein Weiterkommen ins Achtelfinale wäre bereits ein sehr großer Erfolg. Auch mit Mohamed Salah steigen die Chancen nicht, ein Mann alleine wird die Spiele auf diesem Niveau kaum entscheiden können. Bei Ladbrokes steht die Quote für einen Titelgewinn der Nordafrikaner derzeit bei 151,00 und damit auf dem gleichen Niveau wie bei Peru, den Senegal, Island oder Nigeria. Noch schlechtere Chancen haben nur Mannschaften wie Marokko, der Iran, Saudi-Arabien oder Panama.

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